Griechenland steht am Scheideweg – die kommenden Tage dürften die wegweisenden in der Euro-Krise werden. Alles Wichtige zu den aktuellen Entwicklungen im Ticker:

21:33 Uhr: Griechenland will die mit seinen Gläubigern vereinbarte Mehrwertsteuer-Erhöhung ab Montag einführen. Dazu werde alles in die Wege geleitet, erklärte das Finanzministerium in Athen. Die Reform gehört zu den wichtigsten Zusagen Griechenlands an seine Geldgeber für ein neues Hilfsprogramm. Unter anderem sollen die Steuern auf den öffentlichen Nahverkehr und auf Mahlzeiten in Restaurants erhoben werden. Die Massnahmen sind umstritten: Griechische Unternehmen befürchten, dass die höheren Steuern Kunden vertreiben und den Absatz einbrechen lassen könnten.

21:15 Uhr: Die geschlossenen Banken in Griechenland machen am Montag wieder auf. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus massgeblichen Bankenkreisen in Athen am Donnerstagabend. Allerdings werden die meisten Kapitalverkehrskontrollen in Kraft bleiben, «damit sich der Markt wieder etas bewegen kann», hiess es seitens eines Bankers.

16:17 Uhr: Die griechischen Banken werden nach Angaben eines Branchen-Insiders am Montag wieder öffnen. Die EZB habe dies mit ihrer Anhebung der ELA-Nothilfen möglich gemacht.

15:05 Uhr: Und nochmal etwas ausführlicher: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den angeschlagenen griechischen Banken wieder etwas mehr Luft zum Atmen verschafft. Dies gab EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag nach der Zinssitzung bekannt. Die Währungshüter stockten den Rahmen für die Gewährung von Notfall-Kredithilfen (ELA) an die Institute um 900 Millionen für eine Woche auf. Die EZB habe eine Anfrage der griechischen Notenbank genehmigt. Die Obergrenze für die ELA-Notkredite lag Insidern zufolge zuletzt bei etwa 89 Milliarden Euro. Die sogenannten ELA-Hilfen werden von der Athener Notenbank gegen Sicherheiten vergeben. Über die Gewährung entscheidet aber der EZB-Rat. Die Institute benötigen die Liquiditätsspritzen mittlerweile für ihr Überleben. Denn aus Furcht vor einem Ausscheiden des Landes aus dem Euro hatten Bankkunden zuletzt massiv ihre Konten leergeräumt. Den Banken droht daher das Geld auszugehen.

15:01 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) gewährt Griechenlands Banken weitere Notkredite. Der Rahmen für die sogenannten ELA-Hilfen von zuletzt rund 90 Milliarden Euro sei angehoben worden, sagte EZB-Präsident Mario Draghi nach Beratungen des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt. Der Stopp der Ausweitung hatte in Griechenland Kapitalkontrollen nötig gemacht. Die Banken sind seitdem geschlossen.

14:53 Uhr: Euro-Finanzminister stimmen dem Hilfspaket für Griechenland im Grundsatz zu, berichtet Ntv. Jetzt müssen noch die nationalen Parlamente der Euro-Staaten zustimmen. Dann können die Verhandlungen beginnen.

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14:41 Uhr: Eine vorgezogene Parlamentswahl könnte nach den Worten von Innenminister Nikos Voutsis im September oder Oktober stattfinden.

10:20 Uhr: Die Griechen haben ein hartes Sparprogramm verabschiedet, das zum Grossteil gegen ihre eigenen Forderungen ging. Deutschlands Finanzminister Schäuble bleibt trotzdem hart: Er bringt erneut ein Ausscheiden des überschuldeten Landes aus der Eurozone ins Gespräch. Sehr viele Ökonomen, auch in Griechenland, bezweifelten, dass die Probleme ohne einen echten Schuldenschnitt gelöst werden könnten, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Deutschlandfunk. «Doch ist ein wirklicher Schuldenschnitt mit einer Mitgliedschaft in der Währungsunion unvereinbar.» Ein freiwilliges Ausscheiden «wäre für Griechenland der bessere Weg.»

9:00 Uhr: Zu den 32 Abweichlern aus dem Regierungslager gehörten mit Energieminister Panagiotis Lafazanis und Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis auch zwei politische Schwergewichte. Nach sechs Jahren Rezession, Armut und hoher Arbeitlosigkeit sehen manche Syriza-Vertreter keinen Raum für weitere Einschnitte. Für Parlamentssprecherin Zoe Konstantopoulou kommt der Deal gar einem «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» und «sozialen Genozid» gleich.

8:21 Uhr: ESM-Chef Klaus Regling warnt vor einem Zusammenbruch des griechischen Bankensystems, wenn Griechenland kein drittes Hilfspaket erhält. Dies berge Gefahren für die gesamte Euro-Zone, sagt er der ARD. Die Grösse des Euro-Rettungsschirms ESM reiche auf jeden Fall für das Griechenland-Paket, falls es beschlossen werde.

Donnerstag, 16. Juli, 6:30 Uhr: Guten Morgen. In der Nacht ist einiges passiert. Nach einer stundenlangen hitzigen Debatte sprachen sich in der Abstimmung 229 Parlamentarier für das Gesetzespaket aus, 64 stimmten dagegen und sechs enthielten sich. Alexis Tsipras brachte das umstrittene Spar-und Reformpaket indes nur dank der Opposition durch. 32 Abgeordnete seiner Syriza stimmten gegen das Sparprogramm. Regierungschef Tsipras hatte im Parlament für die Reformschritte geweibelt - ohne innere Überzeugung allerdings: Er glaube selbst nicht an die meisten der Massnahmen, sagte er. Die Reformen müssten jedoch umgesetzt werden. Tsipras betonte, er werde sich seiner Verantwortung stellen. Der neue Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte in der Debatte, die Entscheidung für das neue Hilfspaket werde «auf meinem ganzen Leben lasten». «Ich weiss nicht, ob wir das Richtige getan haben. Ich weiss, dass wir etwas getan haben, bei dem wir aus unserer Sicht keine Wahl hatten», sagte er.

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23:57 Uhr: Die Abstimmung im griechischen Parlament – ursprünglich war das Resultat für Mitternacht erwartet worden – verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Zudem will noch Regierungschef Alexis Tsipras im Parlament das Wort ergreifen.

22:09 Uhr: Die Lage auf dem Syntagma-Platz hat sich wieder beruhigt, vor Ort sind noch einige Hundert Demonstranten, denen eine starke Polizeipräsenz gegenübersteht. Während der Ausschreitungen wurden nach einer ersten Bilanz ein Übertragungswagen und einige Mülleimer angezündet. Im Parlament geht die Debatte weiter.

20:13 Uhr: Bei Protesten von Gegnern des Sparprogramms kommt es in der Nähe des Parlamentsgebäudes zu Ausschreitungen. Demonstranten werfen Brandsätze, die Polizei setzt Tränengas ein.

18:20 Uhr: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras nennt es vor Abgeordneten seiner Syriza-Partei "schwierig" ohne die Unterstützung der eigenen Abgeordneten im Parlament Regierungschef zu bleiben.

13:45 Uhr: Der nächste Rückzug einer einflussreichen griechischen Politikerin nach dem Abgang von Finanzminister Yanis Varoufakis: Die stellvertretende griechische Finanzministerin Nadja Valavani ist am Mittwoch zurückgetreten. Zur Begründung erklärte die Politikerin der linken Regierungspartei Syriza, sie könne das von den internationalen Gläubigern geforderte Sparprogramm und die damit verbundenen harten Einschnitte nicht unterstützen. «Alexis, ich kann nicht mehr weitermachen», schrieb Valavani in einem Brief an den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

12:08 Uhr: Im Kampf gegen die drohende Staatspleite in Griechenland schlägt die EU-Kommission vor, bis zu sieben Milliarden Euro aus einem schon länger bestehenden EU-Rettungstopf als Überbrückungskredit einzusetzen. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Dokument hervor. EU-Vizekommissionschef Valdis Dombrovskis wollte sich am Mittag dazu vor den Medien äussern. Der Kredit solle an Bedingungen gebunden werden.

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10:18 Uhr: Aus Protest gegen neue Einsparungen sind am Mittwoch die griechischen Staatsbediensteten in einen 24-stündigen Streik getreten. Dem Streik schloss sich das Personal der staatlichen Spitäler an, das nur noch Notfallpatienten behandeln wollte. Auch die griechischen Eisenbahnen (OSE) werden seit Mitternacht für 24 Stunden bestreikt. Einige U-Bahn-Linien in Athen ruhten am Vormittag für drei Stunden, auch zahlreiche Apotheken blieben geschlossen.

10:12 Uhr: Die griechischen Banken bleiben wegen der schweren Finanzkrise in dem Euro-Land mindestens bis einschliesslich Donnerstag geschlossen. Den entsprechenden Ministerialerlass habe Vize-Finanzminister Dimitris Mardas am Mittwoch unterzeichnet, teilte das Finanzministerium mit.

08:43 Uhr: Die deutsche Bundesbank will den Griechen möglichst schnell helfen. Vorstand Andreas Dombret plädiert dafür, berichtet Reuters.

Mittwoch, 15. Juli, 7:00 Uhr: Guten Morgen. Heute Abend steht in Griechenland die Abstimmung des Parlaments zu den Sparmassnahmen an. In einem Fernseh-Interview am Dienstagabend hat Tsipras den Schuldenkompromiss mit den Euro-Partner verteidigt. Den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble griff er dagegen frontal an. Schäuble habe einen Plan für das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro gehabt. Dies sei ihm aber nicht gelungen. «Dieses Europa gehört nicht Herrn Schäuble», sagte Tsipras. Die Vereinbarung mit den Euro-Ländern sei Griechenland zwar aufgezwungen worden, doch habe sie das Land vor dem Ausscheiden aus dem Euro bewahrt. Er übernehme die volle Verantwortung dafür, dass er einen Text unterschrieben habe, «an den ich nicht glaube, den ich aber verpflichtet bin umzusetzen», sagte Tsipras.

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22:00 Uhr: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat die Vereinbarung mit den Gläubigern zwar verteidigt, die Art ihres Zustandekommens aber heftig kritisiert. Die Nacht des Euro-Gipfels in Brüssel sei schlecht für Europa gewesen, sagte Tsipras in einem Interview des griechischen Staatsfernsehens ERT1 am Dienstagabend. Die Vereinbarung sei auf Druck starker Staaten auf Griechenland zurückzuführen. Diese Art und Weise der Druckausübung «ehrt nicht die Tradition Europas», sagte Tsipras.

12:00 Uhr: Aus Protest gegen geplante Reformen wollen die griechischen Apotheker morgen für 24 Stunden streiken. Ihre Gewerkschaft wendet sich gegen die so genannte geplante Liberalisierung des Marktes, bei der rezeptfreie Medikamente in Supermärkten verkauft werden sollen.

10:35 Uhr: Das griechische Parlament soll nach Informationen aus Regierungskreisen voraussichtlich am Mittwochnachmittag über das erste Bündel von Spar- und Reformmassnahmen beraten. Die entscheidende Abstimmung würde dann kurz vor 23.00 Uhr Schweizer Zeit beginnen.

09:50 Uhr: Der griechische Innenminister Nikos Voutsis rechnet mit einer Zustimmung des Athener Parlaments zu den mit den Gläubigern ausgehandelten Reformauflagen. Trotz Abweichlern in den eigenen Reihen könne Ministerpräsident Alexis Tsipras mit einer Billigung durch die Abgeordneten rechnen, sagte Voutsis am Dienstag vor Journalisten.

Dienstag, 14. Juli, 07:00 Uhr: Guten Morgen. Griechenlands Zahlungsrückstand beim Internationalen Währungsfonds wird auch nach der Einigung immer grösser. Wie IWF-Sprecher Gerry Rice in Washington mitteilte, traf eine am Montag fällige Rate in Höhe von 456 Millionen Euro nicht ein. Bereits am 30. Juni hatte Griechenland eine anstehende IWF-Rate von knapp 1,6 Milliarden Euro nicht entrichtet. Das heisst, das Land ist jetzt mit Rückzahlungen im Umfang von rund zwei Milliarden Euro an den IWF im Verzug.

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19:45 Uhr: Die griechischen Banken bleiben Medien zufolge angesichts der schweren Finanzkrise mindestens bis einschliesslich Mittwoch geschlossen. Den entsprechenden Ministerialerlass habe Vize-Finanzminister Dimitris Mardas am Montag unterzeichnet, berichtete das griechische Fernsehen. Die geltenden Kapitalverkehrskontrollen waren Anfang voriger Woche in Kraft getreten. Pro Tag können die Griechen auch weiterhin höchstens 60 Euro von ihren Konten abheben, wie es im Bericht des Staatsradios hiess. Überweisungen ins Ausland sind nur nach einer Genehmigung der Zentralbank und des Finanzministeriums möglich.

16:38 Uhr: Was bringt die Einigung von Griechenland und Euro-Zone? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Griechenlands Blutprogramm liefert handelszeitung.ch. Mehr erfahren Sie hier.

15:07 Uhr: Widerstand aus der eigenen Partei: Nach der Einigung in Brüssel protestiert der linke Flügel der Syriza-Partei. «Nach 17-stündigen Verhandlungen haben die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone eine Vereinbarung geschlossen, die Griechenland und die Griechen demütigt», erklärte die Partei-Linke am Montag auf ihrer Internetseite. «Das griechische Volk darf sich dadurch nicht entmutigen lassen, im Gegenteil: Es muss hartnäckig bleiben, wie es das im Referendum und den landesweiten Protesten für ein 'Nein' bis ganz zum Ende war.» Gegner der Einigung von Brüssel haben für den Abend zu einer Demonstration im Zentrum Athens aufgerufen.

11:46 Uhr: Finnland zockt – ein Ja zum Hilfspaket will Ministerpräsident Juha Sipilä noch abwägen. «Die Vorschläge des Gipfels für das griechische Parlament sind ein Schritt in die richtige Richtung», sagte er dem finnischen Rundfunk. «Die finnische Regierung wird sie sehr genau verfolgen und entscheiden, ob sie eine ausreichende Grundlage bilden, Verhandlungen mit Griechenland einzuleiten.» Besonders die Rechtspopulisten in der finnischen Regierung pochen auf eine harte Linie im Umgang mit Griechenland.

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11:03 Uhr: Die EZB wird einem Insider zufolge bei ihrer heutigen Telefonkonferenz wohl beschliessen, die Notfall-Hilfen für die griechischen Banken auf dem aktuellen Stand zu lassen.

10:18 Uhr: Die Hoffnung auf eine Lösung in der Griechenland-Frage macht den Euro stärker und den Franken schwächer. Zum Schweizer Franken rückt der Euro auf die Marke von 1.05 vor, nachdem er im frühen Handelsgeschäft bis auf 1.0450 Franken abgerutscht war.

9:06 Uhr: Die Beteiligten beim Euro-Zonen-Gipfel hätten sich einstimmig auf die Eröffnung von Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket geeinigt, berichtet EU-Gipfel-Chef Donald Tusk per Twitter:

— Donald Tusk (@eucopresident) 13. Juli 2015

9:02 Uhr: Der französische Ministerpräsident Manuel Valls äussert sich noch zurückhaltend. Letzte Hinweise deuten auf eine Einigung, sagt Valls. Man sollte aber noch vorsichtig sein, fügt er hinzu. Diplomaten bestätigten nach einem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident François Hollande, EU-Gipfelchef Donald Tusk und Griechenlands Premier Alexis Tsipras am Montag, dass in kleiner Runde ein Kompromiss zum letzten strittigen Thema des Privatisierungsfonds gelungen sei. Der Gipfel sei aber noch nicht zu Ende.

8:49 Uhr: Die 19 Euro-Länder haben am frühen Montagmorgen nach einer Marathonsitzung eine Einigung im griechischen Schuldendrama erreicht. Das teilte der belgische Ministerpräsident Charles Michel via Kurznachrichtendienst Twitter mit:

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— Charles Michel (@CharlesMichel) 13. Juli 2015

 

08:36 Uhr: Der griechische Arbeitsminister Panos Skourletis rechnet mit Neuwahlen noch in diesem Jahr. Das sagt der Minister im Staatsfernsehen ERT. Er zweifelt zudem daran, dass die Auflagen der Euro-Zone im Gegenzug für neue Hilfen eine Mehrheit im Parlament finden: «Im Moment gibt es das Problem einer Regierungsmehrheit», so Skourletis. «Wir sagen ganz klar: Dieser Deal ist nicht unserer.»

07:25 Uhr: Die Einigung verzögert sich nach Angaben aus Teilnehmerkreisen weiter. Immer wieder müsse sich der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras telefonisch mit Athen besprechen. Stein des Anstosses seien für ihn die von Deutschland geforderte weitere Einbeziehung des Internationalen Währungsfonds (IWF), heisst es.

