Im Kampf um höhere Löhne im öffentlichen Dienst in Deutschland hat die Gewerkschaft Verdi am Morgen mit Warnstreiks den Betrieb an den grossen Flughäfen des Landes erheblich gestört. Am Frankfurter Flughafen legte um 5 Uhr morgens ein Teil des Bodenpersonals die Arbeit nieder.

Ein Flughafensprecher schätzte, dass allein dort mehr als 500 Flüge ausfallen werden. Die Streiks sollten bis zum frühen Nachmittag anhalten und dürften Zehntausende Flugreisende betreffen, die sich auch noch danach auf Ausfälle und Verspätungen einstellen müssen.

Die deutschen Flughäfen sind zu grossen Teilen im Besitz der öffentlichen Hand. In Köln/Bonn, einem Flughafen ohne Nachtflugverbot und mit hohem Cargo-Anteil, legten Beschäftigte bereits von Mitternacht an die Arbeit nieder.

Beschäftigte fordern 6,5 Prozent mehr Geld

Allein Deutschlands grösste Fluggesellschaft Lufthansa wollte rund 400 der normalerweise über 1800 Flüge ausfallen lassen. Nach deren Angaben sind im Laufe des Tages auch München, Düsseldorf und Stuttgart von den Streiks betroffen. In der Übersicht der gestrichenen Lufthansa-Flüge finden sich auch Verbindungen nach Zürich, Genf und Basel.

Zudem hat die Gewerkschaft Verdi Angestellte von Bund und Kommunen im Saarland, Rheinland-Pfalz und Hamburg zu Warnstreiks aufgerufen.

Mit den Streiks soll einen Tag vor der dritten Verhandlungsrunde der Druck auf die Arbeitgeber nochmals erhöht werden. Für die rund 2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen fordert die Gewerkschaft Verdi 6,5 Prozent mehr Geld. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Gehalt auf zwei Jahre lehnte Verdi-Chef Frank Bsirske ab.

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(tno/vst/sda)