Ein ägyptisches Gericht hat die Todesurteile gegen elf Fussball-Ultras bestätigt. Diese werden für tödliche Ausschreitungen während des Arabischen Frühlings verantwortlich gemacht.

Nach Berücksichtigung der Meinung des Muftis, der höchsten staatlichen Glaubensautorität im Land, bekräftigten die Richter ihre Entscheidung vom 19. April. Gegen die Todesurteile kann Berufung eingelegt werden.

Krawalle vor drei Jahren

In dem Verfahren geht es um Ausschreitungen im Februar 2012 im Stadion der nordägyptischen Stadt Port Said, bei denen 74 Menschen ums Leben gekommen waren. Fans des örtlichen Vereins Al-Masri waren damals in einer politisch aufgeheizten Situation nach dem Abpfiff mit Flaschen, Steinen, Messern und sogar Pistolen brutal auf Anhänger des Kairoer Clubs Al-Ahli losgegangen.

Die Fans von Al-Ahli galten als Speerspitze der Rebellion gegen den Langzeitpräsidenten Husni Mubarak. Auch nach der Revolution kam es immer wieder zu Zusammenstössen zwischen Fans und Sicherheitskräften.

Es gab erneut Fussball-Krawalle

Im vergangenen Februar kamen bei blutigen Krawallen im Vorfeld eines Kairoer Derbys erneut mindestens 19 Menschen ums Leben. Drei Monate später wurden alle Ultra-Vereinigungen verboten.

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(sda/mbü/me)