06:55 Uhr: Der Euro-Gipfel zu Griechenland ist am Montagmorgen nach 14 Stunden zum dritten Mal unterbrochen worden. Nach Angaben des maltesischen Regierungschefs von sechs Uhr am Morgen wird eine Pause für «abschliessende Beratungen» eingelegt.

Montag, 13. Juli 06:45 Uhr: Guten Morgen. Auch in der neuen Woche geht die griechische Tragödie weiter. Nach den Sitzungen der Euro-Politiker am Wochenende ist weiter kein Durchbruch in Sicht. Der Gipfel war in der Nacht häufiger unterbrochen worden, um Zeit für Beratungen in kleiner Runde zu geben.

20:00 Uhr: Die Euro-Staaten wollen von der griechischen Regierung vor dem Beginn von Gesprächen über ein drittes Hilfsprogramm einem Dokument zufolge die Umsetzung weiterer Reformen verlangen. «Die Eurogruppe betont die entscheidende Notwendigkeit der Wiederherstellung von Vertrauen mit der griechischen Regierung als Voraussetzung für mögliche Verhandlungen über ein neues ESM-Programm», heisst es in dem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Papier der Eurogruppe. Das Papier wurde von den Euro-Finanzministern Vertretern der Euro-Zone zufolge den Staats- und Regierungschefs der Währungsunion zur weiteren Beratung in Brüssel übergeben.

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Darin wird der Finanzbedarf Griechenlands auf 82 Milliarden bis 86 Milliarden Euro beziffert. In einer früheren Version waren 74 Milliarden Euro genannt worden. Der kurzfristige Finanzbedarf bis zum 20. Juli wird bei sieben Milliarden Euro gesehen, bis Mitte August seien weitere fünf Milliarden notwendig. Im Falle eines Programms sollen zehn Milliarden Euro zur Stabilisierung des griechischen Bankensektors über ein ESM-Konto unmittelbar zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt wird zur Rekapitalisierung der griechischen Banken eine Summe von bis zu 25 Milliarden Euro veranschlagt.

16:22 Uhr: Die Euro-Finanzminister beenden ihre Beratungen, dies bestätigte unter anderen der finnische Finanzminister Alexander Stubb auf Twitter:

— Alexander Stubb (@alexstubb) July 12, 2015

Nach Angaben des luxemburgischen Finanzministers Pierre Gramegna hat die Euro-Gruppe eine Erklärung an die Staats- und Regierungschefs geschickt. Eine Reihe von Punkten sei aber in Klammern gesetzt. Nach Angaben Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem liegt die Entscheidung nun beim Euro-Sondergipfel.

16:02 Uhr: Der französische Präsident Francois Hollande ist gegen einen vorübergehenden Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone, wie ihn Deutschland ins Spiel gebracht hat. «Es gibt keinen vorübergehenden Grexit: Entweder, es gibt einen Grexit oder es gibt keinen Grexit», sagte Hollande vor Beginn des Euro-Gipfels in Brüssel. Sollte Griechenland aus der Euro-Zone ausscheiden, sei Europa auf dem Rückzug statt sich weiterzuentwickeln. Eine solche Situation wolle er nicht erleben.

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12:51 Uhr: Luxemburg warnt Deutschland vor Planspielen zu einem Grexit. «Wenn Deutschland es auf einen Grexit anlegt, provoziert es einen tiefgreifenden Konflikt mit Frankreich. Das wäre eine Katastrophe für Europa», sagt der luxemburgische Aussenminister Jean Asselborn der «Süddeutschen Zeitung».

Der von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ins Spiel gebrachte Vorschlag eines vorübergehenden Euro-Abschieds stösst auch bei Ökonomen auf Bedenken. «Die Spannungen zwischen Griechenland und Resteuropa dürften zunehmen, wenn Griechenland wie ein Schuljunge vor die Tür geschickt wird - auf dass es Besserung zeige», sagt Deutsche-Bank-Experte Nicolas Heinen. «Grexit auf Zeit ist Grexit», betont Berenberg-Bank-Chefvolkswirt Holger Schmieding.

11:03 Uhr: Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi will Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge drängen, eine Einigung mit Griechenland in der Schuldenkrise zu akzeptieren. «Jetzt muss der gesunde Menschenverstand zum Zuge kommen und ein Abkommen geschlossen werden», zitierte die Tageszeitung «Il Messagero» Renzi. «Italien will keinen Austritt Griechenlands aus dem Euro, und zu Deutschland sage ich: genug ist genug.»

10:34 Uhr: Zyperns Finanzminister Harris Georgiades antwortet auf die Frage, ob ein Grexit vom Tisch sei: «Definitiv ja.» Griechenland brauche einen ambitionierten Reformplan. Mit entsprechenden Verhandlungen sollten die Gläubiger-Institutionen an diesem Sonntag beauftragt werden.

10:02 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk sagt den für den Abend angesetzten Sondergipfel aller 28 EU-Staaten zur Griechenlandhilfe ab. Stattdessen werde es am Nachmittag nur das Gipfeltreffen der 19 Staats- und Regierungschefs der Euroländer geben.

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— Donald Tusk (@eucopresident) July 12, 2015

 

Sonntag, 08:36 Uhr: In der Eurogruppe ist ein schwerer Streit über die Spar- und Reformpläne Griechenlands entbrannt. Nach rund neunstündigen kontroversen Debatten vertagten die Euro-Finanzminister ihre Debatten auf Sonntagvormittag. Eine geplante gemeinsame Erklärung blieb zunächst unveröffentlicht. «Es ist immer noch sehr schwierig», sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem. Bei der Arbeit gebe es aber Fortschritte.

Vielen Staaten fehlt laut dem Niederländer das Vertrauen, dass die Regierung des griechischen Premiers Alexis Tsipras die versprochenen Reformen wirklich umsetzen wird. Man frage sich, «ob der griechischen Regierung vertraut werden (kann), dass sie das tun, was sie versprechen». Verlangt wurden Garantien, hiess es aus Verhandlungskreisen.Schäuble erörtert temporären «Grexit».

In Deutschland ist derweil ein Papier aus dem Finanzministerium aufgetaucht, welches eine «Auszeit» Griechenlands aus dem Euro während mindestens fünf Jahren als Möglichkeit skizziert. Die «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS) zitierte aus dem des Finanzministers Wolfgang Schäuble.

Demnach bleiben nach Schäubles Ansicht zwei Wege für Griechenland: Die Regierung soll ihre Vorschläge entweder rasch und umfassend mit voller Unterstützung des Parlaments verbessern. Zudem solle das Land Vermögenswerte in Höhe von 50 Milliarden Euro an einen Treuhandfonds übertragen, der sie verkaufe und damit Schulden abtrage.

Als zweiter Weg wurden Verhandlungen mit Athen über eine «Auszeit» genannt. Das Land solle nach dieser Variante die Eurozone für mindestens fünf Jahre verlassen und seine Schulden restrukturieren. Es bleibe EU-Mitglied und erhalte weiter «wachstumsstärkende, humanitäre und technische Unterstützung».

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Das deutsche Finanzministerium wollte sich nicht zum Bericht äussern. Vizekanzler Sigmar Gabriel bestätigte aber den Vorschlag indirekt: Der Vorschlag von CDU-Mann Schäuble "für ein zeitlich befristetes Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone" sei seiner Partei, der SPD, «natürlich bekannt», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

In der schwierigen Situation müsse jeder denkbare Vorschlag unvoreingenommen geprüft werden, sagte er Gabriel weiter. Es sei aber nach wie vor das Ziel der deutschen Regierung, Griechenland in der Eurozone zu halten, wenn die dafür notwendigen Bedingungen geschaffen werden könnten.

22.58 Uhr: Härter als zunächst angenommen haben sich in der Sondersitzung der Eurogruppe die Diskussionen um die Rettung Griechenlands entwickelt. Eine Einigung war am späten Abend in Brüssel nicht absehbar. Der Druck auf Athen nahm zu, denn die Finanzminister der Währungsunion fordern zusätzliche Sparmassnahmen und auch Sicherheiten.

Damit könnte sich die schon mehr als prekäre Lage Griechenlands noch weiter verschärfen. Die Finanzminister wollen von Athen vor allem eine Umsetzung der versprochenen Massnahmen. Versprechungen allein seien zu wenig, hatte es bereits im Vorfeld des Eurogruppen-Treffens geheissen.

Die Eurozone ist mittlerweile nicht mehr so einig wie noch vor einigen Tagen. Deutschland fordert klar härtere Einschnitte seitens Griechenlands. Im Berliner Finanzministerium tauchte auch ein Papier auf, das einen befristeten Austritt Griechenlands aus der Eurozone für fünf Jahre vorsah, ausser Athen richtet einen Garantiefonds von 50 Milliarden Euro ein, hiess es. Dieses Papier sei aber bei der Eurogruppe nicht auf den Tisch gelegt worden.

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19:00 Uhr: Nach Angaben aus EU-Kreisen haben die Euro-Finanzminister die ersten Runde ihrer Beratungen beendet. «Es gibt eine deutliche Mehrheit dagegen, auf Basis der griechischen Vorschläge Verhandlungen für ein drittes Paket aufzunehmen», erfuhr Reuters von einem EU-Teilnehmer.

09:44 Uhr: Die Gruppe der Euro-Finanzminister hat die Einschätzung der Gläubiger-Institutionen EU-Kommission, EZB und IWF zum Hilfsantrag und den Reformvorschlägen Griechenlands erhalten. Vertreter von EU-Kommission und IWF betrachten EU-Kreisen zufolge die griechischen Reformvorschläge als Grundlage für Verhandlungen über ein neues Rettungspaket - unter Bedingungen.

Samstag, 07:30 Uhr: Das griechische Parlament hat der Regierung die Vollmacht erteilt, über weitere Spar- und Reformmassnahmen mit den Gläubigern zu verhandeln und eine Einigung zu unterzeichnen. Die Parlamentarier stimmten mit deutlicher Mehrheit für die Pläne.

Wie das Parlamentspräsidium mitteilte, stimmten 251 Abgeordnete mit Ja. 32 Parlamentarier stimmten dagegen. Acht enthielten sich der Stimme. Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte zuvor bei den Abgeordneten eindringlich um die Vollmacht geworben. Er verlangte ein Votum der «nationalen Verantwortung».

Er habe in den vergangenen sechs Monaten «alles Menschenmögliche getan», um das Land ohne weitere harte Sparmassnahmen aus der Krise zu führen, sagte Tsipras. Bei einer Ablehnung des Sparprogrammes drohe «ein Minenfeld». Das wolle er dem Volk nicht verheimlichen.

«Ja, wir haben Fehler gemacht», fügte Tsipras hinzu. Nun stehe das Land vor dem Abgrund der Pleite. Tsipras sagte weiter, extrem konservative Kreise in Europa wollten, dass Griechenland scheitere. «Wir haben beschlossen, einen 'Grexit' abzuwenden».

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Das Sparprogramm sei hart und nicht im Einklang mit den Wahlversprechen seiner Partei. Athen habe aber keine andere Wahl, als es zu akzeptieren. Die Vorschläge seien «marginal besser» als die zuletzt vorgeschlagenen Massnahmen, die am Sonntag bei einem Referendum von den Griechen mehrheitlich abgelehnt wurden.

21:53 Uhr: Die seit zwei Wochen geschlossenen griechischen Banken benötigen einem Insider zufolge bis zu 14 Milliarden Euro frisches Geld, um ihre Geschäfte weiterführen zu können. Das gelte selbst dann, wenn sich die griechische Regierung mit den internationalen Geldgebern am Wochenende einige, sagte ein ranghoher griechischer Banker am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Banken-Regulierer würden angesichts der umfangreichen wirtschaftlichen Erschütterung wohl umgehend die Lage der Hellas-Geldhäuser und deren ausfallgefährdeten Kredite analysieren. Insgesamt würden 10 bis 14 Milliarden Euro benötigt. Die vier Geldhäuser National Bank, Piraeus , Eurobank und Alpha, die für 95 Prozent des dortigen Bankensektors stehen, müssten im Anschluss an eine Prüfung der Regulierer wohl rekapitalisiert werden, sagte der Insider.

Die Banken würden wohl zunächst versuchen, die benötigten Milliarden von privaten Investoren zu bekommen. Sollte das fehlschlagen, könnten sie einen «DRI» (Direct Recapitalisation Instrument) genannten Topf des Euro-Rettungsschirms ESM anzapfen, der bislang noch ungenutzt ist. Was der ESM als Gegenleistung verlangen würde, ist unklar. Wahrscheinlich würde aber ein umfassender Umbau des griechischen Finanzsektors dazugehören. Zudem sind DRI-Hilfen an Auflagen gebunden. Dazu gehört, dass die um Hilfe bittenden Banken zunächst ihre eigenen Rücklagen und ihre Anteilseigner anzapfen müssen.

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20:37 Uhr: Aus Protest gegen die Sparprogramme sind in der griechischen Hauptstadt Athen mehrere Tausend Demonstranten auf die Strassen gegangen. An den Protesten beteiligten sich am Freitag Staatsbedienstete und Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME. Auch Sympathisanten der regierenden Linkspartei Syriza demonstrierten. Die Kundgebungen richteten sich gegen die Sparpläne der Links-Rechts-Regierung unter Ministerpräsident Alexis Tsipras.

19:18 Uhr: Griechenlands Finanzminister Euklid Tsakalotos hat sich zuversichtlich gezeigt, dass «viele» der Forderungen Athens zur Schuldenreduzierung bei den Gläubigern auf Zustimmung stossen. «Viele der griechischen Forderungen werden akzeptiert werden», sagte Tsakalotos am Freitag vor dem Parlamentsausschuss in Athen, der die Pläne prüft. Optimistisch zeigte sich der Minister vor allem hinsichtlich einer Erlaubnis zur Übertragung von Schulden bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), was die Griechen bereits seit langem fordern. Dadurch würde die Schuldenrückzahlung verschoben. Tsakalotos zufolge wäre die Einhaltung von Fristen für Griechenland damit leichter.

17:27 Uhr: Der Euro hat am Freitag wegen der Hoffnung auf eine Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern an Wert zugelegt. Zeitweise stieg die Gemeinschaftswährung auf 1,0526 Franken, stürzte dann aber ab und erreichte schliesslich am frühen Abend einen Wert von 1,0489 Franken. Damit legte der Euro um rund einen halben Rappen gegenüber dem Kurs vom Donnerstagabend zu, als der Kurs zwischenzeitlich in den Keller gestürzt war.

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15:23 Uhr: Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bekommt Rückendeckung von der grössten Oppositionspartei. Die konservative Nea Dimokratia wolle im Parlament dem Reformplan der Regierung zustimmen, erklärt sie in einer Stellungnahme. Ziel sei eine Einigung mit den Gläubigern, um Griechenland im Euro zu halten.

12:55 Uhr: Das UNO-Flüchtlingshilfswerk hat die Europäische Union (EU) aufgefordert, Griechenland bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems zu helfen. An den Küsten des Landes kämen täglich etwa 1000 Flüchtlinge an, in diesem Jahr bisher schon mehr als 77'000. Die meisten stammten aus Syrien, andere aus Afghanistan, Irak, Eritrea und Somalia. «Wir erwarten, dass die EU ihr Notfallkonzept aktiviert, denn Griechenland ist ein Teil der EU», sagte William Spindler vom UNHCR am Freitag in Genf.

— UNHCRNews (@RefugeesMedia) 10. Juli 2015

11:55 Uhr: Der für Sonntag geplante Euro-Sondergipfel zu Griechenland ist nach Angaben eines hochrangingen EU-Vertreters nicht nötig, falls sich die Euro-Gruppe am Samstag bereits über die Aufnahme von Verhandlungen über ein Hilfsprogramm einig ist. Über eine mögliche Brückenfinanzierung werde indes nur diskutiert, wenn die Reformvorschläge positiv bewertet würden, sagte der EU-Vertreter.

10:55 Uhr: Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem rechnet mit einem Entscheid zu Griechenland bereits heute, wie Bloomberg schreibt.

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— Bloomberg Business (@business) 10. Juli 2015

10:10 Uhr: Das griechische Parlament soll bereits heute Abend über das Sparprogramm beraten, mit dem die Regierung neue Finanzhilfen der Gläubiger aushandeln will. Die Abgeordneten sollten der Regierung im Schnellverfahren die Vollmacht geben, am Wochenende in Brüssel eine Vereinbarung zu unterzeichnen, berichteten der staatliche griechische Rundfunk. Der Zeitpunkt der Abstimmung am Freitagabend sei noch unklar.

09:55 Uhr: Frankreichs EU-Minister bezeichnet die griechischen Vorschläge als glaubwürdig und ernsthaft.

— Harlem Désir (@harlemdesir) 10. Juli 2015

Freitag, 06:12 Uhr: Das griechische Nachrichtenportal Protothema hat das von der Tsipras-Regierung eingesandte Dokument mit den Sparvorschlägen auf Englisch übersetzt und online gestellt.

