Die Türkei verschärft nach den verheerenden Bombenanschlägen vom Wochenende die Sicherheitsmassnahmen. Innenminister Selami Altinok erklärte nach einem Bericht des Senders CNN Turk vom Montag, man habe die Lektionen aus den Attentaten gelernt.

Zwei Tage nach den beiden Explosionen während eines Friedensmarsches in Ankara war die Zahl der Opfer immer noch unklar. Die pro-kurdische Partei HDP gab die Zahl der Toten mit 128 an, während die Regierung erklärte, 97 Menschen seien getötet worden. Mehr als 500 weitere Menschen wurden verletzt.

IS-Miliz unter Verdacht

Bei den beiden mutmasslichen Selbstmordattentätern handelt es sich den Ermittlern zufolge um Männer. Ihre Identifizierung sei noch im Gange. Die türkische Regierung verdächtigt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Am Sonntag hatten Tausende Menschen gegen den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan protestiert, dem sie eine Mitschuld an den Anschlägen gaben.

Die Explosionen hatten sich am Samstagmorgen inmitten der Teilnehmer einer Friedensdemonstration von linken Gruppen und Parteien ereignet, die sich in der türkischen Hauptstadt vor dem Hauptbahnhof versammelt hatten. Zu dem regierungskritischen Protestmarsch hatte unter anderen die HDP aufgerufen.

Konflikt stärker eskaliert

In der Türkei war in den vergangenen Monaten der Konflikt zwischen der Regierung und den kurdischen Rebellen wieder eskaliert. Seither wurden 140 türkische Sicherheitskräfte bei Anschlägen der in der Türkei verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und 1700 kurdische Rebellen bei Armee-Bombardements getötet.

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(sda/dbe/hon)