Die türkische Antidrogenbehörde hat nahe der syrischen Grenze knapp elf Millionen Pillen des Aufputschmittels Captagon beschlagnahmt. Die Droge soll im Syrienkrieg eine Rolle spielen. Bei zwei unabhängigen Razzien in der Grenzregion Hatay entdeckten Fahnder in dieser Woche insgesamt knapp zwei Tonnen des Mittels, wie die Nachrichtenagentur Anadolu und die Zeitung «Hürriyet» unter Berufung auf das Innenministerium berichteten.

Captagon, eine auf dem Wirkstoff Fenetyllin basierende Stimulanzie, wird in Syrien hergestellt und ist in Ländern des Mittleren Ostens weit verbreitet. Dort verdienen vermehrt die Bürgerkriegsfraktionen an dem Mittel. Captagon wurde daher auch wiederholt als die Droge bezeichnet, die den Krieg in Syrien mit antreibt.

Saudischer Prinz versucht sich als Drogenschmuggler

Laut «Hürriyet» wurden bei einer der beiden Razzien 7,3 Millionen Captagon-Pillen beschlagnahmt; die Pillen waren in 1300 Ölfiltern versteckt und für den Schmuggel in die Golfstaaten vorbereitet. Weitere 3,6 Millionen Pillen wurden in einem Lager entdeckt. Ein Syrer und zwei Türken wurden festgenommen.

In Libanon wurden in diesem Monat ein saudiarabischer Prinz und neun weitere Verdächtige am Flughafen von Beirut festgenommen, nachdem knapp zwei Tonnen Captagon und Kokain zur Verladung in deren Privatjet entdeckt worden waren.

(sda/mbü/ama)