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Militäreinsatz
Tausende protestieren im Jemen gegen Saudi-Bomben

Demonstranten: Die Luftangriffe Saudi-Arabiens führten zu vielen zivilen Opfern.   Keystone

In der Hauptstadt des Jemen haben tausende Menschen gegen den vor einem Jahr unter saudiarabischer Führung gestarteten Militäreinsatz gegen die Huthi-Rebellen protestiert.

Veröffentlicht am 27.03.2016

In der von Aufständischen kontrollierten Hauptstadt des Jemen haben tausende Menschen gegen den vor einem Jahr unter saudiarabischer Führung gestarteten Militäreinsatz gegen die Huthi-Rebellen protestiert. «Zusammen gegen die tyrannische saudiarabische Aggression», stand auf einem Banner auf dem Sabain-Platz in Sanaa, auf dem sich die Demonstranten am Samstag versammelten.

Flugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition flogen offenbar als Demonstration der Stärke über die Demonstranten hinweg, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Zu der Kundgebung hatte der ehemalige jemenitische Staatschef Ali Abdullah Saleh aufgerufen, der mit den Huthi-Rebellen verbündet ist.

«Hand für den Frieden»

Bei einem kurzen Auftritt vor den Demonstranten erneuerte er einen Aufruf an Saudi-Arabien zu direkten Gesprächen über eine Beendigung des Konflikts. «Von hier aus strecken wir die Hand für den Frieden aus, den Frieden der Mutigen, für direkte Gespräche mit dem saudischen Regime», sagte Saleh.

Den Uno-Sicherheitsrat rief er laut der von den Rebellen kontrollierten Nachrichtenagentur Saba auf, eine Resolution mit einem Waffenembargo gegen Saudi-Arabien zu beschliessen. Saleh hatte schon im Dezember direkte Gespräche mit Riad gefordert, statt den Dialog mit seinem Amtsnachfolger Abd Rabbo Mansur Hadi zu suchen.

Im Norden von Sanaa organisierten laut Saba die Huthi-Rebellen eine Kundgebung gegen Saudi-Arabien. Tausende Teilnehmer riefen demnach Slogans gegen Riad und die USA.

«Morden und Genozid»

Rebellenchef Abdulmalik al-Huthi hatte am Freitag in einer im Fernsehen übertragenen Rede kritisiert, das Eingreifen der Militärkoalition in den Konflikt im Jemen sei als Hilfe für das jemenitische Volk dargestellt worden. Diese Hilfe sei aber «in Form von kriminellen Morden und Genozid» gekommen.

Menschenrechtsorganisationen haben wiederholt kritisiert, dass die von Riad angeführte Militärkoalition bei ihren Angriffen auch Zivilisten tötet. Auch die mit Saudi-Arabien verbündeten USA zeigten sich besorgt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie Al-Kaida nutzen den Konflikt, um in dem Land stärker Fuss zu fassen.

Die Intervention der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition hat nach Angaben von International Crisis Group einen regionalen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran auf einen bereits komplizierten Bürgerkrieg gelegt, was die Aussichten auf einen Frieden erschwert. Saudi-Arabien sieht die Huthis als Teil einer sich ausbreitenden iranischen Bedrohung in der Region.

Die Huthi-Miliz hatte Anfang vergangenen Jahres die Hauptstadt Sanaa und andere Städte erobert und den Präsidenten Hadi zur Flucht aus dem Land gezwungen.

Luftangriffe seit März 2016

Seit März 2015 fliegt die Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe im Jemen, um die Rebellen zurückzudrängen und Hadi zu ermöglichen, an die Macht zurückzukehren. Nach Uno-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem saudiarabischen Eingreifen etwa 6300 Menschen getötet, darunter 2800 Zivilisten, die meisten von ihnen durch saudische Luftschläge.

Der Uno-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed hatte am Mittwoch in New York mitgeteilt, dass sich die Konfliktparteien auf eine Waffenruhe ab dem 10. April geeinigt hätten. Am 18. April sollen dann in Kuwait die Friedensgespräche zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthi-Rebellen wieder aufgenommen werden.

(sda/chb)

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