Ungeachtet des seit mehr als drei Jahren anhaltenden Bürgerkriegs wird am Dienstag in Syrien ein neuer Präsident gewählt. Eine dritte siebenjährige Amtszeit für Staatschef Baschar al-Assad gilt als sicher.

An die Macht hat sich Präsident Assad einst nicht gedrängt. Doch nach 14 Jahren an der Staatsspitze Syriens ist er trotz des andauernden Bürgerkriegs und internationalen Drucks nicht bereit, das Amt wieder aufzugeben. Während im Arabischen Frühling 2011 die Langzeitmachthaber in Tunesien, Ägypten, Libyen und Jemen gestürzt wurden, blieb Assad an der Macht.

Wahl nur in Teilen Syriens

15,8 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, zwischen 6 und 18 Uhr MESZ ihre Stimme abzugeben. Gewählt wird jedoch nur in Gebieten, die von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Das sind etwa zwei Fünftel des Staatsgebiets.

Angesichts der schätzungsweise 160'000 Kriegstoten und Millionen von Flüchtlingen hat die Opposition die Wahl als Farce bezeichnet und ruft zum Boykott auf. Die Europäische Union spricht von «einer Parodie von Demokratie». Berichten zufolge sind auch in den Flüchtlingslagern im Libanon Assad-Funktionäre unterwegs, um die Menschen dort zur Stimmabgabe für den Amtsinhaber zu bewegen.

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Assad hat in den vergangenen Monaten auf dem Schlachtfeld wichtige Siege gegen die Rebellen verzeichnet. Zahlreiche ihrer Gebiete sind nun wieder unter Kontrolle der Regierungstruppen. Experten weisen darauf hin, dass die Aufständischen wegen ihrer Kämpfe untereinander geschwächt sind.

(sda/me/sim)