Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat ihre Haushaltsplanungen für 2018 veröffentlicht. Dazu gehören Prognosen zur Entwicklung der Bruttoschulden der US-Regierung als Anteil vom Bruttoinlandprodukt (BIP), die einen Rückgang von derzeit rund 106 auf etwa 80 Prozent im Jahr 2027 zeigen. Die Schulden der Bevölkerung sollen diese Entwicklung widerspiegeln und im selben Zeitraum von 77 auf 60 Prozent zurückgehen. Keine dieser Prognosen ist glaubwürdig.

Ein Rückgang der Staatsverschuldung wäre eine willkommene Nachricht für diejenigen unter uns, die höhere Schulden mit jener Art fiskalischer Anfälligkeit gleichsetzen, welche eine Regierung in ihrer Fähigkeit zur Bewältigung negativer Erschütterungen beschränkt. Doch wie viele Kritiker angemerkt haben, scheinen die dem günstigen Szenario der Trump-Regierung zugrunde liegenden wirtschaftlichen Annahmen unwahrscheinlich. Zudem widersprechen sie sich.

Alternative Zahlen

Der Trump-Haushalt geht von einer Phase stetigen BIP-Wachstums von 3 Prozent aus, was nicht zu den vorherrschenden Trends einer sich abschwächenden Produktivitätsentwicklung, eines sich verlangsamenden Bevölkerungswachstums und einer deutlich verringerten Erwerbsquote zu passen scheint.

Eine neue Untersuchung des unparteiischen Committee for a Responsible Federal Budget enthält eine Sicht der Defizite und Schulden der USA, die sich von jener im Entwurf Trumps deutlich unterscheidet. Sie geht davon aus, dass bei Zugrundelegung realistischer Annahmen die Verschuldung im Rahmen von Trumps Haushaltsentwurf etwa auf ihrem derzeitigen Stand bleiben würde, statt schrittweise zu sinken.

Unter diesen Umständen eine Anomalie

Selbst wenn man der Regierung trotz aller Zweifel zugesteht, dass ein nachhaltiges BIP-Wachstum von 3 Prozent in den USA möglich ist, beruhen die vom Office of Management and Budget (OMB) vorgelegten rosigen Defizit- und Schuldenprojektionen auf fragwürdigen Annahmen, nämlich solchen zum erwarteten Zinsniveau und -verlauf. Um das Offensichtliche einmal auszusprechen: Niedrigere Zinssätze implizieren niedrigere Kosten für den Schuldendienst, was seinerseits niedrigere nicht diskretionäre Ausgaben, geringere Defizite und weniger Schulden bedeutet.

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Oberflächlich betrachtet stehen die Projektionen für die kurz- und langfristigen Zinsen im Haushalt für 2018 mit den vorherrschenden Blue-Chip-Prognosen im Einklang. Tatsächlich geht der Haushalt für 2018 von geringfügig höheren kurzfristigen Zinsen aus als die Konsensprognose. Tatsächlich jedoch liegt dem Haushaltsentwurf die beste aller Welten zugrunde und nicht die der Blue-Chip-Projektion, bei der die Zinssätze niedrig bleiben, aber das BIP-Wachstum mit rund 2 Prozent daherzottelt. Bei realen Zinssätzen, die in Nähe ihrer Rekordtiefststände verharren, wäre ein Anstieg des Langfristwachstums eine historische Anomalie.

Oder doch Repressionen

Es scheint also ein ernster Widerspruch innerhalb des in Trumps Haushaltsplan für 2018 enthaltenen Szenarios hohen Wachstums und niedriger realer Zinssätze vorzuliegen. Und sollte dies nicht der Fall sein, werden die Finanzmärkte - anders als von der Regierung öffentlich erklärt - in den kommenden Jahren mit einer hohen Dosis an Finanzrepressionen leben müssen.