Altbundesrat Adolf Ogi bricht eine Lanze für den ehemaligen Nationalbank-Präsidenten Philipp Hildebrand. «Philipp Hildebrand ist der best vernetzte Finanzpolitiker des Landes», sagt Ogi im SonntagsBlick-Interview. Hildebrand habe zwar Fehler gemacht. «Dass man aber einen wie Hildebrand einfach so in die Wüste schickt, ist tragisch. Man hätte ihm die Fehler verzeihen müssen», sagt Ogi.

Hart ins Gericht geht Ogi mit seiner eigenen Partei, der SVP. «Die jetzige Politik der SVP bringt uns nicht weiter», sagt Ogi. «Die SVP ist derzeit nicht mehr in Hochform, hätten wir heute Nationalratswahlen, würden wir nur noch zwischen 21 und 24 Prozent der Stimmen holen, nicht 26.» Die Abkehr der Wähler erklärt Ogi mit «der besserwisserischen Art der SVP». Die Partei fahre «einen Schlingerkurs». Aus Sicht der SVP seien die «Bundesratswahlen unsäglich» gewesen.

Weiter sagt Ogi, die Schweiz hätte auf internationalem Parkett viele Freunde verloren. «Wir müssen aussenpolitisch aus der Defensive heraus gehen – und zu den umliegenden Staaten sowie zu England und Amerika wieder gute Beziehungen aufbauen.» Die Schweiz sei «nicht mehr das Land der guten Dienste, das Helmut Kohl und François Mittelland liebten».

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(aho)