Die EU-Kommission nimmt mögliche Subventionen für die Fluggesellschaft Skandinavian Airlines (SAS) unter die Lupe. Sie leite eine eingehende Prüfung zu Massnahmen zugunsten von SAS durch Dänemark und Schweden ein, die neben Norwegen zu den Haupteignern gehören, teilte die Kommission in Brüssel mit.

Mehrere andere Massnahmen für SAS im Lauf der letzten Jahre seien in einem Vorverfahren dagegen als korrekt beurteilt worden.

Die Finanzsituation des skandinavischen Unternehmens sei «seit mehreren Jahren schwach», und insbesondere seit 2008 habe sie sich «bedeutend verschlechtert», schrieb die Kommission.

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Vor diesem Hintergrund wurde 2012 ein Reformplan für SAS verabschiedet und in diesem Zug eine bereits bestehende Kreditlinie über umgerechnet rund 400 Millionen Euro erneuert. Der Kredit kam demnach von den beiden EU-Ländern Schweden und Dänemark sowie von Norwegen, einem weiteren Eigner und mehreren Banken.

Die EU-Kommission stösst sich daran, dass die Regierungen einen grösseren Teil, die Banken hingegen einen geringeren Teil leisteten als beim ersten Kredit. Sie hegt den Verdacht, Schweden und Dänemark hätten dieses Mal nicht wie private Geldgeber gehandelt, also am Profit orientiert, sondern mit Steuergeldern SAS helfen und somit subventionieren wollen. «Die Kommission bezweifelt, dass diese neue Kreditfazilität zu Marktbedingungen gewährt wurde», teilte die Behörde mit.

Subventionen sind nach EU-Recht generell verboten, es gibt aber Ausnahmen - zum Beispiel Krisenhilfen. In solchen Fällen verlangt Brüssel jedoch, dass zugleich ein Reformplan das langfristige Überleben des Unternehmens auf eigenen Füssen sichert.

Allerdings kritisierte die Kommission auch den Reformplan für SAS. Es gebe Zweifel an seiner «Verlässlichkeit», hiess es ohne weitere Einzelheiten.

(tke/aho/sda)