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Südafrikas Präsident entlässt Finanzminister

Südafrikas Präsident entlässt Finanzminister
Jacob Zuma: Schasst kompetenten Gegner. Keystone

Der Präsident Südafrikas Jacob Zuma säubert sein Kabinett und entfernt kompetente Politiker wie den Finanzminister. Der hatte sich etwa vehement gegen Korruption gewehrt.

Veröffentlicht am 31.03.2017

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat in einer radikalen Kabinettsumbildung Finanzminister Pravin Gordhan und mehrere weitere Minister entlassen. Insgesamt zehn Kabinettsposten besetzte Zuma neu.

Führende Politiker des regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC) mussten ihre Stühle räumen. Betroffen waren etwa auch die Bereiche Energie, Polizei oder Tourismus. Gordhans Nachfolger ist Innenminister Malusi Gigaba. Hintergrund für Gordhans Entlassung dürfte ein Machtkampf mit Zuma sein.

«Radikale Veränderungen vorantreiben»

Gordhan galt für Investoren als Stabilitätsgarant in dem Schwellenland, das unter einer stagnierenden Konjunktur leidet. Über seine Ablösung gab es seit Tagen Gerüchte, nachdem der Minister eine Werbetour bei Unternehmern in Grossbritannien auf Geheiss Zumas abbrechen musste.

Einige Kritiker gehen davon aus, dass Gordhan unter Druck stand, weil er etwa die Staatsausgaben begrenzen wollte. Auch sein Umgang mit Staatsunternehmen und die Führung der Steuerbehörde hätten zu Konflikten geführt. Gordhan setzte sich für eine Belebung der Wirtschaft ein.

Gordhans Nachfolger Gigaba ist für Experten ein unbeschriebenes Blatt. Der Analyst Peter Attard Montalto von der japanischen Bank Nomura erklärte, er werte die Entlassung als offenen Angriff auf das Finanzministerium. So sollten Konservative, die gegen die Korruption vorgingen, mit Vertrauten des Präsidenten ersetzt werden.

Korruptions-Bekämpfer muss gehen

In einer Erklärung begründete Zuma den Schritt damit, dass er eine «radikale sozio-ökonomische Veränderung» vorantreiben und das Versprechen einlösen wolle, den Armen und Arbeitern ein «besseres Leben» zu ermöglichen. Die südafrikanische Landeswährung Rand geriet nach der Umbildung unter Druck.

Gordhan wurde in seinem Konflikt mit Zuma von mehreren weiteren Kabinettsmitgliedern unterstützt. Auch internationale Investoren hatte er auf seiner Seite. Der 67-jährige Politiker ist zudem im Volk und bei den Veteranen der Anti-Apartheidsbewegung im Land beliebt. Er setzte sich zuletzt vehement für mehr Haushaltsdisziplin und gegen Korruption ein. Zumas Anhänger warfen ihm vor, Zumas radikale gesellschaftliche Reformpläne zu unterlaufen.

(sda/chb)

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