Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl sind bei Explosionen auf einer Kundgebung der oppositionellen Kurden-Partei HDP zwei Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Die Wahlveranstaltung am Freitag in Diyarbakir wurde von zwei Detonationen erschüttert.

Das sagte sagte Agrarminister Mehdi Eker der Nachrichtenagentur Anadolu. Eine der beiden Explosionen auf einer Wahlkampfveranstaltung der türkischen Kurdenpartei HDP ist Sicherheitskreisen zufolge durch eine Bombe ausgelöst worden. Eine mit Kugellagern, Nägeln und anderen Metallteilen gefüllte Gasflasche sei detoniert, sagte Vertreter der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher gebe es keine Verdächtigen. Am Sonntag wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen für die Wahlen zu verschärfen.

Randale am Vortag

Die Explosionen ereigneten sich kurz vor einer Rede von HDP-Chef Selahattin Demirtas. Am Donnerstag hatte es bei einem Wahlkampfauftritt von Demirtas in Erzurum im Norden des Landes Randale zwischen HDP-Anhängern und Nationalisten gegeben. Während des Wahlkampfes habe es über 70 Übergriffe gegen seine Partei gegeben, sagte Demirtas CNN Turk.

Die kurdische Volksdemokratische Partei (HDP) tritt erstmals bei einer Parlamentswahl an. Bislang waren kurdische Abgeordnete nur als unabhängige Direktkandidaten im Parlament vertreten.

Einzug ins Parlament gut möglich

Um in die Volksvertretung einzuziehen, muss die Partei die Zehn-Prozent-Hürde überwinden. Umfragen zufolge stehen die Chancen gut. Von ihrem Abschneiden hängt es unter anderem ab, ob die regierende AK-Partei ihre Mehrheit behaupten oder, wie von Präsident Recep Tayyip Erdogan erhofft, auf eine Zweidrittel-Mehrheit ausbauen kann, mit der sie die Verfassung ändern könnte.

(sda/reuters/mbü/me)

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