Die SVP-Basis hat zu rund drei Vierteln für die Abzocker-Initiative und damit gegen die Empfehlung der eigenen Partei gestimmt. Einzig die Anhänger der beiden Parteien FDP und BDP sprachen sich mehrheitlich gegen die Vorlage aus.

Unter jenen Stimmbürgern, die sich der FDP verbunden fühlen, betrug der Nein-Stimmenanteil 61 Prozent. In der BDP-Basis wurde die Vorlage mit 62 Prozent abgelehnt. Dies geht aus der Vox-Analyse des Forschungsinstituts GFS Bern und des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Bern hervor.

Am deutlichsten fiel die Zustimmung mit 98 Prozent im grünen Lager aus. Die SP-Basis legte zu 86 Prozent ein Ja in die Urne. Beide Parteien hatten die Ja-Parole gefasst. Auch die Anhänger der CVP sprachen sich mit 53 Prozent knapp für die Initiative aus.

7 Prozent Wut und Empörung als Motiv

Nur die wenigsten Stimmberechtigten, die am 3. März ein Ja in die Urne legten, wollten damit die Aktionärsrechte stärken. Lediglich 3 Prozent der Ja-Stimmenden nannten die Stärkung der Aktionärsrechte spontan als Grund für den Entscheid.

45 Prozent derjenigen, die der zustimmten, taten dies wegen der aus ihrer Sicht überrissenen Löhne für Manager. Dabei ist offen, inwiefern sich das Ja zur Initiative auf die Managergehälter auswirkt. Gemäss Initiativtext werden künftig die Aktionäre börsenkotierter Unternehmen über die Gesamtsumme der Vergütungen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung abstimmen.

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Für 9 Prozent der Personen, die für die Initiative stimmten, stand denn auch auch die Signalwirkung im Vordergrund. Sie gaben in der Nachwahlbefragung offen an, sie hätten ein Zeichen setzen wollen. 7 Prozent der Ja-Stimmenden gaben Wut und Empörung als Motiv für ihr Abstimmungsverhalten an.

(tke/tno/sda)