US-Präsident Donald Trump hält es für «absolut» rechtens, Informationen mit Russland zu teilen. «Als Präsident wollte ich mit Russland Fakten teilen - wozu ich absolut das Recht habe -, die den Terrorismus und die Luftverkehrssicherheit betreffen», schrieb Trump am Dienstag auf Twitter.

Bei seinem Vorgehen sei er motiviert gewesen von «humanitären Gründen». Ausserdem wolle er, dass Russland seinen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und gegen den Terrorismus verstärke.

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«Es ist Unsinn»

Zuvor hatte «Washington Post» berichtet, der US-Präsident habe streng geheime Informationen über die IS-Miliz an den russischen Aussenminister Sergej Lawrow weitergegeben. Diese sollen in Zusammenhang mit der Verwendung von Laptops in Flugzeugen gestanden haben.

Dem Medienbericht zufolge handelt es sich um Erkenntnisse, welche die USA von einem befreundeten ausländischen Geheimdienst erhalten haben. Dieser habe aber keine Erlaubnis zur Weitergabe der Informationen erteilt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow nannte den Bericht über die Weitergabe geheimer Informationen durch Trump am Dienstag «Unsinn». «Für uns ist das kein Thema, es ist eher Unsinn», sagte Peskow mit Blick auf den US-Medienbericht. Von russischer Seite gebe es «weder etwas zu bestätigen noch zu dementieren».

«Gefährlich und leichtsinnig»

Auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater H.R. McMaster nannte den Zeitungsbericht falsch. Der Präsident habe mit Lawrow über eine Reihe von Gefahren für beide Länder gesprochen, darunter für die zivile Luftfahrt. «Zu keiner Zeit wurde über Geheimdienstquellen oder -methoden diskutiert», sagte McMaster vor Journalisten. «Der Präsident gab keine Militäreinsätze preis, die nicht schon öffentlich bekannt waren», ergänzte er. «Ich war im Raum. Es passierte nicht.» Aussenminister Rex Tillerson erklärte, das fragliche Treffen habe sich um die Terrorismusbekämpfung gedreht.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der oppositionellen Demokraten im Senat, Dick Durbin, kritisierte Trumps Vorgehen als «gefährlich und leichtsinnig». Der Republikaner Bob Corker, der dem Auswärtigen Ausschuss des Senats vorsitzt, erklärte, sollten sich die Vorwürfe als zutreffend erweisen, wäre dies «sehr, sehr beunruhigend».

«Er hat keinen Filter»

In den USA hat der Präsident das Recht, auch geheimste Informationen offenzulegen, wenn er dies für richtig hält. US-Regierungsvertreter hatten bereits früher geäussert, sie hätten Bauchschmerzen damit, an Trump vertrauliche Kenntnisse weiterzureichen. «Er hat keinen Filter: Es geht ins Ohr hinein und aus dem Mund heraus», sagte ein Insider vergangenen Monat. Laut «Washington Post» machte Trump im Gespräch mit Lawrow den Eindruck, als wolle er prahlen mit seinen Informationen über Sicherheitsbedrohungen.

Trump empfängt an diesem Dienstag den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Weissen Haus, der ein Verbündeter im Kampf gegen den IS ist. Im weiteren Wochenverlauf bricht der US-Präsident zu seiner ersten Auslandsreise auf. Im Zuge dessen macht er Station in Saudi-Arabien, das ein weiterer Anti-IS-Bündnispartner ist. Es folgt der Nato-Gipfel am 25. Mai in Brüssel.

(sda/reuters/cfr/me)