Nach der Machtübernahme in Thailand hat die Armee mehr als 100 bekannte Vertreter der rivalisierenden politischen Lager einbestellt. Sie sollten sich bis Freitagmorgen beim Militär in Bangkok melden, sagte ein Armeesprecher in einer Fernsehansprache.

Unter den 114 auf einer Liste aufgeführten Persönlichkeiten sind Vertreter der bisherigen Regierung, der Opposition sowie frühere Militärs und Polizisten. Auch die abgesetzte Regierungschefin Yingluck Shinawatra soll sich melden. Es war zunächst unklar, ob sie der Aufforderung folgen wird. Auch war nicht bekannt, worum es bei dem Treffen gehen sollte.

Thailands Armee hatte am Donnerstag die Macht im Land übernommen. Zur Rechtfertigung erklärte Armeechef Prayut Chan Ocha, der Schritt sei angesichts der Gewalt im Land nötig, um die Stabilität wieder herzustellen. Die Macht werde von einem «Nationalen Friedenskomitee» übernommen, das er selbst leiten werde. Die Bürger des Landes rief er zur Ruhe auf.

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Lage ruhig

Nach dem ist die Lage im Land zunächst ruhig geblieben. In der Hauptstadt Bangkok gab es während der Ausgangssperre in der Nacht zum Freitag offenbar keine Zwischenfälle und am Morgen herrschte auf den Strassen reger Betrieb. Allerdings waren die Autos auf den Strassen angesichts einiger Militär-Kontrollposten langsamer unterwegs. Schulen und Universitäten blieben auf Anweisung der Machthaber geschlossen.

Armeechef Prayuth Chan Ocha bestellte für Freitagvormittag die Anfang Mai abgesetzte Regierungschefin Yingluck Shinawatra und einige ihrer Minister auf einen Militärstützpunkt ein. Es war aber zunächst unklar, ob Yingluck der Aufforderung folgen wird. Auch war nicht bekant, worum es bei dem Treffen gehen sollte.

Das Militär hatte am Donnerstag nach einer sechsmonatigen Staatskrise die Macht übernommen. In den vergangenen Wochen waren Proteste zunehmend in Gewalt umgeschlagen und belasteten die stark vom Tourismus geprägte Wirtschaft. Die Streitkräfte sollen die Ordnung im Land wieder herstellen und politische Reformen durchsetzen, hatte Armeechef Prayuth erklärt. Die Verfassung wurde vorerst ausser Kraft gesetzt und eine landesweite Ausgangssperre für die Nacht verhängt.

(sda/reuters)