Für die neue griechische Regierung sind Reparationsforderungen an Deutschland nicht vom Tisch. Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte am Dienstag, ein Parlamentsausschuss solle sich mit dem Thema befassen. Es geht um milliardenschwere Ausgleichszahlungen für erlittenes Unrecht während des Zweiten Weltkriegs.

«Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurden die rechtlichen und politischen Bedingungen geschaffen, um diese Frage zu klären», sagte Tsipras. «Aber seitdem haben deutsche Regierungen mit Schweigen, juristischen Tricks und Verzögerung reagiert», kritisierte er in einer Parlamentsdebatte in Athen. «Und ich frage mich, weil auf europäischer Ebene in diesem Tagen viel über moralische Fragen gesprochen wird: Ist diese Haltung moralisch?» Die Regierung hat ihre Forderungen bislang nicht konkret beziffert.

Deutschland weist Forderung zurück

Aussenminister Nikos Kotzias hatte die Ansprüche vor einem Monat in Berlin erneuert. Sein deutscher Kollege Frank-Walter Steinmeier wies die Forderung daraufhin zurück. Alle Reparationsfragen seien rechtlich abgeschlossen, sagte er damals.

(reuters/dbe)