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Vorstoss
Terrormiliz IS plant offenbar Vorstoss in den Libanon

Weihnachten in Beirut: Der Libanon droht in den Syrien-Krieg hereingezogen zu werden.   Keystone

Die Extremisten des Islamischen Staates (IS) versuchen nach Erkenntnissen der libanesischen Sicherheitsorgane auch im Libanon Fuss zu fassen. So wollen sie den Krieg in Syrien vorantreiben.

Veröffentlicht am 03.01.2015

Die Extremisten des Islamischen Staates (IS) versuchen nach Erkenntnissen der libanesischen Sicherheitsorgane auch im Nachbarland Syriens Fuss zu fassen. Sie wollten die Kontrolle über Dörfer im Grenzgebiet erlangen, um ihre Kampfstellungen in den Kalamun-Bergen in Syrien unterstützen zu können, sagte der Chef des Amtes für Allgemeine Sicherheit Libanons, Generalmajor Abbas Ibrahim. Die libanesischen Streitkräfte seien in höchster Alarmbereitschaft, um zu verhindern, dass die IS-Kämpfer libanesisches Staatsgebiet eroberten.

Das Land befürchtet, es könnte durch Überfälle des IS weiter in den Krieg in Syrien hineingezogen werden. Die Kämpfe sind in den vergangenen Jahren immer wieder von dort aus nach Libanon übergeschwappt. 2014 hatten IS-Kämpfer und syrische Al-Kaida-Extremisten die Grenzstadt Arsal angegriffen und libanesische Soldaten gefangen genommen. Auch in der Küstenstadt Tripoli kam es zu Kämpfen zwischen Soldaten und IS-Extremisten.

Gewaltsam gegen alle «Ungläubige»

Kürzlich habe der IS seine Kämpfer im Gebiet des Kalamun-Gebirges deutlich verstärkt, um Teile des libanesischen Grenzlandes unter seine Kontrolle zu bringen, sagte Ibrahim. 700 neue Kämpfer seien hinzugekommen, so dass jetzt mehr als 1000 in den syrischen Kalamun-Bergen zusammengezogen seien. Der Islamische Staat hat in Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen und setzt dort einen fundamentalistisch- sunnitischen Islam durch.

Die Extremisten gehen gewaltsam gegen alle vor, die aus ihrer Sicht Ungläubige sind. Dazu gehören auch schiitische Muslime. Im vergangenen Jahr griffen IS-Kämpfer auch die schiitische Hisbollah im Süden Libanons an. Die Hisbollah hatte ihrerseits Tausende Kämpfer zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad nach Syrien geschickt.

(reuters/se)

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