Unter anderem sehen die Vorschläge vor, dass die Mehrwertsteuer für Restaurants auf 23 Prozent und die für Hotels auf 13 Prozent festgesetzt werden soll. Ausserdem sollen Vergünstigungen bei der Mehrwertsteuer auf den touristenreichsten Inseln bis Ende 2016 gestrichen werden. Dies war bei früheren Gesprächen ein wichtiger Streitpunkt. Auch beim Thema Renten schraubte Athen frühere Forderungen herunter. So will die Regierung das gesetzliche Rentenalter grundsätzlich früher als ursprünglich angeboten auf 67 Jahre anheben.

Die griechische Regierung will nach Finanzhilfen von 53,5 Milliarden Euro beantragen, um ihren Verpflichtungen beim Schuldendienst nachzukommen. Vorgesehen ist demnach ein Zeitraum bis Ende 2018. Zudem hofft die Regierung in Athen auf ein Wachstumspaket von 35 Milliarden Euro.

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22:11 Uhr: Die neuen Spar- und Reformvorschläge der griechischen Regierung sind bei Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem eingetroffen. Das teilte am Donnerstagabend sein Sprecher Michel Reijns über den Kurzmitteilungsdienst Twitter mit.

 

— Michel Reijns (@MichelReijns) 9. Juli 2015

 

21:50: Uhr: Die griechische Regierung hat ihr Sparprogramm nach einem Bericht des staatlichen griechischen Fernsehens (ERT1) auf den Weg gebracht. Die Vorschläge seien gegen 21.30 Uhr MESZ per E-Mail an den Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem abgeschickt worden, berichtete der Sender am Donnerstag weiter.

19:47 Uhr: Ein drittes Hilfsprogramm für Griechenland könnte einem Bericht zufolge deutlich teurer werden als bislang angenommen. Der Finanzbedarf des Krisenlandes werde in den kommenden drei Jahren die zuletzt prognostizierten 50 Milliarden Euro vermutlich deutlich übersteigen, berichtete das «Handelsblatt» (Freitagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. Bei den Geldgeber-Institutionen EU, Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) würden einige Schätzungen sogar auf einen Finanzbedarf von bis zu 80 Milliarden Euro hindeuten, hiess es.

16:58 Uhr: Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bleibt beim Nein zu einem Schuldenschnitt für Griechenland. Zwar argumentiere der Internationale Währungsfonds (IWF), dass die griechischen Staatsschulden ohne einen Erlass nicht tragfähig sein könnten, sagte Schäuble am Donnerstag auf einer Bundesbank-Konferenz in Frankfurt. Er betonte aber auch: «Die europäischen Verträge schliessen einen Schuldenschnitt aus.»

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14:25 Uhr: Wenige Stunden vor Ablauf der Frist für eine neue griechische Reformliste hat EU-Währungskommissar Pierre Moscovici umfassende und konkrete Vorschläge aus Athen gefordert. «Es ist heute unerlässlich (...), dass diese Reformen auf dem Tisch liegen», sagte er dem französischen Sender France Inter. Die Frist zur Vorlage endet nach Angaben der EU-Kommission um Mitternacht.

— France Inter (@franceinter) 9. Juli 2015

12:50 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärt, es werde alles unternommen, um die Euro-Zone zu schützen. Er erwarte konkrete und realistische Vorschläge aus Athen. Von den Geldgebern müssten realistische Vorschläge zur Schuldentragfähigkeit Griechenlands kommen.

— Donald Tusk (@eucopresident) 9. Juli 2015

12:00 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist vor der erneuten Eskalation des Schuldenstreits mit den Gläubigern leicht gesunken. Die Arbeitslosenquote fiel im April auf 25,6 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren, wie die Statistikbehörde Elstat mitteilte. Im März hatte die um saisonale Schwankungen bereinigte Quote bei 25,8 Prozent gelegen.

08:20 Uhr: EZB-Präsident Mario Draghi ist sich nicht sicher, ob es noch zu einer Lösung im Schuldenstreit mit Griechenland kommt. «Ich weiss es nicht, diesmal ist es wirklich schwierig», sagte der Italiener laut Tageszeitung «Il Sole 24 Ore». Auf die Frage, ob Griechenland Hilfe aus Russland erwarten könne, antwortet er: «Das glaube ich nicht... Die haben selber kein Geld.»

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Donnerstag, 06:40 Uhr: Griechenland wird aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) noch lange Hilfe von aussen brauchen - ob mit oder ohne Euro. «Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass Deutschland mit einem Scheitern der Verhandlungen besser leben kann», sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Griechenland wird über Jahre auf europäische Hilfe angewiesen sein, und wenn es humanitäre ist.»

Im Schuldenstreit bleiben Athen nur noch wenige Tage für einen Kompromiss. Die Europartner haben eine Frist bis Ende dieser Woche gesetzt. «Es wird irgendwann einen Deal geben», zeigte sich Fratzscher gewiss. «Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Je länger es dauert, desto schmerzhafter wird es für die Griechen.» Eine weitere Verzögerung könne zu einem kompletten Bankenzusammenbruch führen.

22:14 Uhr: IWF-Chefin Christine Lagarde erklärt, Griechenland brauche eine Umstrukturierung seiner Schulden. Der Fonds bleibe bei Griechenland vollständig eingebunden. Das Land könne vom IWF aber keine Sonderbehandlung erwarten.

 

— IMF (@IMFNews) 8. Juli 2015

 

21:20 Uhr: Die griechischen Banken bleiben angesichts der schweren Finanzkrise mindestens bis und mit Montag geschlossen. Den entsprechenden Ministerialerlass habe Vize-Finanzministerin Nadja Valavani am Mittwoch unterzeichnet. Dies berichtete das Staatsradio (ERT). Zuvor hatte der Rundfunk berichtet, die Banken würden bis inklusive Freitag geschlossen bleiben.

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19:57 Uhr: Ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro wäre nach Einschätzung des ehemaligen EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet eine wirtschaftliche Katastrophe für das Land. «Die Wirtschaft würde implodieren, es würde zu einem weiteren, sehr starken Rückgang des Bruttoinlandprodukts kommen», sagte Trichet der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Arbeitslosigkeit würde dramatisch ansteigen und der Lebensstandard sinken. Und: «Falls Griechenland wirklich eine Vereinbarung will, hat es alle Möglichkeiten, das zu erreichen.» Sollte kein Deal zustande komme, läge dies an der Entscheidung der Griechen.

17:29 Uhr: Der Eurokurs ist am Mittwoch trotz der Unsicherheit um Griechenland gestiegen. Am Nachmittag lag die Gemeinschaftswährung bei 1,1075 US-Dollar, nachdem sie im frühen Handel 1,1010 Dollar gekostet hatte. Auch zum Schweizer Franken konnte der Euro deutlich zulegen. Die Gemeinschaftswährung eroberte im Verlauf des Nachmittags sogar die 1,05-Marke und kostete 1,0513 Franken je Euro. Damit hat der Euro im Verlauf eines Tag um mehr als einen Rappen zugelegt.

15:44 Uhr: Die griechischen Banken bleiben die ganze Woche über geschlossen. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. An den Kapitalverkehrskontrollen ändert sich vorerst auch nichts.

 

— Bloomberg Business (@business) 8. Juli 2015

 

14:45 Uhr: Griechenlands Regierung will der Eurogruppe bis spätestens Donnerstag detaillierte Reformvorschläge zur Lösung der Schuldenkrise vorlegen. Erste Reformversprechen sollen demnach schon zu Beginn der kommenden Woche umgesetzt werden.

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14:02 Uhr: Deutschland besteht auf einem detaillierten Hilfsantrag aus Athen. Der Antrag müsse eine «genaue Darstellung dessen, was Griechenland an Reformvorhaben auf den Weg bringen wird» enthalten, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Jäger, in Berlin. «Dieser Antrag muss umfassend sein. Es wird nicht langen, einen Brief zu schreiben und dort mitzuteilen, dass Griechenland ein ESM-Programm wünscht.»

12:45 Uhr: Die Euro-Finanzminister werden heute nicht über den neuen Antrag der griechischen Regierung auf finanzielle Hilfen beraten. Stattdessen solle der Antrag beim Euro-Rettungsschirm ESM von der Euro-Arbeitsgruppe bewertet werden, teilte der Sprecher von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem mit.

10:43 Uhr: Griechenland hat einen neuen Antrag für Rettungsmilliarden beim Eurorettungsschirm ESM gestellt. «Wir haben heute eine Mitteilung an den ESM vorgelegt», sagte Premier Alexis Tsipras am Mittwoch vor dem Europaparlament in Strassburg.

 

— Alexis Tsipras (@tsipras_eu) 8. Juli 2015

 

09:55 Uhr: Das griechische Finanzministerium hat einen Bericht über die angeblich geplante Einführung einer Parallelwährung zur Bezahlung der Renten und Löhne von Staatsbediensteten dementiert. Die Zeitung «Kathimerini» berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Informanten, Griechenland bereite die Herausgabe solcher Schuldscheine für Ende Juli vor, sollte es bis dahin keine Einigung mit den Gläubigern geben.

09:35 Uhr: Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht den Druck auf die griechische Regierung. Sollte es keine Perspektive für eine Einigung im Schuldenstreit mit den Gläubigern geben, müsste die EZB die Nothilfen für die griechischen Banken unverzüglich beenden, warnte der französische Notenbankchef Christian Noyer im französischen Radiosender Europe 1.

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08:10 Uhr: Bis Sonntag muss nach den Worten von EU-Kommissar Pierre Moscovici eine Vereinbarung zur Griechenland-Krise gefunden sein. Deutschland und Frankreich vefolgten denselben Ansatz.

Mittwoch, 07:22 Uhr: Den griechischen Banken könnte nach Angaben von Insidern in den nächsten zwei bis drei Tagen das Geld ausgehen, wenn die Kreditgeber sich nicht auf weitere Hilfen für das Land verständigen. Ein Informant, der mit dem Finanzsystem des Landes vertraut ist, sagte am Dienstag, die ersten Geldautomaten könnten schon am Mittwoch leer sein. Ein Banker schätzte, dass noch für zwei bis drei Tage Bargeld im System sei. Derzeit sind die Banken in Griechenland geschlossen. Überweisungen ins Ausland sind nicht möglich. An den Geldautomaten erhalten die Griechen maximal 60 Euro pro Tag. Diese Begrenzung habe das Problem hinausgeschoben, aber «Bargeld wird morgen an den Geldautomaten ein echtes Problem werden», sagte der Informant.

22:50 Uhr: Griechenland soll nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis Donnerstag Details für Reformpläne vorlegen. Das sei Voraussetzung dafür, um Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm zu beginnen, sagte Merkel am Dienstagabend nach dem Euro-Sondergipfel in Brüssel. Am Sonntag solle es dann einen Gipfel der 28 EU-Staaten geben.

Eine mögliche kurzfristige Brückenfinanzierung habe in den Gesprächen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone keine grosse Rolle gespielt, sagte die Kanzlerin weiter. Darüber könne erst gesprochen werden, wenn die Pläne für ein langfristiges Programm vorlägen. Die Gespräche beim Gipfel seien sehr ernst gewesen, betonte Merkel. Man habe dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras deutlich gemacht, dass es in der Eurozone immer nur eine geteilte Souveränität der 19 Euro-Staaten gebe.

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22:05 Uhr: Den griechischen Banken könnte in den nächsten zwei bis drei Tagen das Geld ausgehen, wenn die Kreditgeber sich nicht auf weitere Hilfen für das Land verständigen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Informant, der mit dem Finanzsystem des Landes vertraut ist, sagte am Dienstag, die ersten Geldautomaten könnten schon am Mittwoch leer sein. Ein Banker schätzte, dass noch für zwei bis drei Tage Bargeld im System sei.

21:18 Uhr: Die schwere Finanzkrise in Griechenland könnte zu Hungeraufständen in den zahlreichen Migrantenlagern vor allem auf den Inseln der Ostägäis führen. «Die Programme (zur Versorgung mit Essen) sind ausgelaufen. Es könnte zu Revolten kommen», warnte die griechische Vize-Ministerin für Migrationspolitik, Tasia Christofilopoulou, am Dienstag im griechischen Parlament.

Bereits am Vormittag hatten Regionalgouverneure von den Ägäisinseln vor einer gefährlichen Zuspitzung der Lage in den Migrantenlagern gewarnt. Die Catering-Unternehmen seien seit Monaten nicht bezahlt worden und hätten seit Dienstag die Austeilung von Essen eingestellt, hiess es.

19:47 Uhr: Griechenland dürfte nach Worten des irischen Finanzministers Michael Noonan ein umfangreiches Hilfsgesuch beim europäischen Rettungsfonds ESM stellen. Eine Vereinbarung zu Griechenland müsse bis Montag fertig sein.

18:37 Uhr: Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hält nach eigenen Worten eine Lösung im Streit mit Griechenland in den nächsten Stunden mit gutem Willen für möglich.

17:28 Uhr: Der Geldversender Western Union nimmt seine Geschäfte in Griechenland wieder auf. Kunden können damit Geld aus dem Ausland überwiesen bekommen, erklärte das US-Unternehmen am Dienstag. Allerdings dürfen sie wegen der vorige Woche eingeführten Kapitalverkehrskontrollen vorerst nur bis zu 60 Euro pro Tag abheben. Sollte eine höhere Summe überwiesen werden, so werde dieser Betrag gutgeschrieben. Aus insgesamt 31 Ländern kann damit Geld nach Griechenland geschickt werden. Western Union hatte seine Dienste in dem Krisenland am 29. Juni eingestellt, nachdem die Regierung die heimischen Banken geschlossen hatte.

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16:30 Uhr: Der neue griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos hat wider Erwarten den Euro-Finanzministern keine schriftlichen Vorschläge zur Lösung der Schuldenkrise präsentiert. EU-Diplomaten sagten, man warte nun auf einen neuen Antrag der griechischen Regierung. «Dafür müssen sie einen neuen Brief schicken, der Reformvorschläge enthält», hiess es. Der Minister habe seine Amtskollegen nur mündlich informiert.

12:45 Uhr: Ein neuer griechischer Vorschlag zur Lösung der Krise ähnelt einem Zeitungsbericht zufolge dem EU-Plan, der im Referendum abgelehnt wurde. Der neue Finanzminister Euklid Tsakalotos wolle jedoch die Mehrwertsteuerrabatte auf den touristischen Inseln beibehalten und die Verteidigungsausgaben nicht so stark kürzen, berichtet die «Süddeutsche Zeitung».

12:00 Uhr: Die EU-Kommission und Frankreich wollen Griechenland unbedingt in der Eurozone halten. Die Verhandlungen der internationalen Geldgeber mit Athen über ein Spar- und Reformpaket müssten wieder aufgenommen werden, verlangte Kommissionschef Jean-Claude Juncker wenige Stunden vor dem Sondergipfel der Euro-Staaten. Aus Sicht von Frankreichs Premier Manuel Valls sollte Europa einen «Grexit» nicht riskieren - aus politischen Gründen und wegen unwägbarer Risiken für die weltweite Wirtschaftsentwicklung.

10:30 Uhr: Italiens Premierminister Matteo Renzi schlägt einen «Marshall-Plan» für Athen vor. Das berichtete die römische Tageszeitung La Repubblica. 35 Milliarden Euro zur Stärkung des Juncker-Plans und Finanzierung der Europäischen Zentralbank (EZB) sollen Griechenland aus der Krise helfen. Renzi will laut der Zeitung vermeiden, dass allein eine Achse aus Deutschland und Frankreich alle Beschlüsse zur Griechenland-Krise fasst.

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09:15 Uhr: Eine Umschuldung für Griechenland darf nach Ansicht von Frankreichs Premierminister Manuel Valls «kein Tabuthema» sein. Europa dürfe einen Austritt des Landes aus der Währungsunion nicht riskieren - aus wirtschaftlichen Gründen, vor allem aber aus politischen Gründen. «Europa steht auf dem Spiel», warnte Valls im Rundfunksender RTL.

Dienstag, 06:28 Uhr: Die EZB hält auch nach dem «Nein» der Griechen zu den jüngsten Rettungsangeboten der Gläubiger die Notfall-Hilfen an Hellas-Geldhäuser aufrecht. Der EZB-Rat beliess allerdings die Obergrenze für die sogenannten ELA-Notkredite auf dem Niveau vom 26. Juni, wie die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt mitteilte. Insidern zufolge liegt der Rahmen für die Liquiditätshilfen damit weiter bei rund 89 Milliarden Euro. Nach Informationen der Tageszeitung «Welt» hatte die griechische Notenbank eine Erhöhung um rund sechs Milliarden Euro beantragt.

Ohne diese Notkredite - in der Fachwelt ELA genannt - droht den Instituten das Geld auszugehen. Denn Unternehmen und Privatleute haben wegen der Unsicherheit, ob das Land im Euro bleiben kann, massiv Konten leergeräumt. ELA-Hilfen werden gegen Sicherheiten von der Athener Notenbank vergeben - über die Gewährung beschliesst aber der EZB-Rat.

