Aus Protest gegen höhere Strompreise sind am Sonntag in mehreren Städten Bulgariens Tausende Menschen auf die Strasse gegangen. Die Demonstranten verbrannten ihre Stromrechnungen und verlangten die Rückverstaatlichung der grossen Energiebetriebe.

Die Strompreise im ärmsten Land der EU waren im Juli um 13 Prozent erhöht worden. Erst jetzt bei der Abrechnung für den Verbrauch in den ersten Wintermonaten schlug die Anhebung voll durch. In Bulgarien wird viel mit Strom geheizt.

Nach den Beschwerden der Konsumenten kündigten der Energieminister Deljan Dobrew und die drei grössten Stromkonzerne des Landes eine Prüfung der Rechnungen an.

In dem Land mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 350 Euro bergen die Energiepreise politischen Sprengstoff. Im Juli stehen Parlamentswahlen an. Die Mitte-Rechts-Regierung von Ministerpräsident Boiko Borisow steht bereits wegen Sparbeschlüssen, einer hohen Arbeitslosigkeit und der schwachen Einkommensentwicklung unter Druck.

Anzeige

(chb/sda)