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Konflikt
Tote bei Kämpfen in der Ostukraine

Ukrainische Truppen ausserhalb von Slawjansk.   Keystone

Beim Kampf zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Der Übergangspräsident der Ukraine spricht von Krieg.

Veröffentlicht am 05.05.2014

Bei neuen Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten nahe der östlichen Stadt Slawjansk sind am Montag mehrere Menschen getötet worden. Das sagte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow.

Ob die Todesopfer aus den Reihen der Regierungstruppen oder der Separatisten kommen, blieb zunächst offen. Awakow schätzte, dass etwa 800 bewaffnete Separatisten die Stellungen in Slawjansk hielten.

Einsatz von «schwere Waffen»

«Sie setzen schwere Waffen ein, schiessen mit grosskalibrigen Waffen, benutzen Granatwerfer und sonstige Technik», sagte der Minister bei einem Kontrollpunkt der Armee rund sechs Kilometer vom Schauplatz der Gefechte entfernt.

Die neuen Kämpfe begannen etwa zwei Stunden zuvor, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Am Vortag hatten die ukrainischen Streitkräfte die Belagerung der von Milizen gehaltenen Stadt Slawjansk verstärkt.

Übergangspräsident Oleksander Turtschinow hatte am Morgen im Fernsehen gesagt, gegen sein Land werde «ein Krieg geführt und wir müssen bereit sein, diese Aggression abzuwehren».

Russische Vorwürfe

Das russische Aussenministerium seinerseits prangerte in einem Bericht schwere Menschenrechtsverletzungen der Anhänger der prowestlichen Regierung in der Ukraine an. Diese würden Gegner mit «Repressionen, physischer Gewalt und offenem Banditentum» einschüchtern, heisst es.

Zudem seien in der Ukraine Ultranationalismus, Extremismus und Neonazismus auf dem Vormarsch. Das «Weissbuch» des Ministeriums sei Präsident Wladimir Putin überreicht worden, teilte der Kreml mit

Chefdiplomat Sergej Lawrow rief vor einem Aussenministertreffen des Europarats an diesem Dienstag in Wien dazu auf, das Gremium müsse bei der Umsetzung einer tiefgreifenden Verfassungsreform in der Ukraine helfen. Zudem müsse der Europarat Menschenrechtsverletzungen in der früheren Sowjetrepublik im Zuge des Machtwechsels genau untersuchen.

(sda/dbe)

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