Der britische Regierungschef David Cameron stösst mit seiner Europapolitik zunehmend auf Widerstand innerhalb der eigenen Reihen. Das geht aus einem Bericht der Zeitung «The Independent» vom Sonntag hervor.

Demnach könnten bis zu 100 Abgeordnete von Camerons Konservativer Partei im Vorfeld der Parlamentswahl im kommenden Jahr versprechen, sich in jedem Fall für einen Austritt Grossbritanniens aus der EU einzusetzen - unabhängig davon, welche Reformen Brüssel in Angriff nehmen wird.

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Kompetenzen zurückverlangen

Der Premier hatte angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl im kommenden Jahr Kompetenzen nach London zurückzuverlagern und 2017 ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft abhalten zu lassen. Gleichzeitig kündigte er an, sich für den Verbleib Grossbritanniens in der EU einzusetzen.

«Mein Wahlmanifest wird meine Auffassung bestätigen, dass wir die EU verlassen sollten» sagte der Abgeordnete Mark Reckless dem «Independent». Sein Kollege Jacob Rees-Mogg sagte BBC-Radio, er kenne den Vorschlag noch nicht, fände ihn jedoch sehr interessant.

Ukip macht den Torys zu schaffen

Camerons Torys macht zunehmend die europafeindliche UK Independence Party (Ukip) zu schaffen. Überraschend war am Donnerstag der Abgeordnete Douglas Carswell zur Ukip übergelaufen. Bei einer Nachwahl hat er gute Chancen, erster Ukip-Abgeordneter im Unterhaus zu werden.

Am Sonntag kündigte der Abgeordnete Chris Kelly an, sich nach nur einer Amtszeit keiner Wiederwahl mehr zu stellen. Einen Grund für seine Entscheidung nannte er nicht.

(sda/gku)