Drei Wochen vor der Neuwahl in Griechenland liegt die Syriza-Partei des zurückgetretenen Regierungschefs Alexis Tsipras in Umfragen nur knapp in Führung. Derzeit würden 25 Prozent der Wähler für das linke Bündnis stimmen, wie die Zeitung «Kathimerini» am Samstag unter Berufung auf eine Umfrage der Universität Makedonien berichtete.

Damit liege Syriza gerade einmal drei Prozentpunkte vor der konservativen Nea Dimokratia (ND). Laut einer Umfrage des Instituts Metron Analysis im Auftrag der Zeitung «Parapolitika» ist das Rennen noch enger: Syriza kommt demnach auf 22,2 Prozent, die ND liegt einen Prozentpunkt dahinter.

Schlappe für Syriza-Abtrünnige

Eine am Freitag veröffentlichte Befragung des Instituts ProRata für die Zeitung «Efimerida ton Syntakton» hatte Syriza einen Vorsprung von 3,5 Prozent bescheinigt. Bei der Wahl im Januar hatte Tsipras' Partei 36,3 Prozent der Stimmen geholt, die ND erreichte 27,8 Prozent.

Die Umfragewerte der neu gegründeten Volkseinheit, die aus linken Syriza-Abspaltern zusammengesetzt ist, schwanken zwischen 3,1 und fünf Prozent. Die neonazistische Goldene Morgenröte kann demnach auf mehr als sechs Prozent hoffen. Syrizas bisheriger Koalitionspartner, die nationalistische Partei Unabhängige Griechen (Anel), würde laut den Umfragen vom Samstag nach derzeitigem Stand an der Drei-Prozent-Hürde scheitern.

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Tsipras attackiert Altparteien

Tsipras war in der vergangenen Woche zurückgetreten und hatte zu Neuwahlen aufgerufen, die für den 20. September terminiert wurden. Tsipras griff am Samstag die ND sowie die Mitte-Links-Partei To Potami und die Sozialisten der Pasok an, die in Umfragen derzeit bei sechs beziehungsweise vier Prozent liegen.

Die Altparteien symbolisierten das «korrupte politische System», sagte der frühere Regierungschef bei einem Parteitreffen. Den Abweichlern in den eigenen Reihen warf er vor, seine Regierung gestürzt zu haben. Die wahren Rivalen seien aber die etablierten Parteien.

(sda/ise)