Der Führer der pakistanischen Taliban ist tot. Nach Angaben des pakistanischen Militärs starb Hakimullah Mehsud bei einem US-Drohnenangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan.

Auch die Taliban gaben am Freitagabend Mehsuds Tod bekannt. Eine Bestätigung aus Washington gab es zunächst nicht. Ein US-Regierungssprecher verweigerte jeden Kommentar über operative Einsätze der US-Armee. Die USA hatten ein Kopfgeld von bis zu fünf Millionen Dollar auf den Taliban-Führer ausgesetzt.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Mehsud wurde den Berichten zufolge mit drei weiteren Taliban in einem Versteck im Nordwesten des Landes aufgespürt. Eine Drohne feuerte demnach vier Raketen auf den Unterschlupf der Extremisten.

Dabei seien mindestens zwei weitere führende Mitglieder der Tehrik-e-Taliban Pakistan ums Leben gekommen. Ein pakistanischer Geheimdienstmitarbeiter sagte, insgesamt seien bei dem Angriff mindestens 25 Menschen gestorben.

Mehsuds Stellvertreter Wali ur Rehman war bereits Ende Mai bei einem Drohnenangriff im Grenzgebiet zu Afghanistan ums Leben gekommen. Auch sein Vorgänger Baitullah Mehsud war 2009 bei einem ähnlichen Angriff getötet worden.

Mehsud hatte wichtige Stellung inne

Der heute rund 30 Jahre alte Hakimullah Mehsud galt als kampferprobter und skrupelloser Gotteskrieger. Unter seiner Führung soll die Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) unter anderem Angriffe gegen Nachschubkonvois für die US- und Nato-Soldaten in Afghanistan verübt haben.

Im August 2007 soll er die Entführung von knapp 300 Regierungssoldaten in Süd-Waziristan angeführt haben. Auch für Anschläge auf zivile Ziele wurde er verantwortlich gemacht.

In den vergangenen Tagen hatten sich Anzeichen für Friedensverhandlungen mit den pakistanischen Taliban gemehrt. Premierminister Nawaz Sharif hatte am Mittwoch in London Medienberichten zufolge gesagt, die Gespräche hätten bereits begonnen.

Frühere Versuche, die Gewalt in Pakistan durch Verhandlungen zu beenden, sind stets erfolglos geblieben. Die pakistanische Regierung macht Extremisten-Gruppen wie die TTP für den Tod von 40'000 Menschen verantwortlich.

USA führen mit Drohnen Krieg

Die USA flogen seit 2004 fast 400 Angriffe mit ferngesteuerten unbemannten Fluggeräten in Pakistan. Nach Angaben einer britischen Vereinigung für investigativen Journalismus kamen dabei bis zu 3600 Menschen um, darunter - basierend auf lokalen Medienberichten - zwischen 416 und 948 Zivilisten.

Die pakistanische Regierung lehnt die Angriffe offiziell ab, auch wegen der vielen zivilen Opfer. US-Präsident Barack Obama hatte im Frühjahr nach heftiger Kritik zugesagt, die Einsätze einzuschränken.

Viele der Angriffe konzentrieren sich auf Nord-Waziristan. Die de facto gesetzlose Stammesregion ist seit langem eine Extremisten-Hochburg, wo sich neben den pakistanischen auch afghanische Taliban sowie Al-Kaida-Mitglieder aufhalten.

(chb/sda)