Bei einem Anschlag auf das italienische Konsulat in der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist am Samstagmorgen ein Mensch seinen Verletzungen erlegen.

Offenbar Autobombe

Insgesamt waren bei dem Anschlag zwei Polizisten und drei Passanten verletzt worden. Ob der Tote ein Polizist oder ein Passant war, blieb zunächst unklar. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte der Nachrichtenagentur Mena, die Explosion gehe offenbar auf eine Autobombe zurück.

Die Fassade des in der Innenstadt gelegenen Konsulats wurde teilweise zerstört. Teile eines Autos waren über die Strasse verteilt. Das Konsulat war zur Zeit der Explosion gegen 06.30 Uhr noch geschlossen.

Hunderte Sicherheitsleute schon getötet

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär vor zwei Jahren verüben bewaffnete Islamisten immer wieder Anschläge auf die Sicherheitskräfte, bei denen hunderte Polizisten und Soldaten getötet wurden.

Die Anschläge konzentrieren sich vor allem auf den Norden der Sinai-Halbinsel, doch gab es auch wiederholt in Kairo und den Städten des Nil-Deltas Anschläge. Zuletzt gab es auf der Sinai-Halbinsel heftige Gefechte zwischen den Sicherheitskräften und Dschihadistengruppen.

Die Islamisten bezeichnen die Anschläge als Vergeltung für das harte Vorgehen der Regierung gegen die Mursi-Anhänger. Dabei wurden seit Juli 2013 mindestens 1400 Menschen.

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Im Zuge der Repression wurde die islamistische Muslimbruderschaft im Dezember 2013 verboten. Tausende ihrer Mitglieder wurden inhaftiert und hunderte Anhänger in umstrittenen Massenprozessen zum Tode verurteilt, darunter auch Mursi und der geistliche Führer der Bewegung, Mohammed Badie.

Zum zweiten Jahrestag des Mursi-Sturzes gab es in Kairo vergangene Woche bei Demonstrationen gewaltsame Zusammenstösse, bei denen die Polizei einen jungen Mann erschoss.

(sda/chb)