22:31 Uhr: Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat einem Regierungsvertreter zufolge mit EZB-Chef Mario Draghi in einem Telefonat über die Liquidität der griechischen Banken gesprochen. Tsipras habe gesagt, die Kapitalkontrollen müssten umgehend aufgehoben werden.

22:15 Uhr: Griechenland muss nach den Worten des niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte noch heute Nacht entscheiden, ob es in der Euro-Zone bleiben wolle. Das Land müsse grosse Reformen akzeptieren, wenn es ein neues Hilfspaket wolle.

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21:53 Uhr: Nach dem Referendum in Griechenland rechnet der deutsche Ökonom Hans-Werner Sinn damit, dass die Euro-Partner sich mit einem weiteren Hilfspaket nicht beeilen werden. Griechenland habe dann keine andere Wahl, als den Euro zu verlassen, sagt der Präsident des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). «Es liegen jetzt schon Schiffe vor den Häfen und können nicht abgefertigt werden, weil die griechischen Geschäftspartner nicht bezahlen können», sagt er im Interview mit der deutschen Tageszeitung «Die Welt». «Innerhalb weniger Tage und Wochen könnte es zu Versorgungsengpässen in Griechenland kommen.» Ohne einer Drachmen-Einführung käme es dann zu Szenen wie bei der Staatspleite von Argentinien.

20:14 Uhr: Die EZB hält die Notfall-Hilfen an Hellas-Geldhäuser vorerst aufrecht. Der EZB-Rat beliess allerdings die Obergrenze für die sogenannten ELA-Notkredite auf dem Niveau vom 26. Juni, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in Frankfurt mitteilte. Die EZB teilte zudem mit, die Lage an den Finanzmärkten genau zu beobachten. Der EZB-Rat sei entschlossen, alle Instrumente innerhalb seines Mandats einzusetzen.

18:43 Uhr: Die griechischen Banken bleiben offenbar für mindestens zwei weitere Tage bis Mittwochabend geschlossen. Die Regierung in Athen habe entsprechende Pläne mit den Banken des Landes abgesprochen, berichtete der staatliche Rundfunksender ERT am Montag unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums. Am späten Abend sollte ein entsprechender Ministerialerlass veröffentlicht werden, hiess es. Wegen des schweren Liquiditätsproblems gelten seit vergangener Woche so genannte Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland. Pro Konto können täglich höchstens 60 Euro abgehoben werden Überweisungen ins Ausland sind nur nach einer Genehmigung der Zentralbank möglich. Auch an dieser Regel ändert sich bis Mittwoch nichts.

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17:19 Uhr: Der bisherige griechische Vize-Aussenminister Euklid Tsakalotos soll noch am Montag als neuer griechischer Finanzminister vereidigt werden, wie ein Vertreter des griechischen Präsidialamtes sagt. Er war zuletzt Koordinator der Gespräche mit den Gläubigern und wird Nachfolger von Yanis Varoufakis.

16:47 Uhr: Der Internationale Währungsfonds steht bereit, Griechenland zu helfen, falls die Institution darum gebeten wird. Das sagte die Chefin des Fonds, Christine Lagarde, am Montagnachmittag.

15:18 Uhr: Der SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel fürchtet nach dem Referendum in Griechenland eine kurzfristige Pleite des Landes. «Die endgültige Zahlungsunfähigkeit scheint unmittelbar bevorzustehen», warnte Gabriel am Montag nach einer SPD-Vorstandssitzung. «Der Ausgang des Referendums ist eine Absage an die Regeln der Wirtschafts- und Währungsunion», kritisierte er. Was jetzt notwendig sei, sei ein Neuanfang. «Die Politik der Rettungshilfen hat in Griechenland nicht funktioniert», sagte er.

Ob Griechenland am Ende aus dem Euro ausscheide, sei eine Frage, die nur in Athen beantwortet werden könne, sagte Gabriel. «Wenn Griechenland im Euro bleiben will, muss die griechische Regierung schnell ein substanzielles Angebot machen», forderte er. Das müsse über die bisherigen Offerten des Landes hinausgehen und von den Euro-Partnern akzeptiert werden.

12:07 Uhr: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht nach der klaren Absage der Griechen an ein Reform- und Sparprogramm vorerst keine Basis für Verhandlungen über ein neues Rettungspaket für Athen. «Angesichts der gestrigen Entscheidung der griechischen Bürger gibt es zurzeit nicht die Voraussetzungen, um in Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm einzutreten», erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

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Das Ergebnis der Volksabstimmung sei eine Absage an den Grundsatz für europäische Hilfen, nach der Solidarität und Eigenanstrengungen untrennbar verbunden seien. Die Bundesregierung bekenne sich weiter zu diesem Grundsatz. Man bleibe aber natürlich gesprächsbereit: «Die Tür für Gespräche bleibt immer offen.»

11:13 Uhr: Spanien ist offen für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket, sagt der spanische Wirtschaftsminister. Griechenland solle Teil des Euro bleiben.

11:05 Uhr: Der für den Euro-Raum zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, gibt um 12.00 Uhr eine Pressekonferenz. Er ist damit der erste hochrangige Vertreter der Brüsseler Behörde, der sich nach dem Referendum in Griechenland äussert.

10:23 Uhr: Länder wie Italien und Spanien spüren nach der Abstimmung Gegenwind am Kapitalmarkt. Die Renditen zehnjähriger Anleihen der beiden Staaten zogen am Montagmorgen um jeweils elf Basispunkte an. Für den spanischen Bond wurde ein Zins von 2,35 Prozent fällig, für das italienische Papier waren es 2,38 Prozent. Die Rendite für die zehnjährige Anleihe Portugals zog noch einen Tick stärker an: Der Zins stieg auf 3,09 Prozent.

Für den Ökonomen Patrick Jacq von der französischen Grossbank BNP Paribas sind die höheren Renditen für diese Länder Ausdruck von Verunsicherung, da sich die Märkte in der Vorwoche schrittweise auf ein «Ja» beim Griechenland-Referendum eingestellt hätten.

Nun gebe es eine Flucht in als sicherer geltende Anleihen von Kernstaaten wie etwa Deutschland, während die Renditen von Euro-Randländern wie Portugal anstiegen. Diese Peripherieländer müssen nun doppelt so hohe Kapitalmarkzinsen zahlen wie zum Zeitpunkt der Tiefststände im März, als die EZB ihre Anleihenkäufe in grossem Stil startete. Dennoch sind die Renditen meilenweit von dem Niveau zum Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise in den Jahren 2011/12 entfernt, als sie auf sieben Prozent nach oben schossen.

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08:54 Uhr: Nach dem Votum der Hellenen plädiert Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchener Ifo-Instituts, dafür, dass Griechenland nun den Sprung in die eigene Währung wagt: «Die Drachme sollte sofort als virtuelle Währung eingeführt werden, in die alle Kontrakte des Landes einschliesslich der Schuldkonktrakte mit Ausländern umgewandelt werden. Das würde die Solvenz des griechischen Staates und der griechischen Banken wieder herstellen.»

07:42 Uhr: Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis tritt zurück. Trotz triumphalem Wahlerfolg kündigt er heute auf seiner Webseite und über Twitter diesen Schritt an: «Minister No More!»

 

— Yanis Varoufakis (@yanisvaroufakis) 6. Juli 2015

 

Montag, 07.15 Uhr: Das griechische «Nein» beim Referendum löst EU-Krisendiplomatie aus. Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande wollen bereits am Montag in Paris über die Konsequenzen beraten.

EU-Ratspräsident Donald Tusk berief nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 Euro-Länder für diesen Dienstag in Brüssel ein. Zur Vorbereitung soll es am selben Tag ein Treffen der Euro-Finanzminister geben. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sprach von einem «sehr bedauerlichen Ergebnis» des Referendums.

Ebenfalls am Montag will EU-Kommissionschef Juncker mit Spitzenvertretern der EU-Institutionen über das weitere Vorgehen beraten. Es sei eine Telefonkonferenz mit EU-Gipfelchef Tusk, Eurogruppenchef Dijsselbloem und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, geplant, teilte die EU-Kommission mit.

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Tspiras forderte nach dem Erfolg beim Referendum Zugeständnisse der internationalen Geldgeber. Sein Land sei weiter zu Reformen bereit, dringend notwendig seien aber Investitionen sowie die Umstrukturierung der Schulden, sagte Tsipras am Sonntagabend in einer Fernsehansprache.

Unter den Euro-Staaten gab es unterschiedliche Reaktionen auf das griechische Referendum. Der Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte dem «Tagesspiegel», Tsipras habe «letzte Brücken eingerissen, über die Europa und Griechenland sich auf einen Kompromiss zubewegen konnten».

Dagegen sprach sich die italienische Regierung für neue Verhandlungen aus. «Jetzt ist es richtig, wieder damit anzufangen, eine Vereinbarung zu suchen», erklärte Aussenminister Paolo Gentiloni. Bereits im Tagesverlauf hatte Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron gefordert, es gehe darum, einen guten Kompromiss zwischen den notwendigen Reformen und der Solidarität mit dem von der Staatspleite bedrohten EU-Land zu finden.

20.27 Uhr: Mit diesem Eintrag endet der Live-Ticker am Sonntag. Am Montag gehts hier weiter.

20.13 Uhr: Die Griechen haben sich entschieden: Sie senden ein klares Signal an Brüssel, dass sie die harten Auflagen der Geldgeber nicht länger akzeptieren wollen. Mit dem Entscheid werden die Verhandlungen im Schuldenstreit noch schwieriger. Die Zukunft Griechenlands im Euroraum ist in Frage gestellt.

20.08 Uhr: Nach Auszählung von knapp 25 Prozent der abgegebenen Wahlzettel stimmten gut 60 Prozent mit «Nein» und knapp 40 Prozent mit «Ja», wie das Athener Innenministerium mitteilte. Die Reformgegner lagen dabei  in allen Regionen des Landes vorn.

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20.00 Uhr:  Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos reagierte erfreut auf erste Ergebnisse. «Dies zeigt, dass das griechische Volk nicht erpresst, terrorisiert und bedroht werden kann. Die Demokratie siegt», schrieb er auf Twitter. Noch am Sonntagabend wolle man substanzielle Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, erklärte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis in Athen.

19:17 Uhr: Eine Mehrheit der Griechen hat in dem mit Spannung verfolgten Referendum ersten Auszählungen zufolge gegen die Fortsetzung der bisherigen Spar- und Reformpolitik gestimmt. Damit stärkten sie der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras im Streit mit der Euro-Zone und dem Internationalen Währungsfonds den Rücken.

19:10 Uhr: Es scheint sich ein Nein abzuzeichnen. Dies geht aus am Sonntagabend unmittelbar nach Schliessung der Wahllokale veröffentlichten Prognosen und Umfragen hervor. Die Aussagekraft dieser Angaben ist allerdings beschränkt. Mit ersten Ergebnissen, die auf ausgezählten Stimmen basieren, wird wie gesagt erst ab 20 Uhr gerechnet.

18.00 Uhr: Nun schliessen im ganzen Land die Abstimmungslokale – die Griechen haben entschieden. Erste Ergebnisse werden aber erst um 20.00 Uhr erwartet.

15.45 Uhr: Die Beteiligung an der Volksabstimmung soll gemäss griechischischen Medien am frühen Sonntagnachmittag 40 Prozent übertroffen haben. Damit werde das Ergebnis des Referendums über das griechische Sparprogramm rechtskräftig sein.

15.15 Uhr: Frankreich will auch bei einem Nein der Griechen im Referendum einen Kompromiss im Schuldenstreit suchen. Das sagte Wirtschaftsminister Emmanuel Macron im Fernsehsender BFM-TV. Präsident François Hollande werde sicher bereits heute mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel beraten, um eine gemeinsame Position auszuarbeiten.

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12.00 Uhr: Ministerpräsident Alexis Tsipras gibt in Athen seine Stimme ab - und wirbt erneut für ein Nein. Von einem solchen Ergebnis werde die Botschaft ausgehen, dass die Griechen nicht nur in Europa bleiben, sondern in Würde dort leben wollten, sagte der Regierungschef.

11.30 Uhr: Das Referendum ist ohne nennenswerte Zwischenfälle angelaufen. Es gebe landesweit keine Probleme bei der Stimmabgabe, teilte das Innenministerium in Athen mit. In einzelnen Wahlbüros im Grossraum Athen hätten anfangs die Umschläge für die Stimmzettel gefehlt, aber das Problem sei rasch behoben worden.

11.10 Uhr: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat die Griechen vor einem Nein gewarnt. Sollte eine Mehrheit gegen dagegen stimmen, sei die Grundlage für weitere Gespräche über Hilfspakete zur Verhinderung einer Staatspleite entzogen, sagte Schulz im Deutschlandfunk. Dann sei auch die Mitgliedschaft in der Euro-Zone in Gefahr.

10.30 Uhr: Über diese Frage stimmen die Griechen heute ab:
«Sollte der gemeinsame Plan von EZB, EU-Kommission und IWF, der am 25. Juni in der Euro-Gruppe eingebracht wurde und aus zwei Teilen besteht, angenommen werden?»

Für ein gültiges Referendum müssen mindestens 40 Prozent der registrierten 9,85 Millionen Wähler teilnehmen. Gemäss Umfragen hat ein Grossteil dies vor.

09.54 Uhr: Die Schweiz war offenbar schon früh skeptisch: Im 2010 kritisierte der Schweizer Vertreter im Internationalen Währungsfonds (IWF) die optimistische Prognose zum Wirtschaftswachstum Griechenlands. Die Schweizer Einwände kamen beim IWF-Vizechef aber nicht gut an, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

08.55 Uhr: Geldüberweisungen aus der Schweiz nach Griechenland via die Anbieter Western Union und Moneygram sind zurzeit nicht möglich - Grund sind die «Liquiditätsengpässe» im Krisenland, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Griechen können zurzeit nur 60 Euro pro Tag am Bankomat beziehen.

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Sonntag, 07.45 Uhr: Heute schaut die Welt auf Griechenland: Die Bürger stimmen über die Reform-Vorschläge der internationalen Geldgebern ab.

Die Abstimmung hat Signalwirkung: Je nach Ausgang steigen oder sinken die Chancen, dass Griechenland zusätzliches Geld von den Euro-Staaten und dem Internationalen Währungsfonds erhält. Auf dem Papier hat das Referendum allerdings keine Bedeutung mehr – denn abgestimmt wird über ein Hilfsprogramm, dessen Frist am Dienstag abgelaufen ist.

Die Regierung von Alexis Tsipras sucht Rückendeckung für ihre harte Verhandlungsposition und empfiehlt ein Nein. Bei einem Ja wird Tsipras vermutlich zurücktreten. Es wird ein sehr knappes Ergebnis erwartet.

Die Wahllokale sind seit 06.00 Uhr geöffnet. Sie schliessen um 18.00 Uhr, erste Ergebnisse liegen voraussichtlich gegen 20.00 Uhr vor.

20.00 Uhr: Mit diesem Eintrag endet der heutige Ticker. Verfolgen Sie morgen, wie die Griechen beim schicksalträchtigen Referendum abstimmen.

19.55 Uhr: Der Chef der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) will von Plänen zur Teilenteignung von griechischen Bank-Kunden nichts wissen. «Ich bezweifele stark, dass irgendeine Behörde oder öffentliche Einrichtung der EU oder eines Mitgliedslandes diese Option in Erwägung zieht», sagte Andrea Enria. Die EU werde vielmehr die privaten Bank-Kunden in Griechenland und jedem anderen Mitgliedsstaat schützen. Die «Financial Times» hatte zuvor berichtet, Hellas-Geldhäuer bereiteten Notfallpläne vor, um mit einem Zugriff auf Kundenkonten eine Pleite abzuwenden.

15.35 Uhr: Auch der griechische Bankenverband dementiert Gerüchte über die Kürzungen bei Bankguthaben. «Solche Pläne gibt es absolut nicht», sagte die Präsidentin des griechischen Bankenverbandes, Louka Katseli, dem TV-Sender Skai.

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Die Wirtschaftszeitung «Financial Times» hatte berichtet, griechischen Geldinstitute erstellten Pläne für Kürzungen von wenigstens 30 Prozent bei Guthaben von über 8000 Euro. Das Athener Finanzministerium wies den Bericht als eine «Provokation» zurück.

14.25 Uhr: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat trotz der nervenaufreibenden Situation mit Griechenland den Humor nicht verloren. In Berlin sagte sie heute auf Reaktion auf Demonstranten, die für ein Nein bei der morgigen Abstimmung warben: «Damit die Sache dann wieder ausgeglichen ist, sagen wir mal 'nai'. Das heisst nämlich 'ja' auf Griechisch.»

12.00 Uhr: Vor dem Reform-Referendum in Griechenland giesst Finanzminister Yanis Varoufakis Öl ins Feuer. In einem Interview mit der spanischen Zeitung«El Mundo» warf er am Samstag den Geldgebern des Landes vor: «Was sie mit Griechenland machen, hat einen Namen: Terrorismus.» Ausserdem drohte er, eine Billion Euro würde verlorengehen, falls Griechenland pleitegehen sollte.

