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Tea-Party-Liebling Cruz will die USA retten

Ted Cruz: «Ich hoffe auf Ihre Unterstützung.» Bloomberg

Als erster US-Politiker hat Ted Cruz seine Kandidatur für die Präsidentenwahl 2016 erklärt. Der erzkonservative Republikaner ist mit seiner harten Linie kein unbeschriebenes Blatt.

Veröffentlicht am 23.03.2015

Der erzkonservative Republikaner Ted Cruz hat als erster hoher US-Politiker seine Kandidatur für die Präsidentenwahl 2016 erklärt. In einer Twitter-Botschaft und einem Video sprach der 44-jährige Senator aus Texas vom Ziel, Amerika zu alter Grösse zu führen.

Cruz wäre der erste Hispanic - die grösste Minderheit in den USA - im Weissen Haus. Allerdings dürfte der Liebling der Tea-Party-Bewegung schon im Vorwahlkampf auf viele starke Mitbewerber treffen.

Cruz wirbt mit mit Kirche und Schulkiner beim Fahneneid

Bei den Demokraten wird weiter mit Spannung erwartet, ob und wann Ex-Aussenministerin Hillary Clinton ihren Hut in den Ring wirft. Ende November hatte der frühere Senator Jim Webb als erster Demokrat seine Präsidentschaftsbewerbung erklärt. Weitere Kandidaturen werden frühestens im April erwartet.

«Ich kandidiere für die Präsidentschaft, und ich hoffe auf Ihre Unterstützung», erklärte Cruz. «Wir brauchen eine neue Generation von mutigen Konservativen, um zu helfen, Amerika wieder gross zu machen.» Er sei bereit, dabei die Führung zu übernehmen.

In dem 30 Sekunden langen Video werden unter anderem eine ländliche Kirche, Schulkinder beim Fahneneid und die Golden-Gate-Brücke in San Francisco gezeigt.

Kompromisslos erzkonservativ

Cruz hat sich während seiner zwei Jahre im US-Senat den Ruf eines kompromisslosen Vertreters erzkonservativer Grundsätze erarbeitet. Der in Kanada geborene Sohn eines Kubaners und einer US-Bürgerin war eine treibende Kraft hinter dem 16-tägigen Stillstand der Regierung 2013 als Versuch seiner Partei, die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama zu blockieren. Zudem fordert er die Abschaffung der Bundessteuerbehörde IRS.

Zwar veröffentlichte Cruz seine Kandidatur-Absichten auch auf spanisch, um die grosse Latino-Gemeinde anzusprechen. Doch ist er ein erbitterter Gegner der Einwanderungsreform von Obama.

Kritik aus eigenen Reihen

Seine harte Linie hat ihm in Washington selbst bei Parteifreunden Kritik eingebracht. Cruz war einer der Tea-Party-Vertreter, die der republikanische Senator John McCain als «bekloppte Vögel» beschimpfte.

Viele von Cruz' Positionen treffen den Nerv der religiösen Rechten in den USA - ob er damit auch eine breite Masse der Wähler hinter sich versammeln kann, gilt allerdings als fraglich.

Harte Linie findet Zustimmung an Basis

Allerdings konnte Cruz damit bei der konservativen Parteibasis punkten. In einer Reuters/Ipsos-Umfrage erklärten jüngst acht Prozent der Republikaner, ihn unterstützen zu wollen. In Führung lag jedoch der Ex-Gouverneur von Florida, Jeb Bush, Bruder des ehemaligen Präsidenten George W. Bush, mit 21 Prozent, vor dem Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, mit 16 Prozent.

Der frühe Start in den Wahlkampf sichert Cruz mehrere Wochen lang die Aufmerksamkeit der Medien zu. Taktisch nimmt er dafür einen Nachteil in Kauf, weil er im Gegensatz zu anderen Hoffnungsträgern jetzt im April seine Wahlkampfspenden offenlegen muss. Wer länger wartet, muss sich erst im Juli in die Kasse schauen lassen.

Warten auf Hillary Clinton

Während zahlreiche republikanische Bewerber bereitstehen, rechnen Experten auf Seite der Demokraten insbesondere mit Hillary Clinton. Die Wahl findet im November 2016 statt. Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten.

(sda/dbe)

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