Nach dem Anschlag mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in Kabul ist die Zahl der Toten auf mindestens 15 gestiegen. Das sagte ein Regierungssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in der afghanischen Hauptstadt.

Nach Angaben der Polizei Kabuls wurden weitere 128 Menschen verletzt. In der Nacht war ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen in dem dicht besiedelten Viertel Schah Schahid im Osten Kabuls explodiert.

Frauen und Kinder getötet

Die Detonation sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen, sagte Polizeichef Abdul Rahman Rahimi. Der Sprengsatz sei in einem Lastwagen versteckt gewesen. Mit dem Attentat sollten offensichtlich sehr viele Menschen getötet oder verletzt werden. Viele der Opfer seien Frauen und Kinder.

Anschlagsziel sei eine Geheimdiensteinheit der afghanischen Armee gewesen, die inmitten einer Wohngegend liegt, hiess es weiter. Die Bombe sei um 1.00 Uhr (Ortszeit) detoniert. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag im Westen Kabuls.

Sommer-Offensive der Taliban

Dutzende Häuser seien beschädigt, Geschäfte zerstört, Scheiben seien zu Bruch gegangen. Glassplitter hätten viele Menschen verletzt. Bei mehreren Häusern seien die Dächer eingestürzt, Autos seien beschädigt worden.

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Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die radikalislamischen Taliban hatten zuletzt ihre Angriffe im Zuge ihrer Sommer-Offensive ausgeweitet.

Neuer Anführer

Die Taliban hatten in der vergangenen Woche den Tod ihres langjährigen Anführers Mullah Omar bestätigt und Mullah Achtar Mansur zum neuen Anführer bestimmt. Zwar gilt Mansur als Unterstützer der jüngst aufgenommenen Friedensgespräche mit Kabul, zugleich forderte er seine Anhänger aber auf, den seit 14 Jahren andauernden Aufstand fortzusetzen. Mansur ist überdies in den eigenen Reihen umstritten.

Die Vereinten Nationen hatten erst am Mittwoch in ihrem Halbjahresbericht erklärt, dass in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Afghanistan fast 5000 Zivilisten getötet oder verletzt worden seien. Die UNO machte die Taliban und andere Aufständische für 70 Prozent der zivilen Opfer verantwortlich.

(sda/gku/ama)