Portugal hat wenige Monate vor der geplanten Rückkehr an die Finanzmärkte seine Sparauflagen weitgehend erfüllt: Die Experten der EZB, EU-Kommission und des IWF stellten Lissabon am Freitag ein «positives» Zeugnis aus, wie Ministerpräsident Pedro Passos Coelho sagte.

Der Befund der sogenannten Troika nach einwöchiger Prüfung ebnet den Weg für die Auszahlung der nächsten Kredittranche der Europartner von 2,5 Milliarden Euro.

2011 unter Rettungsschirm

Das Land begab sich im Mai 2011 unter den Euro-Rettungsschirm. Im Gegenzug für ein Hilfsprogramm im Volumen von 78 Milliarden Euro musste ein rigoroses Sparprogramm umgesetzt werden. Ab dem 17. Mai will Lissabon finanziell wieder auf eigenen Füssen stehen und das Rettungsprogramm beenden. Davor wird die Troika ein letztes Mal die Reform- und Konsolidierungsbemühungen unter die Lupe nehmen.

Die im Gegenzug für die Notkredite umgesetzten Sparmassnahmen hatten zunächst zu einer Verschärfung der Rezession beigetragen, die Arbeitslosigkeit hat ein Rekordniveau erreicht. Allerdings läuft die Wirtschaft inzwischen wieder besser. Vor wenigen Tagen hob die Regierung ihre Wachstumsprognose für 2014 von 0,8 auf 1,2 Prozent an. Die Arbeitslosenquote sinkt laut Prognose von 16,8 auf 15,7 Prozent.

Am Donnerstagabend hatten landesweit abermals tausende Menschen gegen die von den internationalen Geldgebern erzwungenen Sparmassnahmen protestiert. Alleine in Lissabon zogen etwa 2000 Demonstranten zur Residenz von Ministerpräsident Passos Coelho.

Der Gewerkschaftsverband CGTP hatte zu den Kundgebungen aufgerufen. Die Gewerkschaften kämpfen insbesondere gegen Lohnkürzungen im Öffentlichen Dienst, Rentenkürzungen und Einschnitte im Gesundheits- und Bildungswesen.

(sda/chb)

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