Nach der Zustimmung des Deutschen Bundestages zu einer Verlängerung der Griechenlandhilfe bringt Athen erneut einen Schuldenschnitt ins Spiel. Mit der viermonatigen Verlängerung des Rettungsprogramms sei die Brücke geschaffen worden, um die Forderung erneut stellen zu können, sagte Regierungschef Alexis Tsipras am Freitag im Ministerrat.

«Wir haben die Ziele erreicht, die wir für diese erste Runde der Verhandlungen gesetzt hatten», sagte Tsipras in der vom Staatsfernsehen übertragenen Rede. Nun werde Athen «mit Ehrlichkeit ohne Erpressungen über die Substanz des Kreditabkommens» reden können. «Wir werden unseren Antrag auf Reduzierung der griechischen Schulden auf dem Tisch legen», sagte Tsipras.

Tsipras schliesst ein weiteres Hilfsprogramm für sein Land aus. Manche würden auf ein drittes Hilfsprogramm im Juni wetten, aber die werde er enttäuschen, sagte Tsipras. «Sie können ein drittes Hilfsprogramm vergessen. Das griechische Volk hat die Programme abgewählt.»

«Weniger reden»

Kommende Woche will der linke Premier mit einer Reihe von Gesetzen die notleidende Bevölkerung entlasten. Niemand solle sein Haus verlieren, wenn er die Kreditraten nicht zahlen könne, hiess es.

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Tsipras kündigte zudem an, das 2013 von der konservativen Vorgängerregierung geschlossene Staatsfernsehen ERT wieder zu öffnen. Zudem solle ein Parlamentsausschuss ermitteln, wie es in Griechenland zum Zusammenbruch im Jahre 2010 und zum Sparprogrammen gekommen ist. Tsipras kündigte weitere Gesetze gegen die Korruption und die Steuervermeidung an. Zudem rief er seine Minister auf, «weniger zu reden und mehr zu arbeiten».

(awp/reuters/tno)