Die Lega will nicht, dass sich das Tessin finanziell an der Expo 2015 beteiligt. Am Dienstag übergaben Parteivertreter der Tessiner Staatskanzlei nach eigenen Angaben rund 12'300 Unterschriften gegen den entsprechenden Beschluss des Grossen Rats.

Demnach soll das Volk über den Expo-Kredit von 3,5 Millionen Franken entscheiden. 7000 Unterschriften sind im Tessin notwendig für ein Referendum. Der Kanton muss die eingereichten Namenslisten noch auf Echtheit überprüfen. Provisorisch wurde bereits der 28. September als Abstimmungstag festgelegt.

Die Lega will mit ihrem Referendum verhindern, dass Tessiner Steuergelder «zum Geschenk für ein bankrottes Italien werden», wie die Rechtspartei auf der Homepage ihrer Zeitung «Il mattino della domenica» schrieb.

Der Grosse Rat befürwortete im April die Expo-Beteiligung mit 49 gegenüber 25 Stimmen. Das Tessin plant für Mailand unter anderem einen gemeinsamen Auftritt mit den anderen Gotthard-Kantonen. Der Vertrag wurde bereits besiegelt. Zudem sind kleinere Projekte im Kanton mit Verbindung zur Expo vorgesehen.

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Regierung sucht Lösung

Die Tessiner Regierung sucht bereits nach Lösungsmöglichkeiten für das Dilemma. «Wir können nicht bis Ende September warten», hatte der Staatsratspräsident Manuele Bertoli am Montagabend gegenüber dem Tessiner Radio-und Fernsehen RSI gesagt. Schliesslich seien dem Bund und den Partnerkantonen schon Zusicherungen gemacht worden.

Die Vorbereitungen zur Expo seien im Gange, erste Ausgaben bereits getätigt. Gemäss Bertoli will der Staatsrat das Thema in den kommenden Tagen vertiefen. Wie im Rahmen der Parlamentssitzung von Montag bekannt wurde, prüft die Regierung, den Kredit zu halbieren.

(sda/vst/chb)