Im Kanton Graubünden hat die BDP bei den Regierungsratswahlen beide Sitze verteidigt. Neues Mitglied der fünfköpfigen Exekutive wird Kantonalparteipräsident Jon Domenic Parolini. Die SVP verpasste mit Nationalrat Heinz Brand zum zweiten Mal in Folge den Einzug in die Regierung.

Nationalrat Brand, der Migrationsfachmann der Volkspartei, legte zwar im Vergleich zum Ergebnis vor vier Jahren kräftig zu, am Schluss reichte es doch nicht zum Erfolg. Der ehemalige Chef der Bündner Fremdenpolizei erzielte 20'619 Stimmen. Er übersprang zwar das absolute Mehr, fiel jedoch als überzählig aus der Wahl, an der sich 43 Prozent der Stimmberechtigten beteiligten.

Die SVP wollte durchstarten und mit dem 58-jährigen Brand zurück in die Exekutive, in der die Partei seit Juni 2008 nicht mehr vertreten ist. Damals hatten beide SVP-Regierungsmitglieder zur BDP gewechselt. Dass es Brand nicht schaffte, ist die Überraschung dieser Erneuerungswahlen.

BDP hält sich

Erfolgreich verliefen die Wahlen für die BDP, die als einzige Partei zwei Sitze hält. Grossrat und Parteipräsident Jon Domenic Parolini legte im Verlauf des Wahlkampfes immer mehr zu, so dass es ihm am Schluss locker zum Sitz reichte. Der 54-Jährige überflügelte mit seinen 25'309 Stimmen sogar noch den bisherigen SP-Regierungsrat Martin Jäger, der als Letzter der Gewählten auf 22'575 Stimmen kam.

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Die Wahl von Parolini hat für seine Wohnort-Gemeinde Scuol Folgen. Der Unterengadiner Zentrumsort muss sich einen neuen Gemeindepräsidenten suchen.

Das Spitzenergebnis erreichte Finanzdirektorin Barbara Janom Steiner von der BDP mit 32'666 Stimmen. Es folgten Baudirektor Mario Cavigelli (CVP) mit 32'057 Stimmen und Justizdirektor Christian Rathgeb mit 27'009 Stimmen. Die Bündner Exekutive setzt sich somit auch in den nächsten vier Jahren aus zwei Vertretern der BDP und je einem von CVP, FDP und SP zusammen.

(sda/vst)