Die USA haben sich besorgt über möglicherweise im Bürgerkriegsland Syrien verbliebene Chemiewaffen geäussert. Es wird gar befürchtet, dass Chemiewaffen der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in die Hände fallen könnten.

Es gebe bei der Deklaration der Bestände weiterhin «Unstimmigkeiten», sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, am Donnerstag in New York. Ausserdem bestehe «die Möglichkeit, dass es bei der Deklaration regelrechte Auslassungen gab».

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Syriens Staatschef Baschar al-Assad hatte im Oktober 2013 der Vernichtung sämtlicher chemischer Kampfstoffe unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen zugestimmt. In den vergangenen Monaten wurden die ausgelieferten Bestände auf hoher See im Mittelmeer unschädlich gemacht.

Offenbar hoher IS-Helfer getroffen

In den Kämpfen im Irak ist nach irakischen Angaben ein ranghoher Helfer von IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi getötet worden. Bei einem der Luftangriffe sei Abu Hadschr al-Suri getötet worden, der als rechte Hand al-Bagdadis galt, sagte ein irakischer General am Donnerstag. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht.

Er sei in der Stadt Mossul rund 400 Kilometer nördlich von Bagdad getroffen worden. Insgesamt seien bei dem Angriff 50 IS-Kämpfer gestorben.

Kämpfe gehen weiter

Die Terrormiliz stürmte unterdessen im Norden des Iraks ein Dorf und verschleppte mindestens 50 Männer. Die Entführten aus Tel Ali westlich der Stadt Kirkuk seien an einen unbekannten Ort gebracht worden, meldeten irakische Medien. Nach Angaben der Nachrichtenseite Al-Mada war die Entführung ein Racheakt, nachdem Bewohner des Dorfes eine Fahne des Islamischen Staates verbrannt hatten.

Die humanitäre Lage in der befreiten Stadt Amerli rund 180 Kilometer nördlich von Bagdad ist weiter kritisch. Die Menschen dort bräuchten dringend weitere Hilfe, erklärte das UNO-Kinderhilfswerk Unicef. Amerli war mehr als zwei Monate von IS-Kämpfern eingeschlossen. Am vergangenen Wochenende gelang es der Armee und kurdischen Einheiten, die Blockade zu durchbrechen.

Die USA setzten ihren Luftkampf gegen die Terrormiliz fort. Bisher seien 127 Luftangriffe geflogen worden, teilte das US-Zentralkommando in Tampa (Florida) am Donnerstag mit.

Deutschland schickt Militärgüter

Aus Deutschland ist in der Nacht auf Freitag ein erstes Frachtflugzeug mit Militärgütern für die irakischen Kurden gestartet. An Bord waren nach Angaben der Bundeswehr rund 9500 nicht tödliche Ausrüstungsgegenstände.

Die russische Frachtmaschine vom Typ Antonow soll am Freitagmorgen in Bagdad landen, wo die Ware inspiziert werden soll, und nach etwa drei Stunden Aufenthalt nach Erbil weiterfliegen. Dort sitzt die kurdische Autonomieregierung. Zu den Ausrüstungsgegenständen gehören unter anderem Schutzwesten und Helme sowie Geräte zur Minensuche und zur Munitionsbeseitigung.

Aufgrund der politischen Befindlichkeiten in Bagdad, wo die Parteien der Schiiten, Kurden und Sunniten aktuell über die Bildung einer neuen Regierung unter dem designierten Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi verhandeln, muss die Maschine in der irakischen Hauptstadt zwischenlanden. In Bagdad ist eine Inspektion der Fracht geplant.

(sda/ise)