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Steve Bannon warnt vor Chinas Vorherrschaft

Steve Bannon: Sorge vor Chinas Aufstieg. Keystone

Der Berater von Donald Trump sieht die USA in einem Handelskrieg mit China. Die USA stünden vor dem Verlust ihrer Macht in der Welt. Sein Land müsse deshalb hart gegen die Volksrepublik vorgehen.

Veröffentlicht am 17.08.2017

Die USA könnten nach Einschätzung des Chefstrategen von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, ihren Titel als weltgrösste Volkswirtschaft an China verlieren. «Wir sind im Wirtschaftskrieg mit China», sagte Bannon dem Politikmagazin «The American Prospect» in einem am Mittwoch auf der Onlineplattform veröffentlichten Interview.

Ein Land werde in 25 bis 30 Jahren die Vorherrschaft haben und es werde China sein, sollten die USA ihren derzeitigen Weg fortsetzen. «Wenn wir weiter verlieren, kommen wir in fünf, ich glaube maximal zehn Jahren an einen Wendepunkt, von dem wir uns niemals mehr erholen können.» Bannon erklärte, die USA sollten deswegen hart gegen die Volksrepublik im Handelsstreit vorgehen. Es gehe letztlich darum, eine Untersuchung der chinesischen Handelspraktiken nach Artikel 301 des Handelsgesetzes von 1974 anzustrengen.

Handelskrieg ohne Gewinner

Die Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums, Hua Chunying, betonte in Reaktion auf das Interview, die chinesisch-US-amerikanischen Handelsbeziehungen brächten beiden Seiten Vorteile. Ein Handelskrieg würde hingegen keine Gewinner hervorbringen. China hoffe, dass alle Beteiligten aufhörten, Themen aus dem 21. Jahrhundert mit einer Mentalität aus dem 19. oder 20. Jahrhundert zu betrachten, sagte Hua.

Am Montag hatte Trump die Behörden angewiesen, Chinas Umgang mit geistigem Eigentum genauer unter die Lupe zu nehmen. Trump schaltete dazu seinen obersten Handelsbeauftragten Robert Lighthizer ein, der nun feststellen muss, ob es zu einer formellen Untersuchung kommt. Gegenstand des Handelsstreits sind unter anderem Auflagen der Volksrepublik für ausländische Firmen, wonach diese chinesischen Partnerunternehmen Zugang zu ihrer Technologie gewähren müssen und damit zu geistigem Eigentum.

Nordkorea unter Kontrolle bringen

Trump hatte zuletzt angedeutet, im Handelszwist nachsichtiger zu sein, sollte die Volksrepublik Nordkorea härter an die Kandare nehmen. Bannon wies dies zurück und sagte, es gebe keinen Grund dafür, dies zu tun. China werde kaum mehr als bisher tun, um Nordkorea zu zügeln.

(reuters/gku)

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