Auf dem Münchner Oktoberfest gilt in diesem Jahr erstmals ein Verbot für Rucksäcke und grössere Taschen. Die Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen sei nach den jüngsten Gewalttaten beschlossen worden, sagte Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Mittwoch. Zudem würden Ordner an Eingängen zum Festgelände Personenkontrollen und Sichtungen kleiner Taschen vornehmen.

Vergleichbare Regelungen griffen oder greifen standardmässig bereits bei zahlreichen Grossveranstaltungen in Deutschland, etwa dem Wacken Open Air-Festival, der Berliner Fussball-Fanmeile oder den Stadien der Fussball-Bundesliga. Es gebe bislang keine Hinweise auf eine «konkrete Gefährdung», betonte der für die Wiesn zuständige Schmid. Die Massnahme solle «grösstmögliche Sicherheit» gewährleisten, aber den Charakter des Oktoberfests nicht generell verändern.

«Keine Hochsicherheitszone»

«Die Wiesn wird keine Hochsicherheitszone werden», sagte Schmid. Das Verbot betrifft Rucksäcke und Taschen ab einem Volumen von drei Litern. Er bat Besucher, diese gar nicht erst mitzubringen. Ausnahmen gelten unter anderem für die Wiesn-Beschäftigten, deren Rucksäcke gesondert durchsucht werden.

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Das Oktoberfest beginnt am 17. September und dauert bis zum 3. Oktober. Jedes Jahr zieht das bekannteste Volksfest Deutschland rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt an. Die Stadt stockt die Zahl der von ihr gestellten Ordner für das Festgelände ausserdem von bislang 350 auf zu Spitzenzeiten bis zu 450 auf, um reibungslose Eingangskontrollen zu ermöglichen und die Sicherheit zu gewährleisten. Dazu kommen die Ordner der Wiesn-Wirte.

Sicherheitszaun und Gepäckkontrollen

Als weitere Massnahme plant die Stadt einen 350 Meter langen Sicherheitszaun. Dieser soll eine Lücke in der Festivalbegrenzung schliessen. Er soll dafür sorgen, dass alle Besucher die vorgesehenen Eingänge benutzen und die obligatorischen Gepäckkontrollen nicht umgehen.

In Bayern hatte es im Juli binnen kürzester Zeit drei schwere Gewalttaten gegeben. Ein 18-jähriger Schüler tötete bei einem Amoklauf an einem Münchner Einkaufszentrum neun Menschen und sich selbst. Zuvor hatten zwei Flüchtlinge bei mutmasslich islamistisch motivierten Anschlägen in Würzburg und Ansbach mehrere Menschen getötet.

Ohnehin verboten sind auf dem Münchner Oktoberfest potenziell gefährliche Flüssigkeiten oder Gegenstände, die als Hieb- und Stichwaffen dienen könnten. Kinderwagen bleiben nach Angaben der Stadt weiterhin erlaubt, werden aber von Ordnern an den Eingängen untersucht.

(sda/gku/me)