Nach der  heutigen Abstimmung, in der die Managed-Care-Vorlage voraussichtlich scheitern wird, bricht die SVP mit einem Tabu: Parteipräsident Toni Brunner verlangt die «Aufhebung des Krankenkassen-Obligatoriums».

Kostendämpfende Reformen seien im heutigen System nicht mehr möglich, deshalb brauche es eine Systemänderung. Brunner: «Die  Aufhebung des Obligatoriums ist notwendig, um die  Sparanreize zu erhöhen. Zu viele Akteure haben kein Interesse mehr am haushälterischen Umgang mit den Mitteln», begründet er den radikalen Schritt gegenüber der «SonntagsZeitung».

SVP will Systemänderung

Angesichts der Gefahr, dass manche die Gesundheitskosten unterschätzen, will die SVP aber doch eine minimale privatisierte Absicherung. Der SVP schwebt  eine Art – möglicherweise steuerbegünstigtes – Vorsorgesparen für Krankheitskosten vor. «Jene, die sich keiner Grundversicherung anschliessen, könnten angehalten werden, Reserven für medizinische Belange bereitzustellen.»

Gelingt die totale Systemänderung nicht, will die SVP zusammen mit der FDP immerhin eine weitgehende Liberalisierung des Gesundheitswesens. Beide Parteien  verlangen die Aufhebung des Vertragszwanges. Wenn Versicherungen nicht mehr alle Ärzte unter Vertrag nehmen müssten, entstehe mehr Markt und damit günstigere medizinische Leistungen.

(muv)