Der US-Kurznachrichtendienst Twitter streckt seine Fühler nach China aus. Twitter-Chef Dick Costolo wollte am Montag zu einem ersten Besuch in der Volksrepublik aufbrechen. Geplant war eine dreitägige Reise nach Shanghai, wo Costolo Vertreter der Universität sowie der Stadtverwaltung treffen will.

«Dick ist in China, weil er mehr über die chinesische Kultur und den Technologiesektor des Landes lernen will», teilte das Unternehmen mit. Über welche Themen konkret gesprochen werden soll, ließ Twitter jedoch offen. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit stets Spekulationen gedämpft, dass es sich um eine offizielle Geschäftslizenz in China bemühe.

Strenge Zensur der Sozialen Medien

In China gelten strenge Regeln für Internet-Konzerne, beliebte Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter sind nicht offen zugänglich. Zuletzt verschärfte die Regierung in Peking ihr Vorgehen gegen Blogger und Dissidenten, welche Netzwerke wie den heimischen Kurznachrichtendienst Weibo nutzen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 61 Millionen aktive Nutzer pro Tag und will nun in New York an die Börse gehen.

Anzeige

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat sich 2010 aus dem chinesischen Markt zurückgezogen und dies mit der zunehmenden Zensur begründet. Doch zahlreiche Menschen in China umgehen die Sperren und nutzen die Internet-Netzwerke, mehrere Millionen sind auf Twitter aktiv. So twittern der oppositionelle Künstler Ai Weiwei, die amtliche Nachrichtenagentur Xinua, ein staatlicher TV-Sender und der Chefredakteur der regierungstreuen Zeitung «Global Times».

(reuters/gku/me)