Mitt Romney hat ein Schweizer Problem. Der aussichtsreichste Herausforderer von US-Präsident Obama veröffentlichte seine Steuerdaten aus 2010 und 2011. Damit wollte er den Spekulationen seiner politischen Gegner der eigenen Partei ein Ende setzen. Die bezweifelten zuweilen, ob er auch sein Millioneneinkommen richtig versteuere.

Doch statt für Ruhe sorgen die Steuerakten für einigen Wirbel. Denn die Dokumente zeigen, dass Mitt Romney mit der UBS und Credit Suisse geschäftete sowie in Steuerparadiesen wie den Cayman Islands oder Bermudas investierte.

Die Hunderte von Seiten seiner Steuererklärung zeigen weiter: Romney war ein Fan der Schweiz und Deutschlands. So geschäftete er etwa mit der «Deutsche Beteiligungs AG» in Frankfurt am Main. 

Neben den Verweisen auf die zwei grössten Schweizer Banken entnimmt der interessierte amerikanische Stimmbürger, dass Romney auch ein Postfach an der Froburgstrasse 15 in Olten kennt. Dort residierte mit der «Swiss Prime Site AG» ebenfalls ein Romney-Investmentvehikel. Zum Portfolio von «Swiss Prime Site» gehört unter anderem das Warenhaus Jelmoli an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Auch seine Aktiendeals waren weitverzweigt. Von Logitech über Nike, Coca Cola, Nestlé, Novartis oder Roche bis zu chinesischen Versicherern war alles dabei.

Die Geschäfte von Mitt Romney in Steueroasen und mit Hilfe verschachtelter Finanzkonstrukte hinterlassen bei etlichen US-Amerikanern einen schlechten Eindruck, zumal Swissness im Finanzbereich bei den US-Bürgern nicht mehr über alle Zweifel erhaben ist. Einen neuen Übernamen hat Romney auf jeden Fall bereits: «Swiss Mitt» - nicht eben schmeichelhaft gemeint.