Vor der geplanten Untersuchung des mutmasslichen Chemiewaffeneinsatzes in Syrien durch UNO-Experten hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon noch einmal die Dringlichkeit der Inspektion unterstrichen. «Jede Stunde zählt, wir können uns keine weiteren Verzögerungen mehr leisten», sagte Ban.

Zudem forderte er bei einem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erneut «uneingeschränkten Zugang» für die UNO-Experten. «Die Welt schaut auf Syrien», sagte Ban.

Cameron und Merkel sind sich einig

Obwohl noch keine konkreten Beweise vorliegen, geht nach Angaben des britischen Premierministers David Cameron mittlerweile auch die deutsche Regierung davon aus, dass die syrische Regierung hinter dem mutmasslichen Chemiewaffenangriff nahe Damaskus steckt.

Cameron habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel per Telefon über eine Reaktion der Staatengemeinschaft auf den Angriff beraten, erklärte ein Sprecher des Premiers am Sonntag. «Sie waren sich einig, dass es sich um einen sehr schwerwiegenden Vorfall handelt und dass es wenig Zweifel daran gibt, dass er von dem Regime ausgeführt wurde», hiess es.

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Beide stimmten weiter überein, dass «ein derartiger Angriff eine entschlossene Antwort der internationalen Gemeinschaft erfordert». Der britische Aussenminister William Hague hatte zuvor erklärt, alle Informationen deuteten darauf hin, dass die Truppen von Präsident Baschar al-Assad Chemiewaffen eingesetzt hätten.

Bis zu 1300 Tote

Am Mittwoch soll in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Nervengas freigesetzt worden sein. Die Rebellen sprechen von bis zu 1300 Toten. Die syrische Regierung hat jede Verantwortung zurückgewiesen.

US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg als «rote Linie» bezeichnet, eine konkrete Reaktion jedoch offengelassen. Die US-Streitkräfte in der Region wurden in den vergangenen Tagen verstärkt.

(sda/vst/chb)