08.15 Uhr: Vertreter der Euro-Zone haben offenbar versucht, die Veröffentlichung eines IWF-Berichts zur Schuldensituation Griechenlands vor dem griechischen Referendum zu verhindern. Die Europäer hätten Einwände gegen den Zeitpunkt der Publikation vorgebracht, hiess es aus gut informierten Kreisen. Sie hätten sich allerdings nicht gegen die anderen Länder, insbesondere gegen die USA, durchsetzen können. Laut dem IWF-Bericht benötigt Griechenland bis 2018 etwa 50 Milliarden Euro zusätzliches Geld. Die griechische Regierung sieht sich durch das Papier in ihrer Haltung bestätigt.

Samstag, 08.00 Uhr: Die griechischen Banken bereiten einem Bericht der Wirtschaftszeitung «Financial Times» zufolge Notfallpläne vor, um mit einem Zugriff auf Kundenkonten eine Pleite abzuwenden. Es seien Abschläge von mindestens 30 Prozent auf Einlagen von mehr als 8000 Euro geplant, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Banker und Geschäftsleute. Der griechische Finanzminister Varoufakis sprach umgehend von einem «bösartigen Gerücht».

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— Yanis Varoufakis (@yanisvaroufakis) July 3, 2015

21:55 Uhr: Das war unser Griechenland-Ticker vom Freitag, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat am Abend vor Zehntausenden Anhängern in Athen erneut für ein «Nein» beim Referendum über die Spar- und Reformforderungen der internationalen Gläubiger geworben. Ein «Nein» am Sonntag eröffne die Chance, «in Würde in Europa zu leben», sagte Tsipras. Ob die Griechen ihrem Premier folgen werden ist zur Zeit noch völlig offen. Letzte Umfrageergebnisse deuten auf ein enges Rennen.

21:00 Uhr: Die Euro-Zone muss sich nach den Worten von EU-Ratspräsident Donald Tusk möglicherweise daran gewöhnen, künftig ein zahlungsunfähiges Mitglied in ihren Reihen zu haben. Die EU suche nach Wegen, Griechenland im Euro zu halten, sagte Tusk in einem an Freitag veröffentlichten Interview des Nachrichtenportals Politico.

20:40 Uhr: Tausende griechische Bürger haben am Freitag vor dem Parlamentsgebäude in Athen gegen die Sparpolitik und für eine harte Haltung der links-geführten Regierung gegenüber den Gläubigern des pleitebedrohten Landes demonstriert. Gleichzeitig versammelten sich Tausende vor dem alten Olympiastadion von Athen, «Panathinaikon», und demonstrierten unter dem Motto «Wir bleiben in Europa» für den Verbleib in der Eurozone.

19:05 Uhr: Bei der Volksabstimmung zur Sparpolitik in Griechenland zeichnet sich einer neuen Umfrage zufolge eine äusserst knappe Entscheidung ab. 41,7 Prozent der Befragten zeigen sich demnach mit den Forderungen der Gläubiger einverstanden, 41,1 Prozent kündigten ein «Nein» beim Referendum am Sonntag an. Das ergab eine Umfrage, die am Freitagabend im griechischen Nachrichtenportal «To Proto Thema» veröffentlicht wurde. Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Alco durch. Befragt wurden landesweit 1400 Menschen.

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18:15 Uhr: Das Referendum in Griechenland über den künftigen Kurs in der Schuldenkrise kann wie geplant am Sonntag stattfinden. Das Oberste Verwaltungsgericht wies am Freitagabend eine Klage gegen die Volksabstimmung zurück.

17:35 Uhr: Die Kreditkarte gesperrt, die Bankkarte nutzlos: Viele Griechen, die auf Reisen sind oder verreisen wollen, durchleben schwierige Zeiten. Vor allem diejenigen, die schon im Ausland sind, konnten nach der Verhängung der scharfen Kapitalverkehrskontrollen in dieser Woche oftmals ihre Hotels nicht bezahlen und waren auf Leihgaben angewiesen. Auch Griechen, die ins Ausland wollten, konnten teilweise ihre Flug- oder Fährtickets bei ausländischen Anbietern nicht via Karte kaufen. Die Lösung sei, «cash zu zahlen», sagte ein Mitarbeiter einer der grössten Reiseagenturen am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

17:00 Uhr: Zwei Tage vor dem Referendum in Griechenland hat Regierungschef Alexis Tsipras die Forderung an die internationalen Geldgeber nach einem Schuldenschnitt erneuert. Die Verbindlichkeiten sollten um 30 Prozent reduziert werden.

16:30 Uhr: Bulgarien sieht sein Bankensystem durch die Schuldenkrise des Nachbarn Griechenland nicht in Gefahr. Die Geldhäuser des Landes seien liquide und würden mit allen Situationen zurechtkommen, erklärte Präsident Rossen Plewneliew am Freitag. Die bulgarische Wirtschaft sei stabil und wachse.

15:12 Uhr: Zwei Tage vor der Volksabstimmung in Griechenland hat der Euro-Rettungsfonds das Land am Freitag für insolvent erklärt. Es sei offiziell Zahlungsausfall festgestellt worden, erklärte die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) in Brüssel. Allerdings sei entschieden worden, von Athen «nicht die unmittelbare Rückzahlung von Krediten zu verlangen». Der EFSF verzichte zugleich aber auch nicht «auf sein Recht zum Handeln».

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14:40 Uhr: Die UBS sieht die Wahrscheinlichkeit eines Grexit bei 40 Prozent. Die Schweizer Grossbank stütz ihre Berechnungen auf eine simple Multiplikation: Die Wahrscheinlichkeit eines griechischen «Ja» am Sonntag liegt bei 60 Prozent. Entsprechend liegt die Wahrscheinlichkeit eines «Nein» bei 40 Prozent. Falls die Griechen das Sparpaket ablehnen, rechnet die Grossbank damit, dass mit 70 prozentiger Wahrscheinlichkeit der Austritt aus der Eurozone geschehen wird. Unterm Strich ergeben sich so die 40 Prozent Grexit-Wahrscheinlichkeit.

 

— Holger Zschaepitz (@Schuldensuehner) 3. Juli 2015

 

14:01 Uhr: Zum Referendum über Griechenlands Spar- und Reformkurs am Sonntag bietet eine griechische Airline Sonderflüge nach Athen an. Am Sonntag und Montag sind zusätzliche Flüge ab London-Stansted und Brüssel geplant, gab die Gesellschaft Aegean Air auf ihrer Website bekannt.

Im Ausland lebende Griechen können nicht am Volksentscheid teilnehmen. Wenn sie abstimmen wollten, können sie das nur in Griechenland.

12:40 Uhr: Nach fünf Tagen mit geschlossenen Banken machen sich in Griechenland Probleme bei kleinen Geldscheinen und Wechselgeld bemerkbar. Vor allem auf Kreta und auf einigen Inseln der Dodekanes sowie auch in Athen gaben die Geldautomaten am Freitag nur noch 50-Euro-Scheine aus. Grund: Die Bürger dürfen seit Montag pro Tag 60 Euro abheben. Damit gingen schnell die 20-Euro-Scheine aus und die Geldautomaten geben nun vielerorts nur 50er aus. In Griechenland sind die Geldautomaten so eingestellt, dass sie nur 50- und 20-Euro-Scheine ausgeben.

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«Das Ergebnis ist, dass jeder hier mit 50-Euro-Scheinen herumläuft und die Geschäfte kein Wechselgeld zurückgeben können», sagte Christos Pilatakis, ein Hotelmanager auf der Touristeninsel Rhodos, der Deutschen Presse-Agentur. Das Problem mit den 20-Euro-Scheinen werde im Grossraum Athen stufenweise gelöst. Die Banken hätten am frühen Nachmittag die Geldautomaten mit 20-Euro-Scheinen versorgt, berichtete der griechische Rundfunk.

 

— Pascal Meisser (@PMeisser) 3. Juli 2015

 

12:26 Uhr: Das Oberste Verwaltungsgericht muss sich mit einer Verfassungsklage über das Referendum beschäftigen. Zwei griechische Bürger werfen den Initiatoren vor, die Volksabstimmung sei verfassungswidrig. Ihre Kritik bezieht sich hauptsächlich auf den knappen Zeitraum zur Vorbereitung sowie die unklare und zu komplexe Fragestellung. Der Entscheid ist für heute Mittag angekündigt.

11:36 Uhr: Der Ausgang des griechischen Referendums am Sonntag ist auch für die Europäische Zentralbank (EZB) relevant. «Wir müssen die Aussichten für eine Einigung mit Griechenland und seinen Gläubigern bewerten», sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Freitag in Vilnius. Eine Ablehnung der bisherigen Vorschläge der Gläubiger durch die Wähler würde eine Einigung mit den Gläubigern schwieriger machen. Bei einem «Nein» würden sich auch die Perspektiven für die griechischen Banken verschlechtern, sagte Constancio. Grundlegend anders wäre die Situation, falls es zu einem «Ja» komme, sagte er. Eine Einigung wäre dann einfacher zu erreichen. «Das ist der einzige Aspekt, der für uns zählt.»

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Die EZB stützt das griechische Bankensystem derzeit mit Notkrediten. Das maximale Volumen hat die Notenbank derzeit bei knapp 90 Milliarden Euro festgesetzt. Die Notenbank beschloss jedoch am Sonntag, das Kreditvolumen wegen der ausgebliebenen Einigung zunächst nicht mehr anzuheben. Daher wird in den griechischen Banken das Geld zusehends knapp, und Griechenland musste Kapitalverkehrskontrollen einführen.

10:42 Uhr: Der Schweizer Ökonom Thomas Straubhaar nimmt sich seine US-Kollegen zur Brust, die die deutsche Griechenland-Politik schlechtreden, denn Paul Krugman und Co. geben der Troika die Schuld für die Griechenland-Krise. In einem Gastbeitrag für die deutsche Zeitung «Die Welt» hält Straubhaar aber dagegen: «Wenn amerikanische Ökonomieprofessoren beginnen, europäische Politik zu betreiben, spielen in ihrer Denkweise institutionelle Faktoren eine vergleichsweise geringe Rolle. Das mag damit zu tun haben, dass in den USA bei allen durchaus vorhandenen Unterschieden zwischen den einzelnen Bundesstaaten in vielen Fällen ein gemeinsames Selbstverständnis, ein Nationalbewusstsein und eine politische Union bestehen. Das alles fehlt in weiten Teilen in der EU.»

09:48 Uhr: Die Investorenlegende Bill Gross meldet sich zu Wort. «EU, EZB, IWF spielen ein zirkuläres Schneeballsystem», schrieb der wegen seiner zahlreichen Erfolge am Anleihemarkt auch Bondkönig genannte Investor in einer Mitteilung auf Twitter. Die Troika, bestehend aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, würde neue Kredite an Griechenland nur vergeben, um alte Kredite an sich selbst zurückzuzahlen, so Gross. «Welch Krise», schloss er seinen Tweet. Und spielte damit auf potenzielle Milliardenverluste für europäische Steuerzahler an.

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— Janus Capital (@JanusCapital) 1. Juli 2015

 

07:43 Uhr: Gemäss einer neuen Umfrage ist der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble so beliebt wie nie. Im Deutschlandtrend der ARD sagten 70 Prozent der Befragten, sie seien mit Schäubles Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. Wie der WDR mitteilte, war dies der bisher beste Wert für Schäuble in der regelmässigen Befragung überhaupt. In Griechenland trifft Schäuble, der in der Schuldenkrise auf einen strikten Sparkurs in Athen pocht, hingegen verbreitet auf Ablehnung.

 

— tagesschau (@tagesschau) 2. Juli 2015

 

06:54 Uhr: Das für Sonntag geplante Referendum in Griechenland zum Sparkurs wird immer mehr zur Schicksalswahl für das vor der Pleite stehende Euro-Land. Bei einem «Nein» stellte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem die Mitgliedschaft des Landes in der Währungsunion infrage.

Freitag, 06:29 Uhr: In einer Umfrage kurz vor dem Referendum hält sich die Zahl der Befürworter und Ablehner des Reformkurses in etwa die Waage. 44,8 Prozent der Befragten wollen der Befragung des Zeitung «Ethnos» zufolge mit Ja stimmen, 43,4 Prozent mit Nein. Zudem sind 74 Prozent der Umfrageteilnehmer für einen Verbleib in der Euro-Zone.

22:50 Uhr: Für heute beenden wir den Griechenland-Ticker und bedanken uns einmal mehr für Ihre Aufmerksamkeit. Gute Nacht!

22:45 Uhr: In Deutschland sehen 68 Prozent der Bevölkerung die Schuld für die Eskalation der Schuldenkrise bei der griechischen Regierung. Das zeigt eine Umfrage der ARD. Nur vier Prozent machen die Euro-Staaten verantwortlich, 24 Prozent sehen eine Mitschuld auf beiden Seiten.

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22:31 Uhr: Mehrere Tausend Menschen haben in Paris für den Kurs der griechischen Regierung im Schuldenkonflikt demonstriert. Organisiert wurde die Kundgebung von Abweichlern innerhalb der regierenden Sozialistischen Partei von Präsident François Hollande.

22:05 Uhr: Kunden aus Griechenland könnten ihre Tickets jetzt mit Bargeld am Schalter zahlen, teilte Ryanair am Donnerstag mit. Die Fluggesellschaft trägt damit den strengen Kapitalkontrollen Rechnung.

21:04 Uhr: Die Banken werden laut dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras nicht mehr lange geschlossen bleiben. Eine Einigung mit den Gläubigern auf ein neues Schuldenabkommen werde nach dem Referendum am Sonntag innerhalb von 48 Stunden zustande kommen, sagte Tsipras dem Fernsehsender ANT1. Dann würden die Banken auch wieder öffnen.

19:36 Uhr: Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments fordert Neuwahlen für den Fall, dass die Bevölkerung für das Sparpaket stimmt. Die Zeit bis zur Wahl müsse «mit einer technischen Regierung überbrückt werden, damit wir weiter verhandeln können», sagte Schulz dem «Handelsblatt» laut einer Vorabmeldung aus der Freitagausgabe. Der linke Ministerpräsident Alexis Tsipras sei «unberechenbar und manipuliert die Menschen in Griechenland, das hat fast demagogische Züge», sagte Schulz. «Mein Glaube an die Verhandlungsbereitschaft der griechischen Regierung ist mittlerweile auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen».

18:10 Uhr: Griechenland braucht nach einer vorläufigen Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) bis Ende 2018 zusätzlich 50 Milliarden Euro. Das geht aus einem  IWF-Entwurf über eine Bewertung der Schuldentragfähigkeit des Landes hervor.

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17:07 Uhr: Griechenland könnte nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Verlängerung der Kredite und umfangreiche Schuldenschnitte benötigen.

16:10 Uhr: Griechenland bewegt auch die Schweizer Politlandschaft. Seit Mitte Juni gibt es den Verein «Solidarität mit Griechenland». Dahinter stecken Gewerkschaften, Links- und Jungparteien. Ihr Ziel ist «die politische und praktische Solidarität mit dem durch die neoliberale Politik besonders gebeutelten griechischen Volk». Für heute Donnerstag ist eine Kundgebung vor der EU-Botschaft angekündigt.

 

— Balthasar Glättli (@bglaettli) 2. Juli 2015

 

15:16 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Möglichkeit eines Ausscheidens der Griechen aus der Eurozone ins Spiel gebracht, sollten die Bürger des Landes bei dem Referendum gegen die Sparforderungen stimmen. Bei einer «Nein»-Stimme gebe es nicht nur keine Basis für ein neues Hilfsprogramm, «sondern dann ist es sehr fraglich, ob es überhaupt eine Basis für Griechenland in der Eurozone gibt», sagte er am Donnerstag im Parlament in Den Haag. «Das ist die fundamentale Frage, um die es tatsächlich geht.»

15:12 Uhr: Eine Rückkehr vom Euro zur Drachme würde Griechenland nach Angaben von Finanzminister Gianis Varoufakis vor äusserst praktische Probleme stellen. «Wir haben die Notenpressen zerstört», sagte Varoufakis am Donnerstag im australischen Radiosender ABC.

14:00 Uhr: Griechenlands Staatschef Prokopis Pavlopoulos hat seinen für nächsten Dienstag geplanten Antrittsbesuch bei Bundespräsident Joachim Gauck in Berlin abgesagt. Einen entsprechenden Bericht von «Spiegel Online» bestätigte am Donnerstag die Sprecherin des Bundespräsidenten. Gauck und Pavlopoulos hatten zuvor miteinander telefoniert. Dabei habe der griechische Präsident um Verständnis dafür gebeten, dass er angesichts der aktuellen Situation in seiner Heimat in der nächsten Woche nicht verreisen wolle.

