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UBS: Keine Hinweise auf Steuerhinterziehung

Deutscher UBS-Hauptsitz in Frankfurt. (Bild: Keystone)

Die UBS vermutet hinter den jüngsten Meldungen über Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Deutschland ein gezieltes politisches Manöver. Es sei kein Zufall, dass der Fall so kurz vor der Abstimmung über

Veröffentlicht am 18.11.2012

Gemäss Informationen des SonntagsBlicks ist die UBS-Konzernleitung überzeugt, dass deutsche Sozialdemokraten versuchen würden, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble zu blamieren.

Bei den vermeintlich anrüchigen Verrechnungskonten handelt es sich um ein seit bald zwanzig Jahren gebräuchliches Verfahren. Deutsche wickeln darüber kostengünstig Zahlungen in die Schweiz ab. «Es sind 586'874 Transaktionen überprüft worden», sagt UBS-Kommunikationschef Michael Willi.

«Mit Steuerhinterziehung hat diese Infrastruktur nichts zu tun. Es gibt keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten.» Genau angeschaut hätten die Ermittler 34'000 Transaktionen, im Umfang von 500 Millionen Euro. Sie fanden keinen Fall von Beihilfe zur Steuerhinterziehung, meint Willi.

«Sieht wie gezieltes Leck aus»

Zudem sei keine konkrete Person im Visier. «Uns hat die Mannheimer Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Ermittlungen wie seit Monaten nach wie vor gegen Unbekannte gerichtet sind», sagt UBS-Sprecher Willi dem «SonntagsBlick». Es sei kein Zufall, dass der Fall so kurz vor der Abstimmung über das Steuerabkommen ans Licht gekommen ist. «Das sieht wie ein gezieltes Leck aus.»

Die UBS soll ihre Mitarbeiter mit Filmen schulen, wie sie Kundengelder am Fiskus vorbei schleusen. Seit Monaten geistert diese Geschichte durch deutsche Medien. Dazu hat die UBS bislang geschwiegen. Mittlerweile hat die Bank ihre Archive durchstöbert. «Wir haben keinen Lehrfilm gefunden, der zeigt, wie man Steuern hinterzieht», sagt Willi.

«Seit 2009 keine neue Stiftung aufgesetzt»

Vor allem über Stiftungen versteckte die UBS während Jahren mehrere Milliarden Euro deutsches Schwarzgeld. Vor fünf Jahren betreute die UBS noch rund 2000 solcher deutscher Konstrukte. «Seit 2009 haben wir für Deutsche keine Stiftung mehr aufgesetzt», sagt Willi. Die Bank drängte ihre deutschen Kunden, solche aufzulösen. «Heute haben wir knapp über 200 Stiftungen», sagt Willi.

Der Grossteil des Geldes aus den aufgelösten Stiftungen floss nicht exotischen Steueroasen zu. «Es ist zu 95 Prozent bei der UBS geblieben und wartet darauf, regularisiert zu werden», behauptet Willi.

Er kontert das oft wiederholte Gerücht, wegen dem Steuerabkommen verschwinde deutsches Geld im grossen Stil, etwa nach Singapur. «Es gibt auch keine Verschiebungen auf exotische Finanzplätze», so Willi. Der Grossteil der Abflüsse ging direkt nach Deutschland, gefolgt von Verschiebungen zu anderen Banken in der Schweiz und in die EU. Weniger als 1 Prozent floss in andere Wirtschaftsräume.

(aho/chb)

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