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Taiwan hat aus Versehen eine Rakete gegen China gezündet

Taiwanesisches Militär: Fehler bei einer Übung. Keystone

Das taiwanesische Militär hat ungewollt eine Rakete in Richtung China abgefeuert. Zum Glück landete das Geschoss im Meer: Seit Mai ist die Beziehung der beiden Staaten schon angespannter als sonst.

Veröffentlicht am 01.07.2016

Das taiwanesische Militär hat versehentlich eine Anti-Schiffsrakete in Richtung China abgefeuert. Die überschallschnelle Rakete landete nach zwei Minuten im Meer nahe der Pescadores-Inseln (Penghu), wie die Marine mitteilte.

Der Abschuss erfolgte am Freitag durch ein Patrouillenschiff vom Marinestützpunkt Zuoying in der Hafenstadt Kaohsiung in Südtaiwan, während in China der 95. Gründungstag der Kommunistischen Partei gefeiert wurde.

Angespannte Beziehung

Es sei ein Fehler bei einer Übung gewesen, sagte Taiwans Vizeadmiral Mei Chia-shu. Die Besatzung habe Einsatzvorschriften nicht befolgt. Die Rakete vom Typ Hsiung Feng III habe aber nicht die Mittellinie des Meeresweges der Taiwanstrasse zwischen China und der Insel überquert, die beide Seiten respektieren. Die Rakete hat nach Angaben der Nachrichtenagentur CNA eine Reichweite von 300 Kilometern. Der kürzeste Abstand zwischen beiden Küsten beträgt 130 Kilometer.

Seit dem Amtsantritt der neuen taiwanesischen Präsidentin Tsai Ing-wen im Mai sind die Beziehungen angespannt, weil die Politikerin auf Distanz zu China geht. Die chinesischen Kommunisten betrachteten die demokratische Inselrepublik nur als abtrünnige Provinz und drohen mit einer gewaltsamen Wiedervereinigung.

(sda/jfr/ama)

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