Die syrische Luftwaffe hat mit kürzlich von Russland zur Verfügung gestellten Kampfflugzeugen Angriffe auf Stellungen der IS-Terrormiliz in Aleppo geflogen. Moskau nannte einen Medienbericht aus den USA, wonach Präsident Wladimir Putin Luftschläge gegen den IS vorbereitet, «Spekulation».

Die Luftschläge der syrischen Luftwaffe hätten in der vergangenen Woche begonnen, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Zusätzlich habe die Armee in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes Kweiris im Osten der Provinz Aleppo Rebellen mit Bodentruppen angegriffen.

Russland gilt als einer der letzten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Zum stärksten Gegner Assads hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entwickelt.

Auf eigene Faust möglich

Russland unterstützt Assad bereits mit Waffenlieferungen und schliesst auch eine Beteiligung mit Bodentruppen nicht aus. Präsident Wladimir Putin bereitet einem Medienbericht zufolge Luftschläge gegen die sunnitischen Fanatiker vom so genannten Islamischen Staat (IS) in Syrien vor.

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Putin würde demnach auf eigene Faust losschlagen, sollten die USA seine Bemühungen um ein gemeinsames Vorgehen zurückweisen. Putin bevorzuge eine militärische Abstimmung mit den USA, dem Iran und der syrischen Armee, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Parallel dazu solle der Weg geebnet werden für einen politischen Wandel in Syrien, der auf eine Zukunft ohne den von Russland gestützten Präsidenten Baschar al-Assad abziele. Dies ist eine zentrale Forderung der US-Regierung.

Nato wünscht konstruktive Rolle»

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg forderte Russland zur Zusammenarbeit mit den USA in Syrien auf. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP sagte Stoltenberg in Brüssel, Russland solle «eine konstruktive Rolle» spielen und mit der US-geführten Koalition im Kampf gegen den IS kooperieren.

Er zeigte sich beunruhigt angesichts der «substanziellen militärischen Verstärkung» der russischen Präsenz in Syrien. Keinesfalls dürfe die militärische Präsenz genutzt werden, um den syrischen Machthaber Assad zu stärken.

Merkel will Dialog

Den von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Spiel gebrachten Dialog mit Baschar al-Assad begrüsste Russland. Diese Haltung entspreche der Position Moskaus, sagte ein Sprecher des Kreml am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Es sei «unrealistisch», den «legitimen Präsidenten» Syriens aus der Suche nach einer Lösung des Konfliktes auszuschliessen.

Auch die Türkei schliesst mittlerweile eine Übergangslösung für Syrien unter Einschluss Assads nicht mehr kategorisch aus. Er könne sich einen Übergangsprozess mit oder ohne Assad vorstellen, sagt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Istanbul. Erdogan schränkte jedoch ein, niemand sehe eine Zukunft Syriens mit Assad.

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Jüngste US-Medienberichte über angeblich bevorstehende Luftangriffe Russlands auf die IS-Terrormiliz nannte der Kreml-Sprecher eine «reine Spekulation». Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, dass Kriegsschiffe in den Osten des Mittelmeers für Manöver entsandt würden. Stattfinden sollten diese im September und im Oktober. «Mehr als 40 Kampfübungen sind geplant», gab das Ministerium bekannt. Die Rede war von «Routine-Manövern».

(sda/gku)