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13:23 Uhr: Der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis ruft die Griechen dazu auf, beim Referendum über die Reformvorschläge der Gläubiger mit einem «Ja» zu stimmen. «Europa ist unsere Heimat, Griechenland ist untrennbar mit Europa verbunden», sagt der konservative Politiker in einer Fernsehansprache. Karamanlis war von März 2004 bis Oktober 2009 Ministerpräsident des südeuropäischen Landes. Zwölf Jahre hatte er den Vorsitz der Partei Nea Dimokratie inne.

13:20 Uhr: Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat die griechische Finanzkrise mit der Staatspleite ihres Landes vor rund 13 Jahren verglichen. «Das griechische Volk macht das Gleiche durch wie die Argentinier damals: Das Drama der ständigen Sparpolitik», sagte sie laut Medienberichten in einer TV-Rede am Mittwoch (Ortszeit). Neoliberale Politik führe zu Elend, Hunger und Arbeitslosigkeit.

12:41 Uhr: Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hat die Griechen vor einer Ablehnung der Gläubiger-Reformvorschläge bei dem geplanten Referendum am Sonntag gewarnt. Ein «Nein» werde die Verhandlungsposition des Landes nicht stärken und werde sowohl Griechenland als auch Europa in eine «sehr schwierige» Lage bringen, sagte der Vorsitzender der Euro-Finanzminister am Donnerstag.

12:10 Uhr: Der Franken hat sich am Donnerstagmorgen erneut abgeschwächt. Der Euro stieg gegen Mittag über die Marke von 1,05 Franken. Das ist der höchste Stand seit Mitte Juni. Um 12:00 Uhr notierte die europäische Gemeinschaftswährung im Interbankenhandel bei 1,0524 Franken. Kurz vor 8:00 Uhr hatte er noch ein vorläufiges Tagestief von 1,0462 Franken erreicht. Zum Dollar stand der Euro am Mittag wenig stärker bei 1,1080.

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11:48 Uhr: Angesichts der eskalierenden Griechenland-Krise hat Schwedens Notenbank überraschend den Leitzins gesenkt. Die Währungshüter kappten den bereits negativen Schlüsselsatz weiter: auf minus 0,35 von minus 0,25 Prozent. Zugleich will die Stockholmer Riksbank von September an bis zum Jahresende Staatsanleihen im Volumen von 45 Milliarden Kronen (rund 4,8 Milliarden Euro) erwerben. Ein im April beschlossenes Ankaufprogramm läuft im September aus. Die Zentralbank warnte, die Folgen der Krise um das de facto zahlungsunfähige Euro-Land Griechenland seien derzeit schwer abzuschätzen. Sie steht bereit, die Geldpolitik bei Bedarf weiter zu lockern – notfalls auch zwischen den regulären Zinssitzungen.

 

— Sveriges riksbank (@riksbanken) 2. Juli 2015

 

10.51 Uhr: Der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis kündigt seinen Rücktritt an, falls die Bürger am Sonntag in dem Referendum für die Vorschläge der internationalen Gläubiger stimmen. Bei der Abstimmung gehe es darum, wie Griechenland im Euro gehalten werden solle, sagt er zu «Bloomberg TV».

10.07 Uhr: Das Ja-Lager übernimmt die Führung in Wählerumfragen: Bei einer vom GPO-Institut im Auftrag der Bank BNP Paribas durchgeführten Umfrage unter 1000 Wählern antworteten 47,1 Prozent, sie wollten bei dem Referendum mit «Ja» stimmen oder sie neigten einem «Ja»-Votum zu. Dagegen sagten 43,2 Prozent, sie planten die Abgabe einer «Nein»-Stimme oder neigten einem «Nein»-Votum zu.

 

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— finanzen.ch (@finanzenCH) 2. Juli 2015

 

Die Umfrage zeigte auch, dass 59,9 Prozent der Griechen unter allen Umständen in der Eurozone bleiben wollen. Weitere 14,3 Prozent neigen dieser Meinung zu.  Dagegen sagten 19,8 Prozent der Griechen, dass die geforderten Opfer es nicht wert seien, in der Eurozone zu bleiben. Weitere 5,1 Prozent haben Sympathie für diese Meinung.

9:53 Uhr: Angesichts der verordneten Kapitalverkehrskontrollen haben sich in Griechenland auch am Donnerstag Schlangen vor Banken und Geldautomaten gebildet. Rund 1000 Filialen öffneten wie schon am Mittwoch für Rentner, die keine Bankkarten haben, und somit momentan an den Automaten nicht an Bargeld kommen können. Sie sollen bis zu 120 Euro bekommen können.

9:02 Uhr: Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindas lässt sich von der Nachrichtenagentur mit den Worten zitieren, dass ein «Nein» beim Griechen-Referendum am Sonntag nicht das Ende sein wird. Man sei auch dann «offen für Gespräche».

8:48 Uhr: Die Börsen in Fernost haben den dritten Tag in Folge Gewinne verzeichnet. Gute US-Konjunkturdaten rückten am Donnerstag die Sorgen über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone in den Hintergrund.

7:36 Uhr: Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, geht nach der Zuspitzung der griechischen Finanzkrise hart mit der Regierung in Athen ins Gericht. Sie wirft der linksgerichteten Führung indirekt Unvernunft vor.

Donnerstag, 6:30 Uhr: Als letzte der drei grossen Ratingangenturen hat Moody's die Kreditwürdigkeit Griechenlands näher in Richtung Zahlungsausfall gerückt. Die Bewertung sei um eine Stufe auf «Caa3» gesenkt worden, teilte das Institut mit. Weitere Absenkungen seien möglich. Viel Aufwand wäre das nicht, zwischen der Bewertung «Zahlungsausfall» und der aktuellen gibt es nur noch eine Stufe.

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Mittwoch, 22:30 Uhr: Damit beenden wir den Griechenland-Ticker an diesem Mittwoch und bedanken uns für die Aufmerksamkeit. Heute war wieder ein ereignisreicher Tag im Griechen-Drama. Mit dem Auslaufen des Kreditprogramms droht Griechenland die baldige Pleite. Die Regierung hofft mit einem Kompromiss auf eine Einigung in letzter Minute. Doch bei den Euro-Partnern will man das Referendum über das Sparprogramm abwarten. Allerdings sind sich die Regierungen der Euro-Länder nicht ganz so einig, wie der Entscheid an der Telefonkonferenz es erscheinen lässt. Während Italien und Frankreich eine schnelle Lösung fordern, will Deutschland eher abwarten.

21:26 Uhr: Laut Yanis Varoufakis strebt die Regierung schon am Montag eine Vereinbarung mit den Gläubigern an. Selbst harte Massnahmen würden akzeptiert, wenn die Schuldenlast tragfähig sei.

20:45 Uhr: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht den Antrag des von der Staatspleite bedrohten Griechenlands auf einen Aufschub von Kreditrückzahlungen skeptisch. Es sei «langjähriger Grundsatz» des IWF, die Rückzahlung von Krediten nicht zu verschieben.

20:03 Uhr: Auch der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis wirbt für ein «Nein» zu den Sparplänen. «Die Zukunft fordert, dass Griechenland ein grosses 'Nein' am Sonntag sagt, dass wir in der Eurozone bleiben und mit der Macht, die wir durch das 'Nein' erhalten, die staatlichen Schulden Griechenlands genauso neu verhandeln wie die Lasten zwischen Besitzenden und Besitzlosen», schrieb Varoufakis in einem am Mittwoch veröffentlichten Blog-Eintrag.

19:47 Uhr: Griechenlands Staatsrat, das höchste Verwaltungsgericht des Landes, will am Freitag darüber entscheiden, ob die geplante Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs rechtmässig ist.

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18:50 Uhr: Die Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister ist nach Angaben von Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem beendet. Vor dem Referendum am Sonntag werde es keine weiteren Gespräche der Eurogruppe geben, sagt der slowakische Finanzminister.

18:40 Uhr: EU-Ratspräsident Donald Tusk schliesst sich offenbar der Meinung von Angela Merkel an und will vor weiteren Schritten im Griechenland-Streit das Ergebnis des Referendums abwarten. «Europa will Griechenland helfen, aber man kann niemandem gegen seinen Willen helfen», lässt Tusk per Kurznachrichtendienst Twitter verlauten.

17:30 Uhr: Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro hat Griechenland seine Solidarität versichert. «Habt keine Angst, meine griechischen Brüder und Schwestern, es ist der richtige Weg, die Beziehungen zum internationalen Finanzkapital und dem Internationalen Währungsfonds abzubrechen», sagte Maduro.

16:59 Uhr: Zuvor war spekuliert worden, die griechische Regierung könnte das für Sonntag geplante Referendum möglicherweise zur Disposition stellen oder doch eine Zustimmung empfehlen.

16:58 Uhr: Eine Ablehnung des Sparprogrammes, so Tsipras, sei nicht gleichbedeutend mit einem Ausscheiden aus dem EU.

16:53 Uhr: Tsipras wiederholt seinen Aufruf an die griechische Bevölkerung am Sonntag mit «Nein» zu stimmen.

16:37 Uhr: Er nennt es «beschämend», dass die griechischen Banken hätten schliessen müssen, berichtet CNN.

16:29 Uhr: Jetzt spricht Premier Tsipras im griechischen Fernsehen.

16:01 Uhr: Für Milliardär Donald Trump ist das Ringen um Griechenland kein Problem. Wenn Deutschland das Land nicht retten würde, meint er, täte das eben Russland:

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— BI Politics (@bi_politics) 1. Juli 2015

15:41 Uhr: Mario Draghi verteidigt die Reformvorhaben für Griechenland. Die Schritte, die verlangt würden, hätten «soziale Fairness» zum Ziel, schrieb der EZB-Präsident in einem Statement. Das Massnahmenpaket habe Schritte zur Verbesserung der Steuerverwaltung und zur Bekämpfung der Steuerflucht enthalten.

15:23 Uhr: Am Montag schoss die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen von Italien und Spanien in die Höhe. Herrscht die Angst vor einer Ansteckung? Eine Bestandsaufnahme, wie die Kapriolen der Griechen die vormaligen Krisenländer beeinflusst, finden sie hier.

15:11 Uhr: Gestern berichteten wir von der Idee, den Griechen per Crowdfunding zu helfen. Kleines Update: Die Initiatoren haben innert drei Tagen 820'000 Euro gesammelt, fast 49'000 Personen haben gespendet. Die Summe steigt schnell. Das sind im Schnitt knapp 17 Euro pro Person. Vielleicht hätte früher jemand auf die Idee kommen sollen?

14:41 Uhr: Die künftige Griechen-Hilfe hängt von Deutschland ab. Nach dem Antrag auf das dritte Hilfspaket bleibt der griechischen Regierung nur der «Europäische Stabilitätsmechanismus» (ESM). Hier haben Deutschland, Frankreich und Italien faktisch ein Vetorecht. Damit muss bei jedem Antrag auf Finanzhilfe Deutschland zustimmen.

13:43 Uhr: EU-Kommission empfiehlt Europas Hellas-Gläubigern ein bisschen Geduld. Vor möglichen Zahlungsaufforderungen sollen die Verhandlungen über ein neues Hilfsprogramm abgewartet werden. Dies sagte der für den Euroraum zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, am Mittwoch in Brüssel. Über ein neues Programm könne man mit jeder Regierung in Athen verhandeln, fügte er hinzu. Beratungen über neue Hilfen dürften aber sehr viel komplexer sein als diejenigen über die Auflagen für das am Dienstag abgelaufene Programm.

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13:17 Uhr: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist berühmt für die Aussage: «Scheitert der Euro, scheitert Europa». Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Merkel nun aber mit diesen Worten: «Die Zukunft Europas steht mit der Griechenland-Krise nicht auf dem Spiel.»

13:12 Uhr: Neue Vorschläge der griechischen Regierung zur Lösung des Schuldenstreits haben der Schweizer Börse kräftig Auftrieb gegeben. Der SMI stieg 1,1 Prozent auf 8875 Punkte. In den letzten fünf Tagen war der Leitindex rund vier Prozent gefallen. Angesichts des andauernden Tauziehens wagten sich die Anleger aber nicht richtig aus der Deckung, die Umsätze waren dünn. «Der Markt bleibt volatil und die Marktteilnehmer sind daher vorsichtig», sagte ein Händler. «Es kann rasch wieder drehen.»

12:54 Uhr: Der deutsche Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wagt keine Vorhersage, ob Griechenland in den kommenden Wochen ein neues Hilfsprogramm erhalten kann. «Ich gebe keine Prognosen ab», sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. Er schob zugleich nach: «Wir sind zu allem bereit».

12:35 Uhr: Italien stellt sich an die Seite Griechenlands. Eine Rückkehr Griechenlands zur früheren Landeswährung Drachme muss Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi zufolge verhindert werden.

12:10 Uhr: Auch wenn der Euro zum US-Dollar zulegt, der Frankenkurs bleibt stabil. Am Mittag steht er bei 1,0457 Franken für einen Euro.

12:02 Uhr: Tsipras Brief stösst bei der der Euro-Gruppe offenbar auf Ablehnung. Der Brief vom griechischen Ministerpräsidenten enthalte Elemente, die die zuständigen Minister der Euro-Zone wohl nur schwer akzeptieren können, sagt ein Vertreter der Euro-Zone. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betont derweil in Berlin, dass dieser zweite Brief auch nicht für Klarheit gesorgt habe.

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11:59 Uhr: Hoffnungen auf ein Einlenken der griechischen Regierung in letzter Minute treiben die Aktienkurse und den Euro an: Der Dax steigt in der Spitze um 2,8 Prozent auf 11'248 Punkte, der Euro legt zeitweise gut einen halben US-Cent auf ein Tageshoch von 1,1171 Dollar zu. Auch der SMI steigt um 1.2 Prozent auf 8888 Punkt.

11:56 Uhr: Am 20. Juli muss Griechenland der EZB Schulden in der Höhe von 3,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Das ist mal locker mehr als doppelt so viel, wie die Regierung Tsipras schon jetzt nicht leisten konnte.

11:54 Uhr: Die Vertreter der Euro-Zone sehen laut Reuters die Möglichkeit, vor dem 20. Juli ein neues Hilfsprogramm für Griechenland aufzusetzen.

11:35 Uhr: Dem Bericht zufolge will die griechische Regierung die Forderungen der Gläubiger für die landesweite Mehrwertsteuerreform grösstenteils akzeptieren. Nur für die griechischen Inseln verlange Athen einen Abschlag von 30 Prozent. In der ebenfalls strittigen Rentenreform wolle Athen den schrittweisen Anstieg des Rentenalters auf 67 Jahr bis zum Jahr 2022 nicht sofort, sondern erst ab Oktober beginnen. Ausserdem verlange Tsipras, dass eine «Solidaritätsgarantie» für ärmere Rentner, die bis Ende 2019 gelten soll, moderater auslaufe als von den Gläubigern verlangt.

11:20 Uhr: In den Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern scheint abermals Bewegung zu kommen. Die «Financial Times» (FT) berichtete am Mittwoch über ein Schreiben von Griechenlands Premier Alexis Tsipras, wonach dieser die meisten der Forderungen seitens der Geldgeber akzeptieren will. In einem Brief an die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und den Internationalen Währungsfonds (IWF) habe Tsipras nur «kleine Änderungen» an dem jüngsten Hilfsangebot der Geldgeber gefordert.

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10:50 Uhr: Die griechische Industrie gerät angesichts der ungewissen Verbleibs des Landes in der Eurozone unter Druck. Ihre Produktion schrumpfte im Juni so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,1 auf 46,9 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. «Damit endet das schlechteste Quartal seit zwei Jahren«, sagte Markit-Ökonom Phil Smith. Der Experte geht davon aus, dass die Unternehmen darauf mit Stellenabbau reagieren werden. Die griechische Arbeitslosenquote ist mit 25,6 Prozent so hoch wie in keinem anderen EU-Land.

10:25 Uhr: Die Bankenschliesung bedeutet Stress für viele Rentner, die nicht an ihre Bezüge kommen. Da heute die Geldhäuser für sie geöffnet haben, standen vielerorts seit dem frühen Morgen zahlreiche Pensionäre Schlange (siehe Bildergalerie). Die Banken hatten diese Ausnahme ermöglicht, da viele Rentner keine EC- oder Kreditkarten haben und somit in den vergangenen Tagen an den Automaten kein Bargeld abheben konnten. Die Banken sollen auch am Donnerstag und Freitag für Rentner geöffnet sein.

9:58 Uhr: Die Eurogruppe wird ihre Telefonkonferenz zu Griechenland laut einem Sprecher um 17.30 Uhr beginnen. Dies sei sechs Stunden später als zunächst geplant, heisst es.

9:50 Uhr: Nach den Verlusten der letzten Tage ist der SMI wie erwartet leichter in den Handel gestartet. In der ersten Handelsstunde legte er um 0.6 Prozent zu. Der deutsche Leitindex Dax lag mit einem Plus über 1 Prozent knapp über der 11'000-Punkte-Grenze.

