Die Forderung der Politik, die Eigenkapitalquoten zu erhöhen, sei «nicht konstruktiv», sagt UBS-Konzernchef Sergio Ermotti. «Zu den 6 bis 10 Prozent kann ich nur sagen: Das ist eine unrealistisch hohe Forderung.» Sie hätte dramatische Folgen für die Wirtschaft: «Hypotheken, Firmenkredite - alles müsste aufschlagen», sagt der UBS-Chef der «Schweiz am Sonntag».

Ermotti greift damit direkt Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf an, die sich Anfang November in der gleichen Zeitung für eine Verstärkung der Eigenkapitaldecke und eine Leverage Ratio von 6 bis 10 Prozent ausgesprochen hatte. «Schon heute verdienen etwa 25 Prozent der der Schweizer Banken kein Geld, und weitere 25 Prozent haben so tiefe Margen, dass sie langfristig kaum überleben werden», warnt Ermotti von einer weiteren Erhöhung der Kosten.

Grossbanken nicht sicherer

Mehr Eigenkapital würde die Grossbanken nicht sicherer machen, so der UBS-Chef weiter. Er fürchtet hingegen, dass der Finanzplatz Schaden nehmen könnte. «Wenn die Schweiz für global tätige Banken nicht mehr kompetitiv ist, dann hätte das langfristige Konsequenzen.» Wenn die Schweiz ein globales Kompetenzzentrum bleibe, «kann ich ohne Probleme sagen: Die UBS wird hierzulande auch in Zukunft um die 20'000 Arbeitsplätze anbieten.»

Seinen Mitarbeitern stellt er im Interview zudem einen Bonus in Aussicht: «Mit weniger Bonus zu rechnen, wäre unrealistisch», sagt Ermotti.

Eine Rettung der UBS durch den Staat sei zwar «sehr, sehr unwahrscheinlich», doch er schliesst sie nicht aus: «Es wäre unredlich zu behaupten, so etwas könne auf alle Ewigkeit hinaus niemals wieder vorkommen.»

(awp/chb)