Wegen Schneesturm «Nemo» hat die Swiss auch am Samstag mehrere Flüge von der Schweiz an die Ostküste der USA annulliert oder bis auf Weiteres verschoben. Gestrichen wurde ein Flug von Zürich nach New York und eine weiterer von Zürich nach Boston.

Weitere Verbindungen von Zürich und von Genf an die Ostküste mussten bis auf Weiteres verschoben werden, wie eine Swiss-Sprecherin am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Die Fluggesellschaft hofft, dass die Abend-Verbindungen wieder pünktlich starten können.

Am Freitag wurden insgesamt 12 Swiss-Flüge gestrichen. Die 2000 Passagiere, die deswegen in der Schweiz strandeten, mussten die Nacht im Hotel verbringen. Sie dürften eine zweite Nacht dort schlafen müssen, da umbuchen auf einen anderen Flug kaum möglich ist. Die Übernachtungskosten trägt die Swiss.

Situation spitzt sich zu

In mehr als einer halben Million Haushalten fiel gemäss Medienberichten in der Nacht zum Samstag der Strom aus, tausende Flüge und Zugverbindungen wurden gestrichen. Autobahnen und Innenstädte wirkten wie verwaist.

Der Schnee häufte sich in einigen Regionen bereits bis auf 30 Zentimeter an. In der Metropole Boston könnte nach Angaben des US-Wetterdienstes bis zu einem ganzen Meter Schnee fallen - so viel wie selten zuvor.

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Für fünf Nordost-Staaten wurde der Ausnahmezustand ausgerufen: Massachusetts, New York, Connecticut, Maine und Rhode Island. 5000 Nationalgardisten wurden alarmiert, einige Küstenstädte sollten evakuiert werden.

Autofahren verboten

In Boston durften auf Anordnung des Bürgermeisters seit Freitagnachmittag keine Fahrzeuge mehr auf den Strassen sein und auch das öffentliche Nahverkehrssystem stand grösstenteils still. «Wir sind kräftige Neu-Engländer und sind solche Stürme gewohnt, aber ich möchte die Menschen daran erinnern, ihren Verstand zu benutzen und von den Strassen fernzubleiben», hatte Bürgermeister Thomas Menino gefordert.

Und die grosse Mehrheit der Fahrer hielt sich daran: Auf den Strassen waren während der Hauptverkehrszeit am frühen Freitagabend nur vereinzelt Fahrzeuge zu sehen. Den Fahrern droht bis zu 500 Dollar Strafe. Viele Schulen blieben geschlossen. An Tankstellen und Supermärkten bildeten sich lange Schlangen.

Der Blizzard zog auch über Gegenden hinweg, die bereits vor rund drei Monaten stark vom Wirbelsturm «Sandy» getroffen worden waren. Damals hatte es allein in den USA mehr als 100 Tote gegeben, Hunderttausende Menschen waren wochenlang ohne Strom.

Der Schneesturm könnte in diesen Regionen auch zu neuen Überflutungen führen - den Vorhersagen zufolge sollten die Schäden aber geringer bleiben als bei «Sandy».

Flüge abgesagt

Bereits im Vorfeld waren in der Region mehr als 5000 Flüge und alle Zugverbindungen gestrichen worden. Mehr als 60 Flughäfen seien betroffen, meldete die Webseite «Flight Aware». Auch Flüge aus der Schweiz an die Ostküste wurden annulliert.

Auch in der Millionenmetropole New York schneite es heftig. Räumfahrzeuge waren im Dauereinsatz.

An einigen Orten der Ostküste fiel die gefühlte Temperatur wegen des Windes auf bis zu 32 Grad unter Null. Am frühen Samstagmorgen werde der Sturm jedoch abflauen, kündigten die Meteorologen an. Der TV-Sender Weather Channel taufte das Unwetter «Nemo». Der Name gehe nicht auf den gleichnamigen Fisch im Disney-Film, sondern auf Jules Vernes Kapitän Nemo zurück.

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(tke/sda)