Wie viel die Stipendieninitiative kostet, hängt von der Umsetzung ab. Diese lässt die Initiative weitgehend offen. Die Forderungen der Initianten würden mit rund 500 Millionen Franken zu Buche schlagen.

Sie möchten, dass rund 20 Prozent der Studierenden zwischen 10'000 und 12'000 Franken pro Jahr als Stipendium erhalten. Der Bundesrat gibt in der Botschaft ans Parlament zu bedenken, dass die Kosten noch höher ausfallen könnten, falls die Studierendenquote wegen attraktiveren Bedingungen steigt. Hinzu kämen hohe administrative Mehrkosten.

Die Initianten ihrerseits weisen darauf hin, dass schon das Konkordat zu höheren Kosten führt. Ist dieses vollständig umgesetzt, würden die Mehrkosten der Initiative nach ihren Angaben nur noch 120 Millionen Franken betragen. Ohnehin handelt es sich ihrer Meinung nach nicht um Kosten, sondern um eine Investition.

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Durchschnittliche Stipendienhöhe: 7000 Franken

Im Jahr 2013 haben die Kantone insgesamt 334 Millionen Franken für Ausbildungsbeträge vergeben, 183 Millionen davon für Ausbildungen auf der tertiären Stufe. Das durchschnittliche Stipendium betrug 6780 Franken pro Jahr.

Diese Zahl ist allerdings wenig aussagekräftig, wie die Zusammenstellung des Bundesamts für Statistik zeigt. Im Kanton Glarus gab es durchschnittlich mehr als 9000 Franken, aber nur für etwas mehr als 0,3 Prozent der Wohnbevölkerung.

Musterschüler Waadt

In Graubünden hingegen kamen fast 1,3 Prozent der Bevölkerung in Genuss eines Stipendiums, dieses betrug aber durchschnittlich nur rund 5000 Franken. Musterschüler der Statistik ist der Kanton Waadt, der Stipendien von nahezu 10'000 Franken an über 0,8 Prozent der Wohnbevölkerung ausrichtete.

Die grossen Differenzen zeigen sich auch bei den Stipendien-Ausgaben pro Einwohnerin und Einwohner. In Schaffhausen sind es 20 Franken, in der Waadt 78 Franken. Unter dem Durchschnitt von 39 Franken liegen unter anderem in den Universitätskantonen St. Gallen, Zürich, Luzern, Bern und Neuenburg.

(sda/ise/ama)