Der umstrittene republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat bei einem Besuch an der Grenze zu Mexiko der illegalen Einwanderung den Kampf angesagt. «Wir haben eine enorme Bedrohung an der Grenze mit den Illegalen, die hereinkommen», sagte Trump am Donnerstag im texanischen Laredo.

Angesichts der heftigen Kritik von führenden Republikanern schloss der Milliardär eine Kandidatur als Parteiloser bei der Präsidentschaftswahl nicht aus.

«Sie sind grossartige Arbeiter»

Trump flog in seinem Privatjet nach Laredo, wo er sich ein Bild von der Sicherheit an den Grenzen machen wollte. Der schillernde Geschäftsmann schlachtete das Thema in den vergangenen Wochen populistisch aus.

Mexikanische Einwanderer in den USA bezeichnete er pauschal als «Vergewaltiger». Auf die Frage eines Reporters, ob er Beweise gesehen habe, dass Mexiko Verbrecher über die Grenze schicke, antwortete er: «Ja, das habe ich.»

Als Lösung schlug Trump vor, an einigen Grenzabschnitten eine Mauer zu errichten. Er sei zwar nicht allgemein gegen Menschen mit lateinamerikanischen Wurzeln, aber gegen illegale Einwanderer. «Ich beschäftige tausende und abertausende Latinos», sagte Trump. «Ich liebe diese Leute, sie sind grossartige Arbeiter.»

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Im Zwist mit der eigenen Partei

Trump sorgt seit der Verkündung seiner Bewerbung Mitte Juni für Wirbel im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Der Immobilienmagnat verärgerte seine Partei mit der Äusserung, dass der im Vietnamkrieg gefangene und gefolterte Senator John McCain «kein Held» sei.

In den vergangenen Tagen tauschten Trump und führende Republikaner öffentlich Schmähungen aus, der Senator Lindsey Graham nannte ihn gar einen «Vollidioten». Die Parteiführung der Republikaner sei «nicht sehr unterstützend», klagte Trump in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung «The Hill».

Kandidatur auf eigene Faust möglich

Die Republikaner hätten ihn immer gut behandelt, solange er Wahlkampfspenden geliefert habe. Nun habe sich die Partei «sehr töricht» verhalten. Wenn die Republikaner nicht «fair» mit ihm umgingen, sei eine Kandidatur auf eigene Faust «absolut» eine Option.

Sollte der 69-Jährige bei der Wahl im November 2016 tatsächlich als dritter Kandidat antreten, könnte dies die Aussichten der Republikaner auf das Weisse Haus trüben. In jüngsten Umfragen war der durch eine eigene Reality-Fernsehsendung bekannte Geschäftsmann an die Spitze des republikanischen Bewerberfelds geschossen.

(sda/gku)