Der Sohn von US-Präsident Donald Trump hat sein Treffen mit einer russischen Anwältin im Wahlkampf verteidigt. «Für mich war das eine Recherche über die Opposition», sagte Donald Trump Jr. am Dienstag dem Sender Fox News. Er räumte zugleich allerdings ein: «Im Rückblick hätte ich die Dinge wahrscheinlich etwas anders gemacht.» Trump Jr. hatte zuvor einen Mailwechsel mit dem Publizisten Rob Goldstone vom Juni 2016 veröffentlicht.

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Darin zeigt er sich erfreut über die Aussicht, von Russland belastendes Material über die demokratische Kandidatin Hillary Clinton erhalten zu können. Rechtsexperten zufolge könnten sich die mit der Russland-Affäre befassten Ermittler nun mit der Frage beschäftigen, ob Trump Jr. gegen US-Wahlgesetze verstossen hat.

Befragungen von Trump Jr. angestrebt

Der Zeitung «New York Times» zufolge kam es am 9. Juni 2016 zu einem Treffen von Trumps Sohn mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja. Daran hätten auch der Schwiegersohn des Präsidenten, Jared Kushner, und Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort teilgenommen.

Der Geheimdienstausschuss des Senats will Parlamentskreisen zufolge Trump Jr. als Zeugen befragen und von ihm die Herausgabe von Dokumenten fordern. Auch der Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses strebt Befragungen an. Dabei gehe es nicht nur um Trumps Sohn, sondern auch um alle anderen Personen, die mit dem Treffen zu tun hatten, sagte der Abgeordnete Adam Schiff, der führende Demokrat in dem Gremium.

Angst vor Erpressbarkeit der US-Präsidenten

«Die grösste Gefahr für dieses Land ist meiner Meinung nach, dass die Russen kompromittierende Informationen besitzen», betonte er. «Das amerikanische Volk muss wissen, dass unser Präsident in seinem Namen handelt – und nicht, weil er Angst hat, dass die Russen Dinge veröffentlichen, die ihm oder seiner Familie schaden.»

Mehrere Kongressausschüsse sowie ein Sonderermittler gehen dem Verdacht nach, Russland könne die US-Wahl zugunsten von Trump beeinflusst haben. Die Regierung in Moskau weist die Vorwürfe zurück. Der US-Präsident hat erklärt, es habe keine Absprachen gegeben.

(reuters/me/mbü)