Komfortabel, repräsentativ und sicher soll das Dienstfahrzeug der Bundesräte sein. Für unsere Regierung hiess das bisher: Ein Mercedes oder ein Audi muss es sein. Doch bald könnte eine Marke den bundesrätlichen Wagenpark ergänzen, die für viele Schweizer noch fremd klingt: Verkehrs- und Umweltministerin Doris Leuthard (CVP) möchte den Elektro-Sportwagen Tesla S anschaffen.

Bereits letztes Jahr hatte Leuthard das Elektroauto aus den USA ausprobiert und zeigte sich begeistert. Einem Tesla-Kauf steht grundsätzlich nichts im Weg, denn ein Bundesrat darf frei wählen, welches Auto er für repräsentative Zwecke nutzen möchte. Ein Preislimit für die Staatskarosse gibt es nicht.

Umständliche Beschaffungsabläufe

Leuthards Objekt der Begierde, der Tesla Model S, wird im Katalog mit Neupreisen zwischen 83 000 und 147 000 Franken aufgeführt. Das Verkehrsdepartement Uvek will zu Leuthards Einkaufsplänen keine näheren Auskünfte geben. Dass sie noch nicht im Besitz eines Tesla S ist, liegt offenbar an den umständlichen Beschaffungsabläufen beim Bund. Gleich mehrere Stellen müssen den Elektroboliden gutheissen – und intern ist das Auto nicht völlig unbestritten.

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Fährt die Bundesrätin künftig im Tesla S vor, wäre sie wohl weltweit die erste Ministerin mit dem Luxus-Elektrowagen. Die prominentesten Tesla-Fahrer im Inland sind bislang Medienpionier Roger Schawinski und BDP-Nationalrat Hans Grunder, von dessen Wagen auch FDP-Präsident Philipp Müller – ein ehemaliger Rennfahrer – schwärmt. In der Schweiz wurden dieses Jahr 191 Tesla S verkauft. Das sind fast so viele wie im ganzen letzten Jahr (213).

Steigende Zahl

«Wir stellen einen Will-Haben-Effekt fest», sagt Rudolf Blessing vom Verband Auto Schweiz. Vor allem Leute, die schon alles haben, würden vermehrt auf den Tesla setzten. Er schätzt, dass etwas mehr als 400 Stück auf den hiesigen Strassen unterwegs sind. Blessing ist überzeugt, dass die Zahl noch weiter steigen wird.