Der «Club» zum Thema Flüchtlinge des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) war nicht einseitig. Zu diesem Schluss kommt der SRG-Ombudsmann Achille Casanova. Er lässt damit die Zürcher SVP-Nationalräte Natalie Rickli und Gregor Rutz abblitzen.

Rickli und Rutz vermissten in der Gesprächsrunde zum Thema «Flüchtlinge» vom 4. August eine kritische Stimme. Es habe niemand mitdiskutieren können, der die Asylpolitik des Bundes kritisch beurteile. Zudem sei die Position bürgerlicher Politiker immer wieder als negativ und verwerflich qualifiziert worden.

Die Zuschauer hätten den Eindruck erhalten, dass bürgerliche Politiker unter dem Titel «Asylpolitik» lediglich Wahlkampf betreiben würden, während linke Kräfte lösungsorientiert arbeiteten.

Mit ihrer Kritik gelangten sie an den SRG Ombudsmann Achille Casanova. Dieser teilt die Ansicht von Rickli und Rutz jedoch nicht, wie aus der veröffentlichten Stellungnahme hervorgeht.

Ombudsmann: Keine Wahlsendung

Die Auswahl der Gäste und der gewählte Blickwinkel seien zulässige redaktionelle Entscheide, die innerhalb der journalistischen Freiheit liegen würden. Das Publikum habe sich in dieser Sendung durchaus eine eigene Meinung bilden können.

Das Vielfaltsgebot beziehe sich zudem nicht auf einzelne Sendungen, sondern auf das gesamte Programm. Bei Wahlsendungen würden strengere Massstäbe angewendet, da müssten auch in einzelnen Sendungen und Beiträgen beide Seiten gezeigt werden.

Da der beanstandete «Club» jedoch zweieinhalb Monate vor den Parlamentswahlen ausgestrahlt worden sei, könne die Sendung nicht als Wahlsendung betrachtet werden.

(sda/chb)