9:09 Uhr: Als erstes entwickeltes Land hat Griechenland eine Rückzahlung an den IWF verfehlt. Wann kommt jetzt die Staatspleite. Topökonom Charles Wyplosz erklärt im Interview mit Handelszeitung.ch, was jetzt zählt.

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08:52 Uhr: Die Schweizer Börse dürfte am Mittwoch wenig verändert bis leichter starten. Nach den kräftigen Kursabschlägen der Vortage schliessen Händler eine technische Erholung nicht aus. Angesichts des andauernden Tauziehens in der Griechenland-Schuldenkrise dürften die Marktteilnehmer allerdings vorsichtig bleiben und die Kurse volatil. «Die Anleger wagen sich noch nicht aus der Deckung», sagte ein Händler. Schnäppchenjäger seien auch bei Qualitätswerten kaum auszumachen.

Die Bank Julius Bär berechnete den SMI vorbörslich um 0,1 Prozent höher mit 8788 Punkten. Der SMI-Future dagegen notierte mit 8764 Zählern um 0,3 Prozent tiefer. Am Vortag war der Leitindex um ein Prozent gefallen.

08:45 Uhr: Die Griechenlandkrise bewegt den Eurokurs zwar weiterhin. Dennoch scheint er insgesamt aber weiterhin den Turbulenzen der Griechenland-Krise zu trotzen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde am Mittwoch im frühen Handel mit 1,1126 Dollar gehandelt nach 1,1148 Dollar am Dienstagabend. Zum Franken zeigt sich der Euro allerdings wenig verändert und wird am Mittwochmorgen zu 1,0413 Franken nach 1,0425 Franken am Abend gehandelt. Auch der Dollar tendiert zum Franken mit 0,9359 Franken nach 0,9350 Franken am Abend stabil.

Die Devisenexperten der Commerzbank verweisen vor allem auf die EZB. So habe EZB-Chefvolkswirt Peter Praet am Dienstag erneut das Instrumentarium hervorgehoben, welches die EZB zur Krisenbekämpfung zur Verfügung hat. «Dass die Euro-Wechselkurse auf Griechenland nicht reagieren heisst, dass der Devisenmarkt fest davon ausgeht, dass die Disziplinierung erfolgreich ist» , lautet die Einschätzung Commerzbank.

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08:26 Uhr: Laut der Umfrage des Prorata Polling Institute sagen zum Referendum am 5. Juli 54 Prozent der Griechen Nein und 33 Prozent Ja. 13 Prozent sind untentschlossen. Die Umfrage hat laut Reuters vor und nach der Schliessung der griechischen Banken stattgefunden. Bei einer weiteren Umfrage, die vor der Schliessung gemacht wurde, lag die Nein-Quote noch bei 57 Prozent, 30 Prozent waren für Ja und 13 unentschlossen. Bei der dritten Umfrage nach der Banken-Schliessung am Montag sank die Nein-Quote auf 46 Prozent, 37 Prozent sagten Ja und 17 Prozent waren unentschlossen.

— Holger Zschaepitz (@Schuldensuehner) 1. Juli 2015

7.48 Uhr: Neue Runde im Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Geldgebern: Die Finanzminister der Eurogruppe wollen heute um 11.30 Uhr erneut über die verfahrene Lage in dem pleitebedrohten Krisenland sprechen. EU-Diplomaten erwarten neue Spar- und Reformvorschläge der Regierung in Athen. Nach Informationen der Tageszeitung «Die Welt» erwägt Athen auch, die für Sonntag geplante Volksabstimmung unter der Bedingung abzusagen, dass es eine schnelle Übereinkunft mit der Eurogruppe gibt. Das habe Finanzminister Gianis Varoufakis seinen Kollegen gesagt. 

Mittwoch, 06:07 Uhr: Guten Morgen. Nun ist es offiziell: Griechenland ist seiner 1,5 Milliarden Euro schweren Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Internationalen Währungsfonds nicht nachgekommen. Das bestätigte der Fonds am Dienstagabend. Griechenland ist damit der erste entwickelte Staat, der beim IWF Rückstände hat.

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Der IWF bestätigte zudem, dass Griechenland noch in letzter Minute gebeten habe, die Zahlung erst später leisten zu müssen. Darüber werde der IWF zu gegebener Zeit beraten, ergänzte der Sprecher. Aus IWF-Kreisen verlautete, dass der die 188 Mitgliedstaaten repräsentierende Exekutivrat zu Beratungen über den Antrag zusammengekommen sei. Eine Entscheidung gab es zunächst nicht.

00:21 Uhr: Eine Mitteilung gibt es noch, nicht unwesentlich, sie kommt vom IWF: In einer Mitteilung heisst es kurz und bündig: Vonseiten der Griechen gab es am Dienstag keine Zahlung in Höhe von 1.5 Milliarden Euro. Damit ist Athen in Verzug.

22:00 Uhr: Für heute beenden wir den Griechenland-Ticker und bedanken uns für die Aufmerksamkeit. Die Situation bleibt spannend. Nachdem das Hilfsprogramm nicht verlängert wurde, will die Euro-Gruppe am Mittwoch um 11:30 erneut zu einer Telefonkonferenz zusammenkommen. Dabei solle der «Stand der Dinge» beraten werden, so ein Sprecher. Die griechische Regierung hatte am Dienstagabend durchblicken lassen, dass sie für ein «Ja» beim Referendum werben oder die Volksabstimmung absagen könnte, wenn es neue Finanzhilfen gibt.

20:46 Uhr: Die Euro-Finanzminister haben die Bitte Griechenlands um Verlängerung des um Mitternacht auslaufenden Hilfsprogramms abgelehnt. Dies teilte Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Dienstagabend mit. Damit verliert das pleitebedrohte Land endgültig den Zugriff auf Hilfsmittel von insgesamt rund 18 Milliarden Euro. Nach Angaben Dijsselbloems wird die griechische Regierung am Mittwoch einen neuen Vorschlag übermitteln. Die Bitte um ein neues Programm werde aber erst nach dem griechischen Referendum am 5. Juli geprüft. Ein neues, drittes Hilfsprogramm könnte schärfere Bedingungen haben als das bisherige, fügte er hinzu.

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20:14 Uhr: Nach Aussage des maltesischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat ist die griechische Regierung bereit, auf das Schulden-Referendum zu verzichten. Nötig wäre aber dafür eine Einigung mit den Geldgebern.

19:50 Uhr: In dem Schreiben von Tsipras an Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem heisst es offenbar, dass Athen die Hilfen ausschliesslich zur Ablösung fälliger griechischer Schulden im Zeitraum 2015 bis 2017 verwenden will. Es handelt sich um eine Summe von rund 29 Milliarden Euro.

18:56 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Dienstagabend erneut betont, dass die Bundesregierung mit einer Regierung in Athen erst wieder nach dem für Sonntag geplanten Referendum verhandeln wird. «Bevor nicht ein Referendum, so wie es geplant ist, durchgeführt ist, werden wir über gar nichts neu verhandeln», sagte Merkel bei einer Veranstaltung des Parlamentskreises Mittelstand der Union in Berlin.

18:09 Uhr: Die griechische Tourismusindustrie startet eine Kampagne fürs «Ja» zum Sparprogramm. Unter dem Slogan «Ja zu Griechenland - Ja zum Euro» wirbt Sete für eine Lösung mit den Geldgebern. Im Verband sind insgesamt über 50'000 Unternehmen mit 400'000 Mitarbeitern vertreten.

17:46 Uhr: Internationale Pharmahersteller haben hohe Forderungen an das pleitebedrohte Griechenland. Inzwischen liege der seit 2013 offene Betrag bei 1,05 Milliarden Euro. Trotz der Eskalation der Griechenland-Krise wollen die Grosskonzerne Novartis, Roche, Merck und Boehringer Ingelheim aber auch weiterhin Medikamente in das gebeutelte Land liefern.

17:30 Uhr: Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in der Schuldenkrise Griechenlands hat den Handel an der Obligationenbörse am Dienstag gelähmt. Weil nicht klar sei, ob der Mittelmeer-Anrainer in letzter Minute doch noch gerettet oder zahlungsunfähig werde, blieben die Anleger an den Seitenlinien.

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17:00 Uhr: Die Eurogruppe reagiert auf die überraschende Bitte. Sie will noch heute in einer Telefonkonferenz über das neue griechische Hilfsgesuch debattieren. Die Information zur Telefonkonferenz um 19 Uhr verbreitete Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem über den Kurznachrichtendienst Twitter.

15:55 Uhr: Ziel sei eine «tragfähige Lösung, um in der Euro-Zone zu bleiben», heisst es laut Reuters aus dem Büro von Premier Tsipras. Damit bittet Athen um ein drittes Hilfsprogramm.

15:44 Uhr: Die griechische Regierung bleibt nach eigenen Angaben am Verhandlungstisch. Sie bringt einen auf zwei Jahre ausgerichteten Vorschlag ins Spiel, wonach der Europäische Rettungsfonds ESM den Finanzbedarf decken soll, während parallel umgeschuldet wird.

15:09 Uhr: Griechenland wird die am Dienstag fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zurückzahlen. Auf die Frage, ob Griechenland die Zahlung in Höhe von knapp 1,6 Milliarden Euro fristgerecht zum 30. Juni leisten werde, antwortete Varoufakis am Dienstag in Athen mit einem «Nein», wie griechische Medien berichteten. Er hoffe dennoch, dass es eine Einigung geben werde. «Wir wollen im Euro bleiben, aber mit einer Regelung, mit der wir leben können», sagte der Finanzminister.

14:44 Uhr: Es wäre nicht das erste Mal, das Griechenland pleite ginge. Der Staat war schon vier Mal bankrott. Im Prinzip war das Land schon 1827 pleite, also vor der Staatsgründung 1830. Es folgte ein zweiter Bankrott 1843. 1893 hiess es erneut: «Leider sind wir bankrott.» Die Weltmarktpreise für Korinthen waren eingebrochen, die Weintrauben waren Griechenlands wichtigstes Exportgut. Als Folge der Weltwirtschaftskrise 1929 war Griechenland 1932 dann zum vierten Mal pleite.

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Ist Griechenland damit eine Ausnahme? Keineswegs: Denn auch Deutschland war nach dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg faktisch pleite. Vier Mal gewährten die Gläubiger massive Schuldenschnitte: 1924, 1929, 1932 und 1953. Vor 62 Jahren handelte die Regierung von Kanzler Konrad Adenauer mit 20 Staaten das Londoner Schuldenabkommen aus.

14:31 Uhr: Deutschlands Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gibt positive Signale: Er erklärte vor Unionsabgeordneten, dass Griechenland auch bei einem «Nein» beim Referendum am Sonntag in der Euro-Zone bleibt.

14:09 Uhr: Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel klingt alles andere als hoffnungsfroh. Das Hilfsprogramm laufe um Mitternacht aus, sagt sie in Berlin. «Ich kenne keine belastbaren anderen Hinweise», so Merkel. «Alles was ich weiss, ist, dass das letzte Angebot der Kommission, das mir bekannt ist, eines vom Freitag letzter Woche ist. Mehr kann ich nicht beisteuern.»

13:16 Uhr: Die Chance für Griechenland, aus dem aktuellen Hilfsprogramm seiner europäischen Partner noch Milliardenhilfen zu erhalten, sind deutschen Regierungskreisen zufolge vertan. «Für eine Verlängerung des Programms ist es jetzt zu spät», sagte ein deutscher Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Damit trat er Spekulationen entgegen, dass es in letzter Minute noch zu einer Einigung zwischen Griechenland und seinen Geldgebern kommen könnte, die den Weg freimachen könnte für weitere Hilfszahlungen aus dem laufenden zweiten Unterstützungsprogramm.

13:01 Uhr: Italien muss wegen der Griechenland-Krise deutlich mehr Zinsen für frisches Geld zahlen. Die Rendite für die zehnjährige Staatsanleihe stieg mit 2,35 Prozent auf den höchsten Stand seit Oktober 2014. Zuletzt mussten Anleger lediglich mit 1,83 Prozent gelockt werden. Bei der fünfjährigen Anleihe erreichte die Rendite mit 1,25 (zuvor: 0,85) Prozent sogar den höchsten Wert seit einem Jahr.

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12:39 Uhr: Die Chancen sind eher gering, dass es in letzter Minute eine Einigung zustande kommt. Bisher hat es von griechischer Seite noch keine Bewegung gegeben, berichtet Reuters.

12:29 Uhr: Und so soll der Deal offenbar über die Bühne gehen: Tsipras müsste einen Brief schreiben an EU-Kommissionspräsident Juncker, Eurogruppenchef Dijsselbloem, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Holland. Darin müsste er das EU-Angebot vom Samstag akzeptieren, berichtet das Politikmagazin «Politico». Auf dieser Grundlage würde sich Tsipras zu einer «Ja»-Kampagne verpflichten und damit wäre der Weg für eine Verlängerung des Rettungspaketes offen.

12:16 Uhr: Darüber muss Premier Alexis Tsipras wohl erstmal in Ruhe nachdenken. Nach dem neuen Vermittlungsangebot aus Brüssel im Streit zwischen Athen und den Geldgebern hat die griechische Regierung eine Pressekonferenz verschoben. Es wurde erwartet, dass sich der Regierungssprecher am Nachmittag zum Vorschlag der EU äussert.

12:01 Uhr: Torschlusspanik? Nicht nur, dass Tsipras den Vorschlag von Juncker erwägt; die EU-Minister wollen den griechischen Premier offenbar in letzter Minute vom Kurswechsel überzeugen und zur der Annahme des Reformplans bewegen. Mehr dazu hier.

11:38 Uhr: Ministerpräsident Tsipras zieht laut einem Bericht der Zeitung «Kathimerini» den jüngsten Vorschlag von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Betracht.

11:19 Uhr: Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz sieht beim griechischen Referendum sowohl Zustimmug als auch Ablehnung mit grossen Risiken behaftet. Er weiss dennoch, wie er abstimmen würde – sein Papier zum Votum am 5. Juli finden Sie hier auf Handelszeitung.ch erstmalsin deutscher Übersetzung.

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11:01 Uhr: Ach so - wer spendet, bekommt auch etwas dafür. Für drei Euro gibt es eine Postkarte von Premier Alexis Tsipras. Für sechs griechischen Feta, für zehn eine Flasche Ouzo. Wer 1'000'000 Euro spendet, bekommt allerdings gar nichts, ausser «einer Menge Dankbarkeit von den Bürgern Europas, vor allem den griechischen».

10:52 Uhr: Ein Brite will Griechenland per Crowdfunding retten, siehe hier. Seine Rechnung: Wenn jeder nur drei Euro gibt, können die Griechen ihre Schulden zahlen. Innerhalb eines Tages hat Thom Feeney so über 17'000 Euro gesammelt. Dumm nur, dass die Griechen nur noch bis heute Zeit haben. Und dass die angestrebten 1,6 Milliarden Euro für den IWF längst nicht alle Schulden sind, die sie begleichen müssen... Auf Twitter findet Feeneys Vorschlag trotzdem viele Anhänger:

— Milena Glimbovski (@MilenaGlim) 30. Juni 2015

 

10:34 Uhr: Der SMI ist tatsächlich schwächer in den Handel gestartet. In den ersten anderhalb Stunden verlor er knapp 1 Prozent. Ähnlich der Dax, der damit unter die Marke von 11'000 Punkten fällt.

10:30 Uhr: In den sozialen Netzwerken empörten sich gestern viele, weil die von der Regierung empfohlene Antwort (Nein) an oberster Stelle stand und damit gefühlt dominierte.

10:23 Uhr: Worum stimmen die Griechen eigentlich ab? Hier einmal der Text:

— The Greek Analyst (@GreekAnalyst) 29. Juni 2015

10:17 Uhr: Griechische Renter kommen schon etwas früher an ihre Geld. Nachdem es gestern noch hiess, dass am Donnerstag ein Teil der Banken öffnet, damit Pensionäre an Bares kommen, wird es jetzt schon am Mittwoch soweit sein. 1000 Bankfilialen werden von Mittwoch bis Freitag öffnen, damit Rentner ohne EC- oder Geldkarte an ihre Bezüge kommen. Ein Grossteil der Renten in Griechenland wird in bar ausgezahlt.

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9:54 Uhr: Varoufakis: «Unsere Mitgliedschaft ist nicht verhandelbar.»

9:49 Uhr: «Die griechische Regierung wird von ihren Rechten Gebrauch machen», sagte Varoufakis im Interview. Darum werde sie sicher erwägen, den Europäischen Gerichtshof anzurufen. Es gebe keine rechtliche Grundlage für einen Euro-Austritt, darum werde man ihn nicht akzeptieren.

9:46 Uhr: Der griechische Finanzminister Varoufakis baut eine Drohkulisse auf: Sollte der Grexit tatsächlich drohen, erwägt er laut britischem « Daily Telegraph» rechtliche Schritte, um einen Auschluss Griechenlands aus der Gemeinschaftswährung zu verhindern.

