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Islam
SVP bekämpft Imam-Kurse in Freiburg

Die Unterschriftensammler: Die Bevölkerung stimmt frühestens nächstes Jahr ab. Keystone

Die SVP hat im Kanton Freiburg eine kantonale Volksinititative gegen ein Islamzentrum lanciert. Am Institut an der Universität sollen auch Imame Kurse besuchen. Nun entscheidet das Stimmvolk.

Veröffentlicht am 24.07.2015

Die SVP des Kantons Freiburg hat am Donnerstag eine Verfassungsinitiative gegen das Zentrum für Islam und Gesellschaft an der Universität Freiburg eingereicht. Mit der Initiative will die Partei die von ihr befürchtete Ausbildung von Imamen verhindern.

Die Initiative sei mit 9133 Unterschriften eingereicht worden, teilte die Freiburger Staatskanzlei am Donnerstag mit. Die Sammelfrist lief am (heutigen) Donnerstag ab. Im Kanton Freiburg sind 6000 gültige Unterschriften nötig, damit eine Volksinitiative zustande kommt.

Staatskanzlei prüft Unterschriften

Die Freiburger Staatskanzlei prüft nun die eingereichten Unterschriften. Innerhalb von 90 Tagen gibt sie bekannt, ob das Initiativbegehren zustande gekommen oder gescheitert ist. Dann übermittelt der Staatsrat die Initiative dem Kantonsparlament zur Behandlung in einer Session Anfang 2016.

Erklärt der Grosse Rat die Initiative für gültig, wird die Vorlage dem Volk binnen Jahresfrist unterbreitet. Da die Initiative in Form einer allgemeinen Anregung vorliegt, kann der Grosse Rat keinen Gegenvorschlag erarbeiten.

Zentrum ist bereits aktiv

Die Initiative verlangt, «dass eine einzufügende Rechtsgrundlage untersagt, das geplante Zentrum Islam und Gesellschaft und somit jegliche staatliche Imam-Ausbildung einzuführen».

Das Freiburger Islamzentrum ist jedoch kein Projekt mehr, sondern besteht bereits. Anfang Jahr nahm das zur Theologischen Fakultät der Universität Freiburg gehörende Institut seine Arbeit auf. Es wurden im Sommersemester erste Kurse angeboten.

Stiftung spricht Geld

Ab September wird Serdar Kurnaz neuer Co-Leiter des Zentrums an der Seite des Deutschen Hansjörg Schmid. Kürzlich wurde zudem bekannt, dass die Stiftung Mercator das Zentrum in den kommenden sechs Jahren mit 1,4 Millionen Franken unterstützt. Konkret gefördert wird das Doktoratsprogramm des Zentrums.

Das Islamzentrum will sich dem christlich-muslimischen Dialog widmen. Es bietet Weiterbildungen an für Personen, die aus beruflichen Gründen mit Muslimen im Kontakt stehen.

(sda/mbü)

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