Bei der freihändigen Vergabe von Aufträgen durch die Bundesverwaltung gibt es erstmals eine Trendwende. Die Zahl der ohne Ausschreibung vergebenen Aufträge sank letztes Jahr von 639 auf 540, die Summe betrug aber immer noch stolze 1,05 Milliarden Franken.

Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 10 Prozent. Allerdings beliefen sich die freihändigen Vergaben im Jahr 2013 noch auf 532 Millionen Franken. Die Zahlen gehen aus dem Bericht über das Beschaffungscontrolling für das Jahr 2015 hervor. Der Bundesrat hat diesen am Freitag zur Kenntnis genommen.

Grösster Teil juristisch geprüft

Knapp ein Drittel der 1,05 Milliarden Franken geht im vergangenen Jahr auf die freihändige Vergabe für die Nachrüstung des Funknetzes Polycom zurück. Die Finanzdelegation des Parlamentes kritisierte diese Vergabe scharf und verlangte eine Zentralisierung des Controllings.

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass 524 der 540 freihändigen Vergaben schriftlich begründet wurden, 479 davon wurden einer juristischen Prüfung unterzogen.

VBS beschafft am meisten

Insgesamt hat die zentrale Bundesverwaltung im vergangenen Jahr Güter und Dienstleistungen im Wert von 5,65 Milliarden Franken beschafft. In den Vorjahren hatte die Bundesverwaltung Zahlungen im Wert von 5,3 bis 5,5 Milliarden Franken ausgewiesen.

Die höchsten Ausgaben entfallen – wie im Vorjahr – auf die Kategorie «Bauten Nationalstrassen». Dafür gab der Bund 1,2 Milliarden Franken aus. Weitere grosse Posten waren Dienstleistungen aller Art, militärische und zivile Bauten, sowie Informatik- und Telekommunikationsmittel.

Was die Departemente betrifft, hat das Verteidigungsdepartement (VBS) mit 2,36 Milliarden Franken den Löwenanteil der Beschaffungen getätigt. Auf das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) entfallen 1,39 Milliarden Franken.

(sda/jfr)