9:23 Uhr: Die mögliche Rückkehr zur Drachme versetzt nicht nur Börsenanleger in Aufruhr, sondern auch die Notenbanker. Sollte es soweit kommen, wäre nämlich der Bargelddruck logistisch schwer zu bewältigen.

09:01 Uhr: Die Griechen-Krise lastet auf dem Euro. Vor allem zum Franken zeigt die Gemeinschaftswährung immer wieder Schwächeanfälle, auch in der Nacht auf Dienstag. Die SNB könnte wieder eingegriffen haben. Der Euro hat am Dienstag im frühen Handel einen Teil seiner Vortagesgewinne abgegeben und ist unter die Marke von 1,12 US-Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wird am Morgen mit 1,1185 Dollar gehandelt. Das ist rund ein halber Cent weniger als noch im frühen asiatischen Handel.

Der Franken, der sich in der Nacht auf Dienstag deutlich abgewertet hatte, verteuerte sich im frühen Geschäft wieder leicht zum Euro. Aktuell kostet ein Euro 1,0406 Franken nach 1,0414 Franken am Montagabend. Analog dazu legte auch der US-Dollar zu, der zu 0,9303 Franken nach 0,9268 Franken am Abend gehandelt wird.

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08:31 Uhr: Auch für den Dax zeichnete sich gut eine dreiviertel Stunde vor Handelsbeginn ein neuerlicher Rückschlag um 0,46 Prozent auf 11'032 Punkte ab. Tags zuvor war er nach der überraschenden Eskalation der Griechenland-Krise zeitweise bereits auf 10'964 Punkte eingebrochen, bevor er seine Verluste um einen Prozentpunkt auf gut 3,5 Prozent eindämmen konnte.

08:26 Uhr: Auch am Dienstag dürfte die Hellas-Krise die Anleger von der Schweizer Börse fernhalten. Händler erwarteten aufgrund negativer Vorgaben aus den USA im frühen Geschäft einen weiteren Kursrückgang. «Solange das Hickhack mit Griechenland anhält, werden sich die Anleger kaum neu engagieren», sagte ein Händler. Zu gross sei die Furcht vor den ungewissen Folgen einer Staatspleite des südeuropäischen Landes.

Die Bank Julius Bär berechnete den SMI vorbörslich um 0,5 Prozent tiefer mit 8828 Punkten. Der SMI Future notierte um 0,6 Prozent schwächer mit 8781 Zählern. Am Montag war der Leitindex um 1,5 Prozent gefallen.

07:14 Uhr: Bis Dienstag Mitternacht Washingtoner Zeit (Mittwoch 06.00 MESZ) müsste Griechenland dem Internationalen Währungsfonds (IWF) 1,54 Milliarden Euro überweisen. Sollte das Geld nicht eingehen, wäre Griechenland das erste entwickelte Land, das seine IWF-Schulden nicht pünktlich zahlt. Viel tun dagegen kann IWF-Chefin Christine Lagarde allerdings nicht. «Der IWF hat keine Sanktionsmöglichkeiten für einen solchen Fall», heisst es.

Dass das Geld gezahlt wird, ist unwahrscheinlich. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte am Montagabend im griechischen Staatsfernsehen, die Zahlung werde nicht erfolgen, wenn es nicht doch noch eine Einigung mit den internationalen Gläubigern gebe.

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06:38 Uhr: Die Ratingagentur Fitch hat am Montag vier Banken in Griechenland einen teilweisen Zahlungsausfall bescheinigt. Betroffen sind die Finanzinstitute Griechische Nationalbank (NBG), Piraeus, Eurobank und Alpha.

Dienstag, 06:27 Uhr: Guten Morgen. Heute läuft das Hilfprogramm für Griechenland aus. Zeitgleich müsste das Land bis um Mitternacht seine Schulden beim IWF begleichen. Es wird erneut ein spannender Tag.

Am Montagabend hat Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras gesagt, dass er seine politische Zukunft mit dem Ergebnis des Referendums über die umstrittenen Sparauflagen der Geldgeber verbindet.

23:00 Uhr: Für heute beenden wir den Griechenland-Ticker und bedanken uns für die Aufmerksamkeit.

22:55 Uhr: Nun meldet sich auch Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras zu Wort. Nach seinen Worten wird die Regierung ein Volks-Ja zu den Sparvorschlägen akzeptieren. «Wir werden aber nicht diejenigen sein, die sie ausführen», sagte Tsipras am Montagabend. Er stehe bereit, die Verhandlungen mit den Europäern wieder aufzunehmen. Sollten sie am Montag ein Angebot unterbreiten, werde Griechenland seine am Dienstag anstehenden Zahlungsverpflichtungen erfüllen. «Mein Telefon ist den ganzen Tag an. Wer immer auch anruft, ich nehme immer ab». Im griechischen Fernsehen forderte er seine Landsleute auf, bei dem Referendum den Spar- und Reformforderungen der internationalen Gläubiger eine Absage zu erteilen. Je stärker das «Nein» ausfalle, desto stärker werde die Position Griechenlands in darauffolgenden Verhandlungen sein.

21:45 Uhr: Auch China mischt sich ins Griechenland-Drama ein. Am EU-China-Gipfel in Brüssel forderte Regierungschef Li Keqiang die EU-Spitzen am Montag deutlich auf, sich für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone einzusetzen.

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21:30 Uhr: Am Abend haben rund 17'000 Menschen für ein Nein beim Referendum über die Vorschläge der internationalen Geldgeber demonstriert. «Nein zur Erpressung der Troika», «Nein zu den Memoranden» und «Unsere Leben gehören nicht den Gläubigern», hiess es auf Transparenten bei der Demonstration von Syriza-Anhängern auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament in Athen.

20:56 Uhr: Griechenland bekommt von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Quittung für die angekündigte Volksabstimmung präsentiert. Das Institut senkte am Montagabend die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf «CCC-». Damit sieht S&P nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsfall Griechenlands.

19:59 Uhr: Die Gläubiger des von der Pleite bedrohten Griechenland haben sich offenbar auf ein Stillhalten bis zum Referendum der Griechen verständigt. Die führenden Kräfte der EU, der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) wollen keine Anstrengungen für eine Einigung mit Griechenlands Regierung in letzter Sekunden unternehmen, berichtet die Nachrichtenagentur Market News International (MNI) am Montag. Die Agentur berief sich dabei auf einen namentlich nicht genannten EU-Offiziellen.

18:27 Uhr: Die Regierung in Griechenland will die für den 30 Juni anstehende Rückzahlung von Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht leisten. Die Auszahlung der Löhne und Gehälter der Staatsbediensteten sowie die Auszahlung der Renten habe Vorrang vor den IWF-Zahlungen, sagte ein griechischer Offizieller.

17:47 Uhr: Börsenpanik? In der Schweiz tauchte der SMI nicht so tief wie befürchtet. Zwar verlor der wichtigste Schweizer Index zwischenzeitlich 3 Prozent. Tagsüber erholte er sich wieder, schloss aber dennoch mit einem deutlichen Minus von 1.6 Prozent. Der Dax schloss deutlich tiefer mit 3.5 Prozent weniger, knapp über der 11'000-Punkte-Grenze.

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17:11 Uhr: Wäre der Grexit ein Sicherheitsrisiko? Die Allianz sei besorgt, sagte der stellvertretende Generalsekretär Alexander Vershbow gegenüber «Bloomberg». Man fürchtet steigende Instabilität am Balkan, sollte Griechenland aus dem Euro austreten. Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, sagte, dass er ein Auseinanderbrechen der EU für wahrscheinlich halte, sollte Griechenland austreten.

— cep (@CEP_EU) 19. Juni 2015

16:47 Uhr: Genauer gesagt – am Donnerstag sollen Hunderte Hunderte Bankfilialen zur Auszahlung von Pensionen öffnen. Es gebe entsprechende Bemühungen, sagte  laut Reuters ein Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte. Diese Ausnahme gelte für schätzungsweise 850 Filialen. Sie blieben ansonsten die gesamte Woche geschlossen und dürften auch keine anderen Geschäfte abwickeln.

16:33 Uhr: Die griechischen Banken könnten bereits am Donnerstag wieder öffnen. Das sagte ein griechischer Regierungsvertreter laut Reuters.

16:17 Uhr: Premier Tsipras wird um 20 Uhr MESZ in den Abendnachrichten zur Nation sprechen, berichtet das Magazin Politico aus Brüssel.

15.56 Uhr: Nochmal, um das alles zu sortieren: Alle reden von den griechischen Schulden und der Zahlung über 1,6 Milliarden Euro, die morgen gegenüber dem IWF fällig wird. Aber das ist ja längst nicht die einzige Verpflichtung der Griechen. Hier nochmal eine Aufstellung.

15:37 Uhr: Viele Finger zeigen auf die griechischen Vertreter, allen voran auf Premier Tsipras und Finanzminister Yanis Varoufakis. Nonsens, sagt Ökonom Paul Krugman. Der Nobelpreisträger verteidigt das Verhalten der griechischen Linken: «Die Griechen tun unter den gegebenen Umständen das Richtige.»

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15:22 Uhr: Eine Gruppe profitiert von der Krise in Griechenland – die Besitzer von Bitcoin. Die digitale Währung erreichte laut «Wall Street Journal» heute früh den höchsten Stand seit April. Als Alternative zu regulären Währungen treiben Finanzkrisen den Bitcoin tendenziell in die Höhe. Von seinem Allzeithoch von 1150 US-Dollar ist die Digitalwährung beim aktuellen Wert von 254 US-Dollar aber noch weit entfernt.

14:36 Uhr: Griechenlands Premier Alexis Tsipras hat einem Regierungsvertreter zufolge mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz telefoniert und um Unterstützung für ein verlängertes Hilfsprogramm gebeten. Auch mit Juncker habe Tsipras gesprochen.

14:35 Uhr: In seiner Rede hatte EU-Kommissionspräsident Juncker die Griechen aufgefordert, gegen die Empfehlung ihrer Regierung zu stimmen. Er sagte: «Wenn die Griechen mit 'Ja' stimmen, ist das ein Zeichen an die EU und die Welt, dass Griechenland im Euro bleiben will.»

13:57 Uhr: Der CIO der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank rät dazu, das Chaos an den Börsen zum Einstieg zu nutzen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagt Asoka Wöhrmann: «Wir halten an unserer strategisch konstruktiven Sicht fest und sehen Marktturbulenzen als Einstiegschancen, auch wenn wir dazu raten, die Märkte und die politischen Entwicklungen auf Tagesbasis zu beobachten. Tendenziell zählen wir nach der heutigen Markteröffnung zu den Käufern.»

13:24 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äussert scharfe Kritik an der Regierung in Athen. Deren Vorschläge seien oft zu spät oder heillos ungelenk gewesen, sagt er in Brüssel. Das vorgeschlagene Sparpaket sei nicht dumm, sondern zeige einen klaren Weg voran.

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— Achim Wendler (@AchWendler) 29. Juni 2015

13:01 Uhr: Der SMI startete tiefrot in den Tag, konnte die Verluste aber wieder aufholen. Zur Mittagszeit steht der Leitindex nur noch 1,2 Prozent im Minus. Holcim führt die Verlierer an. Die Aktie verliert fast drei Prozent.

12:07 Uhr: Griechenland setzt nun auf einen Weg, der fast niemals funktioniert, schreibt Bloomberg. Das zeigt auch die Analyse der Handelszeitung: Kapitalkontrollen verschärfen Griechenlands Depression.

11:48 Uhr: Ein Tropfen auf den heissen Stein? Griechen dürfen in Athen gratis Bus und U-Bahn fahren, solange die Banken zu sind. Das sagte Verkehrsminister Christos Spirtzis am Montag im Fernsehsender Mega. Seine Entscheidung ist offenbar eine Reaktion der Regierung auf den Ansturm auf die Tankstellen am Wochenende, die zeigten, dass viele Griechen einen Engpass beim Benzin fürchten.

11:31 Uhr: Auch die IG Bank gibt sich optimistisch. Sie gehe davon aus, dass die Griechen-Krise an ihrem Kulminationspunkt und «bald vorbei» sei, so die Analysten der Bank.

11:22 Uhr: Wie schätzen Börsenexperten ein, welche Folgen die Kulmination der Griechen-Krise hat?  «Wir gehen davon aus, dass sich die Lage relativ rasch beruhigen wird», schreiben die Analysten der Schweizerischen Kantonalbank. Die griechischen Schulden seien zu 90 Prozent beim IWF und der öffentlichen Hand. Damit bestehe wenig Gefahr, dass andere Gläubiger in Schwierigkeiten gerieten, heisst es in einer Analyse.

11:12 Uhr: Die französische Regierung hat heute Morgen über die Griechenkrise gesprochen. Präsident Francois Hollande findet ermutigende Worte: «Eine Einigung ist nach wie vor möglich», schreibt er auf Twitter.

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11:11 Uhr: Die Börse in Athen ist heute ja ohnehin geschlossen. Sie soll frühestens am Dienstag in einer Woche wieder öffnen, nach dem Referendum über die Zustimmung der Griechen zu einem erneuten Sparprogramm. Das würde den Weg in die Verlängerung des EU-Rettungspaketes öffnen.

11:03 Uhr: Der Zehn-Jahreswert für griechische Anleihen stieg seit Öffnung der Märkte am Montag innerhalb weniger Stunden von 10,95 auf 14,547 Prozent. Noch stärker erwischte es den 2-Jahreswert, der von 21,136 auf 33,259 Prozent emporraste. Dies sind in beiden Fällen die Höchstwerte in diesem Jahr.

11:01 Uhr: Während der SMI sich weiter erholt und derzeit noch um 1.1 Prozent tiefer steht als zum Handelsstart, gibt es an anderer Stelle Verwerfungen im Markt. Die Zinsen für griechische Staatsanleihen sind am Morgen in die Höhe geschossen.

10:48 Uhr: Eine Stimme der Hoffnung in der griechisch-europäischen Eiszeit war heute früh Pierre Moscovici. Die Finanz-Kommissar der EU betonte im Interview mit «RTL France», Griechenland solle in der Euro-Zone bleiben. «Die Türen der EU-Kommission sind stets offen.»

10:37 Uhr:Der Franken hat leicht nachgegeben. Aktuell kostet ein Euro 1.04 Franken, damit bewegt sich auf dem Niveau der vergangenen Wochen.

10: 22 Uhr: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf gibt sich optimistisch. Die Lage sei zwar «enorm schwierig», sagt sie am Montag Vormittag. Insgesamt seien die Probleme in der Euro-Zone aber überblickbar.

10:02 Uhr: Die Schweizerische Nationalbank ist der Angst vor dem Grexit entgegengetreten. Thomas Jordan bestätigt, die SNB «sei stabilisierend am Markt aufgetretend». Das sagte der SNB-Präsident auf dem «Swiss Financial Forum» in Bern.

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9: 52 Uhr: Mittlerweile hat sich der SMI leicht erholt. Bis 9.15 Uhr stand der wichtigste Schweizer Index bei rund 2.8 Prozent im Minus.

9:05 Uhr: Die Märkte stürzen zum Handelsstart ab. Der Schweizer SMI steht nach Handelsbeginn 3 Prozent tiefer. Der deutsche Dax stürzt sogar noch deutlich stärker ab um 4.4 Prozent. Den ausführlichen Bericht zum frühen Börsenhandel lesen Sie hier.

7:32 Uhr: Die Griechenland-Krise gibt dem Franken Auftrieb. Die Belastungen des drohenden Grexits können den Franken als Fluchtwärung wieder attraktiver machen. Der Euro steht bei gut 1.03 Franken.

8:30 Uhr: Die Märkte reagieren bereits vorbörslich nervös auf die Griechen-Krise. SMI und Dax stehen deutlich tiefer. Für die kommenden Tage erwarten Börsenanalysten eine starke Volatilität.

Montag, 29. Juni, 6:12 Uhr: Die griechischen Banken bleiben geschlossen. Griechen dürfen täglich nur noch 60 Euro abheben. Touristen müssen nur heute mit Einschränkungen rechnen.

Sonntag, 28. Juni:  Die Europäische Zentralbank beschliesst, den Kapitalrahmen für griechische Banken nicht länger zu erhöhen. Damit droht den Banken dort das Geld auszugehen, vor allem, wenn die Griechen ihre Konten räumen. Der griechische Premier Alexis Tsipras verkündet, dass dieBanken in der kommenden Woche geschlossen bleiben und Kapitalkontrollen eingeführt werden.

Samstag, 27. Juni:Die Verhandlungen zur Griechenland-Rettung sind gescheitert, die Euro-Finanzminister haben beschlossen, das Rettungspaket nicht über Dienstag hinaus zu verlängern. Damit verliert das Land Zugriff auf Hilfsgelder von insgesamt 18 Milliarden Euro. Damit stimmt das Land am kommenden Sonntag in dem überraschend angekündigten Referendum über ein Angebot ab, das eigentlich schon nicht mehr besteht.

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