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Verwüstung
IS-Terroristen planieren Ruinenstadt Nimrud

Ein IS-Kämpfer im Museum: Das Gesicht der Götzenfigur muss weg. Keystone

Die Kämpfer des Islamischen Staats haben mit der Planierung der Ruinenstätte Nimrud begonnen. Erst letzte Woche waren in Mossul zahlreiche Kulturgüter dem Bildersturm des IS zum Opfer gefallen.

Veröffentlicht am 06.03.2015

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzt ihre Zerstörung einzigartiger altorientalischer Kulturgüter im Nordirak fort. IS-Kämpfer überrannten am Donnerstag die Jahrtausende alte Stadt Nimrud südlich von Mossul, wie Iraks Altertumsministerium mitteilte.

Auf ihrer Facebook-Seite teilte die Behörde mit, dass die Kämpfer damit begonnen hätten, die antiken Stätten von Nimrud «mit schweren Militärfahrzeugen» zu zerstören.

Mehr als 3000 Jahre alt

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Ruinenstätte knapp 40 Kilometer südlich der vom IS besetzten Stadt Mossul. Nimrud wurde um 1270 v. Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab.

Ausgrabungen brachten im 19. und 20. Jahrhundert Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs hervor. Das irakische Altertumsministeriums befürchtet nun, die bedeutenden Ruinen für immer zu verlieren.

Zerstörungen in Mossul

Erst Ende Februar hatten die IS-Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter aus der Provinz Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2600 Jahre alte Figur.

Der etwa fünf Minuten lange Film zeigt, wie Islamisten im Museum in der IS-Hochburg Mossul mit grossen Hämmern auf die Stücke einschlagen oder sie umstürzen, so dass sie zu Bruch gehen. Auch mit einem Presslufthammer gehen die Dschihadisten auf Statuen los.

Dem Propheten nacheifern

Im Video erklärt ein IS-Anhänger, die Statuen hätten Assyrern und anderen Völkern der Vielgötterei gedient. Auch der Prophet Mohammed habe alle Götzenfiguren zerstört, als er nach Mekka gekommen sei. Der IS beruft sich dabei auf eine Interpretation des Islams, die die bildliche Darstellung von Menschen und Gott verbietet.

Der Fall erinnert an die Buddha-Statuen von Bamian, die den Taliban in Afghanistan zum Opfer fielen. Vor 14 Jahren begann das damals in Kabul herrschende radikalislamische Regime damit, die beiden 38 und 55 Meter hohen Statuen aus dem 6. Jahrhundert zerstören zu lassen.

(sda/gku)

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