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Trotz Brexit: London will die Grenze zu Irland offen halten

Grenze in Irland: Sie soll weiterhin frei passierbar bleiben. Keystone

Die Grenze zwischen Nordirland und Irland soll nach dem Brexit frei passierbar bleiben. Grossbritannien hält Grenzposten auch in Zukunft für unnötig. Die EU reagiert skeptisch auf die Idee der Briten.

Veröffentlicht am 16.08.2017

Grssbritannien will auch nach dem Brexit keine Grenzkontrollstellen zwischen seiner Provinz Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Wünschenswert sei stattdessen ein nahtloser und reibungsfreier Grenzverkehr ohne eine «physische Grenz-Infrastruktur und Grenzposten», heisst es in einem Strategiepapier, das die britische Regierung am Mittwoch vorlegen wollte.

Die Grenzfrage ist einer der grössten Streitpunkte in den Brexit-Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Grossbritannien. Rund 30’000 Menschen passieren jeden Tag die 500 Kilometer lange Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland ohne Zoll- oder Einreisekontrollen.

Flexibilität von beiden Seiten nötig

Beide Seiten müssten bei dem Thema Flexibilität zeigen, sagte ein Vertreter der britischen Regierung. Eine Rückkehr zu den Grenzposten der Vergangenheit sei nicht akzeptabel. Allerdings ist in der EU die britische Idee einer unsichtbaren Grenze bereits auf Skepsis gestossen. Die Europäische Union hat Grossbritannien mehrfach gewarnt, es könne nicht die Nutzen des grenzenlosen Binnenmarktes auch nach einem Austritt aus der EU geniessen.

Die britische Regierung hatte angekündigt, sie werde in dieser Woche eine Reihe von Positionspapieren veröffentlichen. Die Bürger des Landes hatten sich im vergangenen Jahr per Referendum mit knapper Mehrheit für den Brexit entschieden. Am 29. März 2019 soll der Austritt aus der EU vollzogen werden; das Land soll aus dem Binnenmarkt und der Zollunion austreten und strebt ein Freihandelsabkommen mit der EU an.

(reuters/mbü/jfr)

EU-Austritt - So reagierten die Bürger  von Belfast im Sommer 2016 auf den Brexit-Entscheid der Briten:

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